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«Da kommt etwas Cooles auf mich zu»

Sven Leuenberger verlässt nach vielen erfolgreichen Jahren als Spieler und Funktionär den SC Bern und wird Sportchef der ZSC Lions.

Ist ab sofort ein Konkurrent des SC Bern: Sven Leuenberger.
Ist ab sofort ein Konkurrent des SC Bern: Sven Leuenberger.
Valérie Chételat

Schon kurz nachdem Sportchef Edgar Salis Anfang April seinen Job bei den ZSC Lions nach acht überwiegend erfolgreichen Jahren freiwillig abgegeben hatte, tauchte der Name von Sven Leuenberger als möglichem Nachfolger auf. Nun wechselt der 47-jährige St. Galler, der im SCB zuletzt «nur» noch als Leiter Sportstrategie tätig war, nach insgesamt 27 Jahren in Bern tatsächlich die Seiten.

Peter Zahner, der CEO der ZSC Lions, freut sich, mit Leuenberger «einen kompetenten, bestens vernetzten und mit einem hohen Leistungsausweis ausgestatteten Sportchef» engagiert zu haben. Zusammen mit Patrick Hager (Sportchef GCK Lions), Richi Jost (Sportchef Nachwuchs) und Salis, der nach seinem Rückzug ins zweite Glied für das Scouting der Lions-Organisation zuständig bleibt, wird Leuenberger künftig den sportlichen Bereich der Lions-Organisation verantworten.

Leuenberger freut sich auf die Herausforderung: «Die ZSC Lions haben eine starke NLA-Equipe und die grösste Nachwuchs-Organisation des Landes. Es ist ein Farmteam da und schon bald kommt ein neues Stadion. Da kommt etwas Cooles auf mich zu.» in einem ersten Schritt gehe es nun darum, Gespräche mit den Trainern, Spielern und Funktionären zu führen. «Ich habe eine Aussenansicht, sie eine von innen. Nun geht es darum, zusammen etwas Erfolgreiches aufzubauen.»

In Bern eine Legende

Mit Ausnahme eines zweijährigen Abstechers nach Lugano hatte Leuenberger seine gesamte bisherige Karriere als Spieler und Funktionär bei den Bernern verbracht. Seine Verdienste im Club sind gross, seine Nummer 16 wird beim SCB nicht mehr vergeben. Als Verteidiger gewann der Uzwiler gleich viermal den Meistertitel.

In seinen neuneinhalb Jahren als Sportchef stellte der ehemalige Internationale drei Meisterteams (2010, 2013, 2016) zusammen. Den vor zwei Wochen gewonnenen Titel verantwortete er ebenfalls noch zu einem grossen Teil, die Verpflichtung von Goalie Leonardo Genoni ist sein Verdienst.

Im November 2015 musste Leuenberger seinen Posten als sportlicher Leiter an seinen vormaligen Assistenten Alex Chatelain abtreten, weil er seinen Bruder Lars nach der Entlassung von Guy Boucher zum Trainer machte. Lars Leuenberger übernahm den Club als Trainer in der Krise, führte ihn danach aber vom 8. Rang zum Gewinn des Meistertitels.

Es war der letzte bedeutende Entscheid von Sven Leuenberger im SCB. Seither wirkte er bei seinem Herzensclub als «Strategic Sport Developer» nur noch im Hintergrund. Nun kehrt Leuenberger bei den zuletzt zweimal in den Playoff-Viertelfinals gescheiterten Zürchern und grossen Rivalen von Schweizer Meister Bern auf die grosse Bühne zurück.

Er gehe ohne Groll von Bern weg. «Es war nach meinem Rückzug als Sportchef abgemacht, dass ich gehen kann, wenn mir etwas Grosses und Passendes angeboten wird», berichtet Leuenberger. «Ich habe mir den Schritt sehr gut überlegt und spüre wieder das innere Feuer. Eine graue Maus im Büro wollte ich nicht sein. Und so ein Angebot wie aus Zürich bekommt man nicht jeden Tag.»

Auf nationaler Ebene arbeiten Leuenberger und Zahner schon länger zusammen. Beide sind Mitglied im Leistungssport- sowie im Nationalteam-Komitee des Schweizer Verbandes. Entsprechend gut kennen sie sich, entsprechend gross ist der Einfluss von beiden im Schweizer Eishockey. Künftig dürften allerdings – als Vertreter desselben Clubs – nicht mehr beide in den Gremien vertreten sein.

SDA

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