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SCL Tigers schaffen Ligaerhalt

Langnau ringt Biel in einer dramatischen Partie 4:3 nach Verlängerung nieder, gewinnt die Playout-Serie mit 4:2 und bleibt definitiv in der NLA.

Erzielte den wegweisenden Treffer zum frühen 1:0: Chris DiDomenico.
Erzielte den wegweisenden Treffer zum frühen 1:0: Chris DiDomenico.
Keystone

Schon nach 80 Sekunden durften die SCL Tigers zum ersten Mal in Überzahl antreten. Und sie brauchten nur 30 Sekunden der Strafe, um in Führung zu gehen. Die Art und Weise, wie Topskorer und Publikumsliebling Chris DiDomenico den Treffer erzielte, hatte symbolischen Charakter für das ganze Spiel. Er vernaschte Biels Goalie Meili nach einer Körpertäuschung abgebrüht mit einem gefühlvollen Backhand-Schieber entgegen dessen Bewegung.

Sechs Minuten später erhöhte Thomas Nüssli auf 2:0 – das Spiel und der definitive Ligaerhalt der SCL Tigers nahmen ihren dramatischen Lauf. Den Anschlusstreffer von Joel Fröhlicher in der 27. Minute konterte Langnau und stellte vier Minuten später den Zweitorevorsprung wieder her. In dieser Phase in der Mitte des Spiels verpassten es die Emmentaler, das Spiel vorzeitig zu entscheiden. Lindemann traf nur die Latte, und Nüssli vergab eine hochkarätige Chance.

Doch die Bieler gaben nie auf und glaubten immer an ihre Chance. Besonders nachdem Herburger nach nur zwei Minuten im Schlussabschnitt der erneute Anschlusstreffer zum 2:3 gelang. Die Seeländer kamen zu vielen Chancen, scheiterten aber entweder an sich selber oder am reflexschnellen Goalie Damiano Ciaccio. Als zwei Minuten vor Schluss der Bieler Herburger auf die Strafbank geschickt wurde, glaubte niemand in der ausverkauften Ilfishalle noch an einen Ausgleich. Doch eine Unaufmerksamkeit der Tigers ermöglichte Earl ein Breakaway und den Ausgleich in Unterzahl.

Tigers-Trainer Beattie sagte später: «Das war mein Fehler, ich brachte die falschen Spieler.» In der Verlängerung vergaben beide Teams dann viele Chancen, ehe Tobias Bucher in der 72. Minute den umjubelten Siegestreffer erzielte. Ausgerechnet der in Langnau nicht mehr erwünschte Bucher, der den Club in Richtung Visp verlässt.

Bleibt Beattie Trainer?

Tigers-Sportchef Jörg Reber kann also in aller Ruhe die nächste NLA-Saison planen. Nachdem er bereits mehrere Schweizer Spieler (Pascal Berger und Flurin Randegger vom SCB, dazu Seydoux, Blaser und Kuonen) verpflichtet hat, ist das Trainer-Dossier ab sofort prioritär.

Und Beattie ist plötzlich ein Kandidat mit nicht schlechten Karten für das Traineramt in Langnau der nächsten Saison. Der freundliche und smarte Kanadier hatte zwei Spiele vor Ende der Platzierungsrunde den Job an der Langnauer Bande ohne Bedingungen angenommen. Er wolle seine Chance nutzen, sagte er damals. Beattie kommt bei den Spielern gut an und hat jetzt auch die erforderlichen Resultate geliefert. «Dieser Sieg in der Verlängerung gehört sicher zu den besten Momenten meiner Karriere», freute er sich. Ein anderer Trainerkandidat ist SCB-Coach Lars Leuenberger.

Es bleibt dabei. Noch nie hat der EHC Biel eine Serie gegen Langnau gewonnen, nach einem NLB-Final und einer Ligaqualifikation verloren sie auch den dritten Vergleich in einer Playout-Serie. Für die Seeländer geht das Bangen also weiter. Am Freitag könnten sie, ohne zu spielen, den Ligaerhalt ebenfalls schaffen und die nervenaufreibende Ligaqualifikation umgehen. Wenn Ajoie (die Jurassier führen in der Serie 3:2) das Heimspiel gegen die Lakers gewinnt und die NLB-Meisterschaft gewinnt, wird es keine Ligaqualifikation geben.

SCL Tigers - Biel 4:3 n.V. (2:0, 1:1, 0:2, 1:0)

6000 Zuschauer (ausverkauft). – SR Eichmann/Stricker, Bürgi/Wüst. – Tore: 2. DiDomenico (Kevin Clark) 1:0. 8. Nüssli (Albrecht, Adrian Gerber) 2:0. 27. Fröhlicher 2:1. 32. Hecquefeuille (DiDomenico, Nüssli/Ausschluss Maurer) 3:1. 43. Herburger (Rossi) 3:2. 59. Earl (Huguenin/Ausschluss Herburger!) 3:3. 72. (71:19) Tobias Bucher (Hecquefeuille, DiDomenico) 4:3. – Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen SCL Tigers, 5-mal 2 Minuten gegen Biel.

SCL Tigers: Ciaccio; Stettler, Koistinen; Hecquefeuille, Ronchetti; Zryd, Adrian Gerber; Weisskopf, Yves Müller; Sandro Moggi, Tobias Bucher, DiDomenico; Kevin Clark, Albrecht, Nüssli; Sven Lindemann, Schirjajew, Lukas Haas; Wyss, Claudio Moggi, Nils Berger.

Biel: Meili; Huguenin, Dave Sutter; Fröhlicher, Nicholas Steiner; Jecker, Wellinger; Maurer, Jelovac; Tschantré, Gaetan Haas, Moss; Fabian Lüthi, Olausson, Rossi; Daniel Steiner, Joggi, Dostoinow; Herburger, Earl, Julian Schmutz.

NLB-Playoff Final (best of 7)FreitagAjoie - Lakers (19.45)Stand 3:2

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