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Wenn die Kanadier wieder ausgeruht sind

SCB-Trainer Kari Jalonen lancierte während der Woche eine «Kanadier-Debatte» – und Gegner Freiburg kann sich die 2:5-Niederlage in Bern leisten.

Jubelnder Pyörälä, jubelnder Topskorer Ebbett: Berns Ausländer treffen trotz grosser Beanspruchung.
Jubelnder Pyörälä, jubelnder Topskorer Ebbett: Berns Ausländer treffen trotz grosser Beanspruchung.
Keystone

In Übersee pflegt man keine Rücksicht auf europäische Empfindlichkeiten zu nehmen. Auch im Sport nicht. Weil die NHL ihre Stars nicht für die Olympischen Spiele abstellen mag, bedient sich das kanadische Nationalteam bei den Spitzenspielern, die ihre Brötchen in Europa verdienen. Aber während sich der Schweizer Nationaltrainer mit den Clubs abspricht, damit die Akteure die nötige Erholung erhalten, interessiert sich der kanadische Verband nicht dafür, ob es für einen Spieler auch einmal zu viel werden könnte.

Berns Trainer Kari Jalonen hat die Niederlage gegen die ZSC Lions vom letzten Dienstag zum Anlass genommen, die Problematik zu thematisieren. Seine drei Kanadier Noreau, Ebbett und Raymond waren – so wie selbstredend auch Spieler der Konkurrenz – nach dem Einsatz mit dem Team Kanada zu sehr wenig Ruhezeit gekommen. Ihr Wochenprogramm las sich so: Champions-League-Spiel in München, Fahrt zurück nach Bern, Flug nach Helsinki, zwei Spiele in der finnischen Hauptstadt, Reise zurück nach Bern und weiter nach Zürich.

Es war nur ein Vorgeschmack auf das, was noch kommen wird. Beim Moskauer Länderturnier im Dezember sowie am Spengler-Cup können durchaus wieder die gleichen Spieler aufgeboten werden. Und sie werden dem Aufgebot Folge leisten, weil eine Teilnahme an Olympischen Spielen für jeden Sportler zu den Höhepunkten der Karriere zählt.

Immerhin, die Kanadier in Berns Diensten haben sich mittlerweile bestens erholt, wie Jalonen nach dem Spiel gegen Fribourg zufrieden bestätigte. Drei Tage würden reichen, sagte der Finne. Noreau fehlte zwar angeschlagen, aber Raymond und Ebbett waren am Sieg durchaus beteiligt: Der eine schoss den ersten Treffer, der andere bereitete den zweiten vor. Ein Polster, von dem der SC Bern bis Spielende profitieren sollte.

Von nun an einfach jedes dritte Spiel gewinnen

Der Sieg des Meisters ging in Ordnung. Er war zwar spielerisch nicht besser, aber dominanter und disziplinierter. Scherwey, einst ein Raubein ohne Gespür dafür, wie viel es leiden mag, hat seine erste Strafe in der aktuellen Meisterschaft kassiert. Das sagt viel aus.

Wobei die Partie auch einen anderen Verlauf hätte nehmen können. Im ersten Drittel hatten Mottet, Cervenka und Birner beste Chancen. Sie scheiterten dreimal an SCB-Hüter Genoni. Und am Ende, in einem wilden letzten Abschnitt mit fünf Toren, stand Gottéron dem Ausgleich gar nahe: Hätte Birners Geschoss vier Minuten vor Schluss das Gehäuse statt den Pfosten getroffen: Die Partie wäre plötzlich ausgeglichen gewesen. Für die Freiburger, die im Gegensatz zum SC Bern am Abend zuvor gespielt hatten und also auch ein wenig Müdigkeit ins Feld hätten führen dürfen, ist die Niederlage verkraftbar. Sie hatten die vier Partien zuvor gewonnen, unter anderem gegen Davos und Lugano, und sind auf gutem Weg. So gut, dass die «Freiburger Nachrichten» bereits tollkühne Rechnungen anstellen: Sollte das Team von Mark French ab sofort jedes dritte Spiel gewinnen, reicht es fürs Playoff.

Es hat sich diesen lustigen Optimismus gestern verdient.

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