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Praplan fliegt nach San Jose

Klotens Nationalstürmer verpasst den Saisonstart in der Schweiz und verlängert dafür den Vertrag mit dem EHC.

Die Tore von Vincent Praplan werden dem EHC Kloten zum Saisonauftakt fehlen.
Die Tore von Vincent Praplan werden dem EHC Kloten zum Saisonauftakt fehlen.
Keystone

Klotens Nationalstürmer Vincent Praplan nimmt die Einladung der San Jose Sharks an und bestreitet nächste Woche für den NHL-Club ein Miniturnier. Damit fehlt er dem EHC in den ersten drei Spielen der neuen Saison. Das ist die die schlechte Nachricht für den Eishockeyclub aus dem Unterland. Die gute: Der 23-Jährige verlängert im Gegenzug seinen Vertrag beim EHC bis 2019.

Ob er den erfüllen wird, bleibt allerdings offen. Sicher ist nur: Praplan trägt vom 9. bis zum 12. September die Farben der Sharks gegen Teams aus Arizona, Anaheim und Colorado. Danach ist die Rückkehr nach Kloten vorgesehen, am 15. September gegen Davos soll er wieder für für die Zürcher spielen.

Praplans Verbleib ist trotzdem nicht gesichert

Doch was passiert, falls Praplan nach dem Turnier ein NHL-Vertrag offeriert wird? Schwer vorstellbar, dass der Walliser den ausschlagen würde. Oder dass der EHC, der sich gerade als Sprungbrett für junge Spieler neu positioniert, das mit aller Kraft verhindert.

Völlig unrealistisch ist ein solches Angebot nicht. Weil in der NHL die Lohnschere immer weiter auseinandergeht und die Gesamtlohnsumme pro Team gedeckelt ist, geht der Trend klar in die Richtung, die Plätze neben den teuren Stars mit jungen Spielern zu besetzen, die ein gutes Preis-Leistungsverhältnis haben – wie Praplan.

Der war letzte Saison in der NLA die Nummer 12 der Skorerliste (50 Spiele/42 Punkte), an der WM produktivster Schweizer (8/7). Und als 23-Jähriger müsste er einen Zweiwegvertrag mit einem Maximalgehalt von 925'000 US-Dollar unterschreiben. Wird er ins Farmteam geschickt, sänke das Salär auf 70'000 Dollar – einen Bruchteil von dem, was er in Kloten verdient.

Beim EHC hoffen sie natürlich, dass Praplan das Schaufenster San Jose für Werbung in eigener Sache nutzt, aber noch mindestens eine Saison in der Heimat spielt, ehe er sein Ziel NHL mit zusätzlicher Erfahrung ins Visier nimmt. An Interessenten fehlt es sowieso nicht. Vor zwei Monaten bestritt der Flügel bereits ein Sichtungscamp der Chicago Blackhawks.

Ob 2017, 2018 oder 2019: Für Kloten wäre der Verlust seines kreativsten Stürmers ein empfindlicher Verlust. Doch er ist nur die logische Folge des Sparkurses, den die Unterländer nach den Jahren der Millionenverluste seit 2016 fahren. Spieler mit Praplans Qualitäten sind in einem Club mit beschränkten Mitteln und sportlich beschränkten Perspektiven kaum zu halten. Und so sind die Einladung nach San Jose und die gleichzeitige Vertragsverlängerung immerhin gute PR. Dafür, dass der EHC für entwicklungsfähige Schweizer Spieler eine erstklassige Adresse ist. Und dafür, dass die Spieler dieses Sprungbrett auch schätzen.

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