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SCB: Nicht immer bei der Sache

Der Start in den Februar misslingt dem SCB: Er verliert erstmals nach zwei Jahren ein Zähringerderby gegen Gottéron (2:3) und vermag nicht zu kaschieren, dass bei 13 Spielern Olympia im Hinterkopf ist.

Leonardo Genoni muss das 1:0 einstecken.
Leonardo Genoni muss das 1:0 einstecken.
Keystone
Torschütze Killian Mottet freut sich über den Treffer.
Torschütze Killian Mottet freut sich über den Treffer.
Keystone
Justin Krueger und Roman Cervenka im Duell.
Justin Krueger und Roman Cervenka im Duell.
Keystone
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Zum Glück ist dieser Januar vorbei – dürfte man sich beim SC Bern gedacht haben. Der Meister dokumentierte bei seinen Auftritten nach dem Jahreswechsel, weshalb der Monat eben Januar heisst: Wegen des römischen Gottes Janus, der in der Mythologie zwei Gesichter hat, die in entgegengesetzte Richtung blicken.

Und so verhielt sich das eben beim SCB. Auf ein gutes folgte ein schlechtes Drittel, auf Sieg folgte Niederlage. Der Leader war purer Durchschnitt, pures Mittelmass. Das hat den Ansprüchen in der Hauptstadt noch nie entsprochen.

Gottseidank ist nun Februar? Nun, der Auftritt des SCB am Freitag war erneut janusköpfig, zwiespältig, ambivalent. Der Leader unterlag Gottéron 2:3. Es handelte sich um den ersten Freiburger Sieg im Zähringerderby seit zwei Jahren. Die vorherigen neun Vergleiche hatten die Berner für sich entschieden.

Freiburg und Pyeongchang

Von Einseitigkeit war dieses Mal aber keine Spur – von gefährlichen Torchancen vorerst auch nicht. Der gefühlte erste Abschluss führte sogleich zum 1:0. Leonardo Genoni liess den Weitschuss Andrea Glausers aus dem Fanghandschuh gleiten, wobei dem Berner Torhüter die Sicht verdeckt war. Dafür hatte unter anderem Jim Slater mit einer Charge gegen Thomas Rüfenacht im Slot gesorgt.

Keine zwei Minuten später zeigte die Entstehung des zweiten Gottéron-Treffers exemplarisch auf, wie lasch die Gäste zu jenem Zeitpunkt auftraten. Ralph Stalder lancierte Killian Mottet mit einem langen Zuspiel der Bande entlang; der Flügel wartete in der Ecke, bis zwei Freiburger nachzogen. Die erste SCB-Sturmlinie versagte im Backchecking, der Tscheche Michal Birner verwertete das Zuspiel.

Früh im Mittelabschnitt verpassten Birners Landsmann Roman Cervenka und Slater erneut nach Kontern beste Möglichkeiten. Obwohl der Berner Trainer Kari Jalonen seine Spieler explizit auf die Stärke der Freiburger bei Gegenstössen hingewiesen hatte, liessen sich die Gäste ein ums andere Mal erwischen.

Und als sich der SCB in der 26. Minute mit einem Wechselfehler in Unterzahl manövrierte, musste endgültig konstatiert werden: Die Berner sind in dieser Begegung nicht bei der Sache.

Die Suche nach Gründen dafür ist im Prinzip simpel: Einerseits sorgt die Tabellenposition seit Wochen für keinerlei Dringlichkeit, anderseits handelte es sich für 13 SCB-Spieler um den zweitletzten Ernstkampf vor der Erfüllung ihres Traums, der Olympiateilnahme.

Und so dürfte am Freitagabend jeder Olympiareisende die fünf Ringe und Pyeongchang im Hinterkopf gehabt haben. Selbst wenn Nationalspieler Simon Bodenmann klipp und klar sagte: «Wir müssen ganz einfach Profis genug sein und mit dieser Situation umgehen können.»

Genoni und Brust

Seitens der Freiburger gibt es vier Olympiareisende: die Ausländer Cervenka, Birner, Jonas Holos (Norwegen) und Slater (USA). Zudem war die Partie für sie im Playoffkampf von hoher Bedeutung. Entsprechend müssen für das Nachlassen des Heimteams ab Spielmitte andere Gründe ins Feld geführt werden.

Ein gewichtiger: die Steigerung des SCB. Endlich zeigten die Berner Präsenz, et voilà: Mika Pyörälä traf im Slot, Luca Hischier reüssierte nach einem gewonnenen Bully Andrew Ebbetts. Und im dritten Abschnitt erspielten sich die Gäste wesentlich mehr Möglichkeiten.

Das Siegtor aber gelang Cervenka, der davon profitierte, dass Genoni von Matthias Rossi am Torraum aus der Balance gebracht worden war. Im Lager der Berner herrschte Einigkeit darüber, dass der Treffer nicht hätte zählen dürfen. Genoni war nach dem Tor ausser sich, verwarf die Hände. Einige Minuten später gestikulierte auch sein Antipode Barry Brust wie wild – aus Freude: Der Keeper hatte just vor der Sirene die letzte ausgezeichnete Berner Chance zunichte gemacht.

Matchtelegramm:

Fribourg-Gottéron - Bern 3:2 (2:0, 0:2, 1:0) 6500 Zuschauer (ausverkauft). - SR Mollard/Tscherrig, Borga/Fluri. - Tore: 7. Glauser 1:0. 10. Birner (Mottet, Stalder) 2:0. 34. Pyörälä (Kämpf, Berger) 2:1. 37. Hischier (Ebbett) 2:2. 53. Cervenka (Rathgeb, Bykow/Ausschluss Haas) 3:2. - Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Fribourg-Gottéron, 3mal 2 Minuten gegen Bern. - PostFinance-Topskorer: Cervenka; Ebbett.

Fribourg-Gottéron: Brust; Glauser, Stalder; Rathgeb, Chavaillaz; Maret, Schilt; Kühni; Mottet, Slater, Birner; Fritsche, Schmutz, Marchon; Rossi, Bykow, Cervenka; Sprunger, Meunier, Neuenschwander; Chiquet.

Bern: Genoni; Untersander, Blum; Andersson, Gerber; Kamerzin, Krueger; Burren; Bodenmann, Arcobello, Rüfenacht; Raymond, Haas, Scherwey; Hischier, Ebbett, Moser; Berger, Pyörälä, Kämpf; Heim.

Bemerkungen: Fribourg-Gottéron ohne Abplanalp (krank), Rivera, Vauclair, Kienzle (alle verletzt) und Holös, Bern ohne Noreau (beide überzählige Ausländer). Pfostenschüsse Cervenka (23.) und Birner (39.). Timeout Bern (59:32), Bern ab 58:45 ohne Torhüter.

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