Sie heissen Rüfenacht und Gerber

Luganos Ausländer sind ausser Form. Im Halbfinale gegen den SCB sind es aber weniger die Spieler mit fremder Lizenz, die den Unterschied ausmachen.

Bern kann am Donnerstagabend den Playoff-Final-Einzug schaffen

Bern kann am Donnerstagabend den Playoff-Final-Einzug schaffen

(Bild: Gabriele Putzu)

Dario Greco@HerrGreco

Linus Klasen muss zur Zeit unten durch. Ein einziges Tor hat er in bislang zehn Playoffpartien erzielt, und auch spielerisch will ihm kaum etwas gelingen. Kommt hinzu, dass auch die anderen Ausländer der Tessiner ausser Form sind, drei Tore haben die vier Lugano-Stürmer mit ausländischer Lizenz im Playoff erst erzielt – zusammengezählt. Das ist natürlich viel zu wenig, gerade an Klasen sind die Erwartungen im Tessin viel grösser. Noch vor einem Jahr hatte er gemeinsam mit Martensson, Pettersson und dem momentan verletzten Brunner die Luganesi quasi im Alleingang in den Final geführt.

Doch im aktuellen Halbfinal Bern-Lugano sind es nicht die Ausländer, die die Differenz ausmachen – zumindest nicht, was das Sammlen von Punkten anbelangt. SCB-Topscorer Arcobello hat noch gar nicht getroffen, ebenso Lasch (er hat immerhin vier Assists) und Gagnon, und Ebbett traf erst einmal: Am Dienstag kurz vor Spielschluss ins leere Tor. Vielmehr sind es die Schweizer, die herausstechen: Am deutlichsten Rüfenacht mit vier Treffern, gefolgt von Gerber, der zweimal erfolgreich war und damit in den vier Partien gegen Lugano gleich oft wie zuvor in 48 Spielen der Qualifikation.

Das mag Zufall sein, doch es zeigt eben auch, wie breit das Kader des SCB ist; dass beim Meister, wenn es gewissen Spielern weniger gut läuft, andere zur Stelle sind. 13 Tore erzielten die Berner gegen Lugano bisher, für die neun verschiedene Spieler verantwortlich zeichneten. Den Tessinern hingegen gelangen nur sieben Tore, davon vier im ersten Duell – sie sind offensiv viel zu harmlos.

Gelingt am Donnerstag der Finaleinzug?

Das hat mit der soliden Berner Defensive zu tun, vor allem aber auch mit ihrem Goalie: Mit einer sagenhaften Fangquote von 95,08 Prozent im Halbfinal liegt er über drei Prozentpunkte vor seinem Antipoden Merzlikins. Der Torhüter ist im Eishockey der wichtigste Spieler auf dem Eis, auch deshalb werden Genonis Vorderleute nicht müde, ihn nach jeder Partie mit Lob zu überschütten.

Merzlikins spielt nicht schlecht, erhielt gegen Bern aber auch haltbare Treffer. Zusammen mit der schwachen Offensive ist das schlicht zu wenig, um den SCB in seiner aktuellen Form ernsthaft in Gefahr zu bringen. Zudem weiss der Meister das Momentum auf seiner Seite: Nach der Startniederlage gewann er die nachfolgenden drei Partien allesamt und benötigt jetzt noch einen Sieg zum Finaleinzug. Diesen kann er am Donnerstagabend (20.15 Uhr in der Postfinance-Arena) realisieren. Trainer Jaolonen muss nur auf die zwei verletzten Noreau und Reichert verzichten. Sie ist nicht einfach, die Aufgabe, vor der Klasen und Co. stehen.

Der Bund

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