Als hätte er ein Kind überfahren

SCB-Stürmer Thomas Rüfenacht hat einen Gegenspieler als «behinderten Viertlinienspieler» bezeichnet.

Thomas Rüfenacht hat sich inzwischen für seine Aussage entschuldigt.

Thomas Rüfenacht hat sich inzwischen für seine Aussage entschuldigt.

(Bild: Keystone)

Dieter Stamm@StammDieter

Er konnte einem leid tun, wie er vor der SCB-Kamera stand und Busse tat, als hätte er soeben in grobfahrlässiger Weise ein Kind überfahren. «Am Samstagabend brauchte ich ein Wort, das ich nicht brauchen sollte. Es tut mir von Herzen leid. Das wird nie wieder vorkommen», sagte er mit betretener Miene. Dabei hatte der Stürmer kurz nach dem Spiel bloss die Contenance verloren und gesagt: «Ich lasse mich doch nicht von einem behinderten Viertlinienspieler wie Walker aus dem Spiel nehmen.»

Sicher, das ist nicht die feine Art, und die Entschuldigung geht in Ordnung. Aber im Zeitalter der sozialen Medien ist sofort alles fern jeder Verhältnismässigkeit. Rüfenacht wollte nicht auch noch die Behinderten verunglimpfen. Wer ihn kennt, weiss das, und wer daraus trotzdem eine Sache macht, hat schlicht zu viel Political Correctness intus – oder ist scheinheilig. So wie der angegangene Julien Walker, selber alles andere als ein Kind von Traurigkeit, der sich im Namen Rüfenachts gleich auch noch entschuldigte. Vermutlich bei den Behinderten.

Dabei gibt es durchaus einen problematischen Kern in dieser Causa. Die Spieler dürfen sich nicht mehr verprügeln. Auch nicht ein bisschen. «Ich würde die Handschuhe noch so gerne fallen lassen, aber dann riskiere ich Sperren», sagt Rüfenacht. Darum hält er immer auch noch die andere Backe hin. Das ist zwar politisch korrekt, aber nicht wahnsinnig männlich. Am Samstag hat er das verbal kompensiert.

Der Bund

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