Wege ins Glück, Wege in die Niederlage

Biel ist trotz durchzogener Leistung Leader – und die Tigers finden schon wieder Wege in die Niederlage.

Die Spieler des EHC Biels feiern ihren Treffer zum 4:3 gegen die SCL Tigers.

Die Spieler des EHC Biels feiern ihren Treffer zum 4:3 gegen die SCL Tigers. Bild: Peter Schneider/Keystone

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Mike McNamaras Rechnung ist aufgegangen. Er habe diese sechs Punkte aus den ersten beiden Partien einkalkuliert, sagte der Trainer des EHC Biel nach dem 6:3-Sieg gegen die SCL Tigers. Morgen im nächsten Heimspiel gegen Freiburg sollen drei weitere dazugekommen, um die Leaderposition in der Tabelle zu verteidigen. Die Seeländer gehen die neue Saison mit breiter Brust an. Das war spätestens klar, als der neue Abwehrchef Beat Forster angab, sich wie vor jeder Saison den Meistertitel zum Ziel zu setzen.

Im Moment also alles gut in Biel? Nicht ganz. Das wusste auch Biel-Trainer McNamara. Mit den Punkten sei er zufrieden, mit dem Spiel seines Teams nur bedingt: «Manchmal waren wir gut, aber wir verteilten auch zu viele Geschenke und machten uns das Leben so selber schwer.» Sein Team treffe noch zu oft falsche Entscheidungen, suche spielerische Lösungen, wo ein Befreiungsschlag gefragt wäre.

Gut waren die Bieler am Samstag in den ersten fünf Minuten, in denen sie innerhalb von elf Sekunden zwei Tore erzielten und das Spiel eigentlich schon hätten entscheiden können. Gut waren sie im letzten Drittel, das sie mit einer eindrücklichen Temposteigerung 3:0 gewannen. Die Ausländer sind überzeugend gestartet, die Offensive ist auch daneben gut und breit bestückt. In der eher wackligen Defensive ragt Marco Maurer heraus, Beat Forster spielt ansprechend, allerdings mit einigen Fehlern in der Angriffsauslösung. Diese häuften sich gegen Langnau im Mitteldrittel, in dem sich allerdings auch der ganze Rest seines Teams komplett abmeldete. Da waren die Bieler ziemlich schlecht.

Ehlers wünscht sich Ersatz

So durfte Langnau-Trainer Heinz Ehlers hinterher sagen, dass «wir da das bessere Team waren», aber durch eine Fehlerkette vor dem vierten und zwei dumme Strafen vor dem fünften Treffer «wieder einen Weg in die Niederlage gefunden haben». Wie schon am Abend zuvor sei sie völlig unnötig gewesen und ärgere ihn deshalb umso mehr. Ehlers: «Wir hatten in beiden Spielen genügend Chancen, aber vielleicht fehlt uns im Abschluss ein bisschen die Qualität.»

Das war eine bemerkenswert offene Feststellung. Und sie trifft zu, denn neben dem Finnen-Trio mit Koistinen, Erkinjuntti und Elo sorgt bei den Emmentalern kaum jemand für Torgefahr. Schon gar nicht der Kanadier Aaron Gagnon, der in Langnau einen äusserst harzigen Start erlebt. Erschwerend kommt hinzu, dass sich Captain Pascal Berger am Freitag gegen Zürich das Schlüsselbein gebrochen hat. Er wurde am Samstag operiert und fällt nun mindestens sechs Wochen aus.

Trainer Heinz Ehlers würde sich einen Ersatz wünschen, «wenn das nötige Geld vorhanden ist. Aber ich habe nicht nachgefragt.» Sportchef Reber will vorerst keinen neuen Spieler holen, was sich allerdings schnell ändern könnte. Denn die dramatische Niederlagenserie zu Beginn der letzten Saison ist noch in bester Erinnerung. Jetzt geht es mit bereits angekratztem Selbstvertrauen auswärts gegen Zürich und zu Hause gegen Zug. Und die Punkte, die man im Herbst ärgerlich verliert, können im Frühling über Abstiegsangst oder Playoff-Euphorie entscheiden. (Der Bund)

Erstellt: 10.09.2017, 21:38 Uhr

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