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Schlecht für die Gesundheit – gut für die ZSC Lions

Der Abgang des Sven Leuenberger kommt in einem Moment, in dem sich der SC Bern nach zwei Meistertiteln in Serie in einem anhaltenden Hoch befindet.

Der Mensch neigt dazu, in guten Zeiten einen Verlust leichter zu nehmen. Im Fall von Sven Leuenberger sollten wir diesen Fehler nicht machen: Seine Qualitäten wird man in Bern noch vermissen.

Man darf durchaus skeptisch sein, wenn immer gleich von einer Ära die Rede ist. Allzu oft handelt es sich nur um eine mehr oder weniger lange Phase, die gut war. Aber wenn einer als Spieler und Sportchef einen Club über mehr als ein Vierteljahrhundert massgeblich beeinflusst und dabei acht Titel feiert, dann darf er für sich in Anspruch nehmen, eine Ära geprägt zu haben. Es ist nicht zu viel der Ehre für Sven Leuenberger.

In seinem letzten Berner Kapitel stand der gebürtige Ostschweizer nicht mehr an vorderster Front. Er hatte Ende 2015 als Sportchef gehen müssen, weil er seinen Bruder Lars als Trainer installiert hatte und zwei Leuenbergers einer zu viel waren. Es war ein Opfer, das dem SCB am Ende einen weiteren Titel bescherte. Seither agierte der ehemalige Internationale im Hintergrund: als Sportstratege. Er erledigte den Job wie gewohnt: unaufgeregt, analytisch, beharrlich. Er definierte die sportliche Ausrichtung des Clubs und führte einen einheitlichen Hockeystil ein. Ein besonderes Anliegen war ihm der Juniorenbereich: Er suchte die Mängel und strebte danach, sie zu beheben.

Ganz glücklich wurde er dabei nicht. Er schätzte es zwar, nicht mehr dem kurzfristigen Erfolgsdruck und den ständigen Beleidigungen in den sozialen Medien ausgesetzt zu sein. Seiner Gesundheit habe der Wechsel sehr gut getan, sagte er in einem «Bund»-Interview im Januar. Aber er müsse sich erst noch daran gewöhnen, nichts mehr zu sagen zu haben. Er hat sich nicht daran gewöhnt. Das mag schlecht sein für seine Gesundheit, aber gut für die ZSC Lions.

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