Unsitte und Sieg

Der SC Bern gewinnt gegen das tschechische Team aus Mountfield 5:2 und qualifiziert sich damit für den Achtelfinal der Champions Hockey League.

Mason Raymond (rechts) umkurvt Filip Jirase – der SCB spielt sich auf abgeklärte Art in die Achtelfinals.

Mason Raymond (rechts) umkurvt Filip Jirase – der SCB spielt sich auf abgeklärte Art in die Achtelfinals. Bild: Thomas Hodel/Keystone

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Die Champions Hockey League kennt eine kleine Unsitte. Zu Beginn einer Partie soll sich das Publikum erheben, um der Hymne des Wettbewerbes zu huldigen. Warum die Macher dieser Veranstaltung auf die Idee kommen, die Leute sollten ihnen diese Ehre erweisen, ist zumindest fragwürdig. Nicht einmal das Pendant im Fussball, das an Umsatz und Bedeutung ein paar Nummern grösser ist, ist bislang auf diese Idee gekommen. Sicher, man darf den Teams für ihr Können Respekt zollen. Die Spiele sind in aller Regel von gutem Niveau. Auch am Dienstag in Bern durften sich die Zuschauer davon überzeugen. Auch wenn es eher 6000 denn die offiziellen 13 000 waren.

Dabei gäbe es durchaus Dinge, die es zu tun gäbe. Zum Beispiel, dass die letzten Gruppenspiele gleichzeitig stattfinden, damit keine Absprachen möglich sind. Oder dass man die nicht ganz unsinnige Gepflogenheit anderer Wettbewerbe übernehmen würde, bei internationalen Spielen Schiedsrichter aus einer unbeteiligten Nation pfeifen zu lassen. Es gäbe dann keine Bilder von Schweizer Linienrichtern, die sich nach einem Berner Treffer lachend mit dem Schützen unterhalten, wie das am Dienstag nach dem Tor von Untersander der Fall war. Nicht dass all dies weltbewegend wäre: Aber so professionell, als dass man stehend Ehre erweisen müsste, ist es nicht.

Untersanders Treffer war das 2:1 für den SC Bern gewesen und gleichzeitig die frühzeitige Entscheidung in dieser Partie. Wobei die wichtigste Aktion fünf Minuten zuvor passiert war: Die Berner durften in Überzahl spielen, als der Tscheche Pilar während des Spiels verletzt am Boden liegen blieb. Rüfenacht nutzte die doppelte Überzahl, die sich aus dieser Situation ergab, zum Ausgleich, was Mountfields Rosandic wiederum zu einem Zielschiessen auf den Schweizer Linienrichter Kaderli veranlasste. Er traf ihn prompt aus 15 Metern – und wurde dafür von der Partie ausgeschlossen.

Ab dem 1:1 ein kleines Schaulaufen

Mountfield hatte bis zu jenem Zeitpunkt nicht unverdient geführt. Die Tschechen waren im ersten Drittel zwar nicht die bessere Mannschaft gewesen, aber sie hatten die besseren Chancen: Zweimal tauchten sie alleine vor Genoni auf, einmal gar mit einem Mann weniger auf dem Eis, zweimal hielt der Berner Goalie.

Aber mit Rosdanic’ Unbeherrschtheit schlugen sie sich schliesslich selber. Nach dem Ausschluss des Verteidigers war die Mannschaft, die im Gegensatz zum Hinspiel auf acht Stammspieler verzichten musste, zu keiner Reaktion mehr fähig. Es begann ein kleines Berner Schaulaufen mit hübsch herauskombinierten Toren. Scherwey erzielte gleich deren zwei und unterstrich damit seine neue Freude am Skoren, und Eric Blum kam zu einem Saisondebüt, wie man sich das wünscht: nicht allzu hart geprüft und meist Herr der Lage.

Der SCB hat mit diesem Sieg verhindert, ein erstes Saisonziel zu verpassen. Er ist im Achtelfinal. Es war das Wichtigste an diesem Abend. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 11.10.2017, 06:42 Uhr

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