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Spieler setzen der Flyers-Führung eine Deadline

Klotens Leitung gesteht den Untergang des dienstältesten NLA-Vereins nach wie vor nicht ein. Das Team hat der taumelnden Führungscrew der Flyers indes ein Ultimatum gesetzt.

Enttäuschung und Bitterkeit: Die Spieler der Kloten Flyers haben der aktuellen Klubführung ein Ultimatum gestellt.
Enttäuschung und Bitterkeit: Die Spieler der Kloten Flyers haben der aktuellen Klubführung ein Ultimatum gestellt.
Keystone

Am Tag nach der vernichtenden Schlussbilanz und Absage des möglichen «Retters» Hans-Ulrich Lehmann («Die Flyers wurden komplett ruiniert!») sass der abgestürzte Präsident Jürg Bircher mit seinen VR-Kollegen zusammen. Nach intensiven Diskussionen seien sie zur Einsicht gelangt, «den Kampf so lange wie möglich weiterzuführen».

Seitens der Mannschaft wurde dem schlingernden Flyers-Boss am Mittwochabend eine letzte Frist übermittelt: Nach einer internen Teamsitzung erwarten die Spieler und Coaches, dass die Lohnausstände (seit April floss kein Geld mehr) bis am 31. Mai bereinigt werden. «Passiert jetzt nichts, können die Spieler fristlos gehen», stellt Sportchef Jürg Schawalder klar.

Konkurs und Untergang?

Gemäss diversen Medienberichten soll der Verein inzwischen mit gegen zwölf Millionen Franken verschuldet sein. Bei einem Konkurs würden die Flyers ihre NLA-Lizenz verlieren. Der Zerfall der Organisation inklusive der erstklassigen Junioren-Abteilung wäre im schlimmsten Fall wohl programmiert. Bircher behauptet in seiner weitgehend inhaltslosen Medienmitteilung, mit «potentiellen Investoren» nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen und den Bankrott so abwenden zu wollen – im Interesse aller Beteiligter und Betroffener. Namen möglicher Geldgeber sind keine bekannt.

Sportchef Jürg Schawalder winkt ab: «Bircher kann uns nicht mehr helfen. » Aufgeben mag er trotzdem nicht, zu viel Herzblut stecke im Klub: «Und irgendeiner muss hier ja noch funktionieren. Vielleicht schaffen wir es doch noch, das Schlimmste abzuwenden. Das äusserst grosszügige Ultimatum ist für mich ein Zeichen der Charakterstärke dieser Mannschaft. Viele hängen sehr an diesem Verein.»

Die Reaktion des Stadtrats

Ein langjähriger Führungsspieler zeichnet indes ein düsteres Bild. Er beschreibt die Lage schonungslos als «Tragödie und praktisch hoffnungslos». Er könne es keinem mehr verübeln, sich per sofort einen neuen Verein zu suchen – trotz der freiwillig gesetzten Frist der Mannschaft, die weiterhin ohne einen Rappen Entschädigung täglich trainiert.

Wegen der finanziellen Notlage der Flyers tagte auch der Stadtrat von Kloten ausserplanmässig. Im Rahmen seiner Möglichkeiten wolle er deshalb alles unternehmen, um den Standort im Spitzen-Hockey zu retten. «Er ist jederzeit bereit, mit allfälligen Investoren und mit der Nationalliga nach einer Lösung zu suchen, die den Verbleib des Klotener Traditionsklubs in der obersten Schweizer Eishockey-Liga sicherstellt», verbreitete die Stadioneigentümerin in einem Communiqué. Die Stadt könne den Klub aber nicht alleine vor dem Untergang bewahren, betonte sie in ihrer Mitteilung.

si/fal

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