SCB: Tatsächlich wieder einmal verloren

Der SCB spielt zu verhalten und unterliegt nach sieben Siegen in Serie den ZSC Lions 1:2 nach Penaltys.

Gestolpert: Im Rücken von ZSC-Spieler Patrick Geering kommt Berns Martin Plüss seinem eigenen Goalie Leonardo Genoni in die Quere.

Gestolpert: Im Rücken von ZSC-Spieler Patrick Geering kommt Berns Martin Plüss seinem eigenen Goalie Leonardo Genoni in die Quere.

(Bild: Keystone Peter Klaunzer)

Dieter Stamm@StammDieter

Fast 40 Jahre alt. Mehr als die Hälfte davon, nämlich 22 Jahre, als Eishockey-Profi auf den Eisfeldern Europas unterwegs. In Normalfall gehört man da zum alten Eisen, ist der Körper ausgepumpt und die Energie dahin. Nicht so bei Martin Plüss. Der Captain ist nach wie vor ein begehrter Spieler. Auch beim Meister. SCB-Sportchef Alex Chatelain macht keinen Hehl daraus, dass er seinen Leitwolf gerne behalten würde. Denn Plüss gehört jeden Sommer zu den Spielern mit den besten physischen Werten und jeden Winter zu den Leadern auf dem Eis.

Nur er kann es sich leisten, einen Club wie den SC Bern bis im Januar mit dem Bescheid, ob er noch eine Saison anzuhängen gedenkt, hinzuhalten. Die Gespräche sollen nun in den nächsten Tagen stattfinden. Plüss vertritt seine Interessen in den Verhandlungen selber. Auch das ein Unikum in Zeiten, wo sich Agenten und Spielervermittler jede verfügbare Türklinke in die Hand geben.

Plüss weicht konkreten Fragen aus, aber wir wagen an dieser Stelle trotzdem eine Prognose, weil wir wissen, dass er nicht aufhört, so lange er gut ist, weil wir wissen, dass er für einen Club spielen will, mit dem man Meister werden kann, und weil wir wissen, dass es ihm in Bern gut gefällt: In den nächsten Tagen erhalten wir die Bestätigung, dass er ein weiteres Jahr für den SCB spielen wird.

Zu reich gedeckte Tische?

Im gestrigen Spitzenspiel gegen die ZSC Lions gehörte Plüss wie immer zu den Unermüdlichen, doch ohne dass ihm etwas Entscheidendes gelungen wäre. Wie den meisten seiner Kollegen fehlten ihm die Spritzigkeit und der Spielwitz. Ein vorlauter Beobachter würde sagen, die Festtage mit ihren reich gedeckten Tischen hätten den Spielern nicht gut getan. Plüss selber sprach davon, dass die Pause dem Rhythmus «sicher nicht förderlich» gewesen sei.

Und so war es nicht das Spitzenspiel, das man sich erhofft hatte. Dafür fehlten auch den Zürchern die Präzision in den Offensivaktionen und die Ideen im Überzahlspiel. Und immer wieder kam der letzte Pass nicht an. Das Spiel lebte von der Spannung und einzelnen individuellen Höhepunkten. Den schönsten setzte Andrew Ebbett, auch sonst einer der auffälligsten Akteure an diesem Nachmittag, gut zehn Minuten vor Schluss der Partie.

Mit einem harten und präzisen Schuss sicherte er den Bernern den Punkt, mit dem sich SCB-Trainer Kari Jalonen nach der Partie zufrieden geben sollte: «Den Punktgewinn sehe ich positiv», sagte der Finne. Bezeichnend, dass das Spiel schliesslich im Penaltyschiessen entschieden wurde.

Erste Niederlage nach 7 Siegen

Es war die erste Niederlage für die Berner nach sieben NLA-Siegen in Serie. Vor über einem Monat hatten sie in Ambri letztmals verloren. Eine Niederlage gegen den ZSC, den grössten Konkurrenten um die Meisterschaft, ist also verkraftbar. Noch immer führen die Berner die Tabelle an, noch immer gelten sie als jenes Teams, das am konstantesten und gefestigtsten ist.

Und für die Zürcher ging es um mehr, war es die Revanche für die brutale 1:6-Niederlage von Mitte Dezember. Die Zuversicht ist zurück, oder wie es ihr Trainer Hans Wallson nach der Partie sagte: «Mit harter Arbeit können wir die Nummer 1 werden.» – Der Spannung tut es gut.

Der Bund

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