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Von Kreativen und Prüglern

Der SCB hat sich gleich mit acht Spielern verstärkt.
«Ich komme aus ­einer eishockey­verrückten Familie. Meine Geschwister spielten Eishockey, meine Vater ebenso. Deshalb ist es nur logisch, dass ich Profi geworden bin. Guy Boucher kenne ich aus meiner Zeit bei Tampa Bay. Unter ihm bestritt ich meine erste NHL-Partie. Meinen grössten Erfolg feierte ich jedoch mit dem Gewinn der AHL-Meisterschaft in Norfolk, übrigens zusammen mit Trevor Smith.Der Unterschied zwischen dem nordamerikanischen und dem europäischen Hockey ist gar nicht so gross. Das Spiel hier ist schneller, das kommt mir entgegen, denn ich bin klein und schnell. Bern gefällt mir sehr. Ich war bereits mit dem Gummiboot auf der Aare, dies war mein wohl bestes Erlebnis bis jetzt. Ich habe mir auch schon andere Städte in der Nähe angesehen. Am besten gefallen mir die alten Gebäude hier – solche gibt es in Nordamerika nicht zu sehen.Doch jetzt liegt mein Fokus auf dem ersten Match. Du kannst nicht alle Spiele gewinnen, wenn du das erste verlierst. Schlussendlich möchte ich den Titel ­holen. Ich will Tore schiessen und ­ver­suchen, stets das Momentum auf ­unsere Seite zu ziehen. Wir sind eine gute Truppe. Das gefällt mir am Hockey: ­zusammen mit Freunden Titel ­gewinnen. Das will ich auch hier.»
Als er sechs oder sieben Jahre alt war, sah Gian-Andrea Randegger mit seinem Bruder Flurin seinen ersten NLA-Match live. Der SC Bern spielte zu Hause gegen den HC Davos. «Ich bin erschrocken, als ich das erste Mal in das Stadion gekommen bin und die Kulisse gesehen habe. Von da an war uns klar, dass wir Profi-hockeyspieler werden wollten», erinnert sich der Ältere der Randegger-Brüder, «dass wir jetzt beim SCB sind, ist die Krönung.»Beim HC Davos hat Gian-Andrea Randegger erste Erfahrungen in der NLA gesammelt. Von dort wurde er an den EHC Basel ausgeliehen, wo er einen Zweijahresvertrag unterschrieb. Sein Pech, dass dieser durch den Abstieg Basels obsolet wurde. Es folgte eine «lehrreiche Zeit» in der NLB beim SC Langenthal. Nach Ambri und Genf zog es ihn nach Kloten. ­Bereits vor dem Engagement bei den Flyers wäre er gerne nach Bern gekommen, doch das habe nicht geklappt.Beim zweiten Versuch ging nun alles gut und Randegger freut sich auf die Herausforderung: «Hier muss ich mir meinen Platz erarbeiten und erkämpfen. Ich habe gewusst, dass der Konkurrenzkampf gross ist und das hat mich nicht abgeschreckt.» Der bisherige Karrierehöhepunkt waren die Finalspiele mit den Flyers. Beim SCB sollen weitere Highlights dazukommen.
Man würde einen etwas mürrischen, einsilbigen Mann erwarten. Typ Holzfäller halt. 190   Zentimeter ist Timo Helbling gross und 100 Kilogramm schwer. Man hat noch die Bilder der WM 2010 im Kopf, als er nach der bitteren Niederlage mit blutendem Kopf die halbe deutsche Mannschaft verprügelte. Inklusive Assistenztrainer. Der Nationaltrainer nennt ihn einen «Krieger». Im wirklichen Leben ist der Verteidiger ein feinfühliger Mensch, der reflektiert, kluge Antworten gibt und mit strahlenden Augen von seiner kanadischen Freundin erzählt. Noch dieses Jahr wird er seinen Master im Bankfachwesen abschliessen, weil er weiss, dass es auch ein Leben nach dem Eishockey geben wird. «Ich muss nicht bis 40 spielen.»In jungen Jahren zog der Solothurner aus, die USA zu erobern. Die Eroberung glückte nur halb. Er spielte elf Partien in der NHL, vor allem aber Hunderte in der AHL, wo Prügeleien wichtiger sind als filigrane Spielzüge. Es hat ihn geprägt, so wie ihn der amerikanische Lebensstil geprägt hat. Er denkt positiv, durch und durch. Deshalb hatte er auch keine Mühe, als ihn Gottéron Ende der letzten Saison gegen Ryan Gardner eintauschte. «Ich nehme das nicht persönlich.» Mit dem SCB stehen die Chancen eh besser, das grosse Ziel zu erreichen: Er hat noch nie einen Meistertitel gewonnen.
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