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Ohne Cunti, Chance und Punkte

Beim 1:5 im Derby passt bei Kloten fast nichts zusammen. Der Rückstand aufs Playoff wächst bedrohlich.

Der Puck stoppt hier: ZSC-Goalie Schlegel kommt Klotens Grassi zuvor.
Der Puck stoppt hier: ZSC-Goalie Schlegel kommt Klotens Grassi zuvor.
Patrick B. Kraemer, Keystone

Klotens höchste Heimniederlage im Derby seit fast neun Jahren lässt sich ­beileibe nicht an einer einzigen Personalie festmachen. Und doch passte schon das Matchblatt perfekt zu diesem 1:5. Der Anfang Monat von den Lions übernommene Luca Cunti fehlte in der Aufstellung – «weil das so abgemacht war», so ZSC-Geschäftsführer Peter Zahner. Mehr sagte er nicht, danach sprach seine Mannschaft: Sie versetzte den Playoff-Hoffnungen der Unterländer den nächsten schweren Schlag.

Natürlich half es der Mannschaft von Pekka Tirkkonen auch nicht, dass alle ­Linien neu zusammengewürfelt waren. Denn mit Cunti fehlte nicht nur der ­Center der ersten Linie – auch Genoway erlebte das Derby bloss in Zivil. Vor einer Woche hatte der Kanadier zwei Spiele wegen einer Grippe verpasst, und am Samstag in Zug war sein Debüt nach einer Charge gegen den Kopf eines Gegners vorzeitig vorbei. Fürs Derby wurde er superprovisorisch gesperrt – gut möglich, dass er weitere Spiele verpasst.

Ob die zwei eine Differenz gemacht hätten? Tirkkonen erlebte jedenfalls ein Team, das «nicht spielen konnte, was wir im Training geübt haben», das «im Zentrum keinen Platz vorfand», «zu zögerlich schoss» und «zu schwach passte».

Was er auch erlebte: einen Captain Hollenstein, der mit einer Minus-4-Bilanz vom Eis ging. Einen Goalie Boltshauser, der einen ebenso unsicheren Eindruck machte wie am Vorabend Gerber beim 4:5 in Zug. Sowie den bereits dritten ­Verteidiger, der von einer Hirnerschütterung ausser Gefecht gesetzt wird.

Nach Stoop und Weber traf es gestern Frick. Der 22-Jährige wurde von Chris Baltisberger am Kopf getroffen und musste danach vom Eis geführt werden. Die Szene war ein Déja-vu: Ende Oktober hatte Baltisberger schon Sanguinetti aus dem Spiel genommen.

«Stürmer wollten zu viel»

Klotens Personalprobleme werden also nicht weniger, die Sorgen schon gar nicht. Tirkkonen musste einige Mühe aufwenden, um Positives im Auftritt zu entdecken. «In den ersten Minuten ­haben wir die Pucks sicher aus der eigenen Zone gebracht», fand er einen ­Ansatz, «dann hatten wir einen guten Einsatz.» Doch wozu führte das? «Unsere Stürmer wollten zu viel, machten einen Fehler – und Zürich nutzte das zum 1:0.»

Konstruktiv gelang den Klotenern fast nichts, auch Harlachers 1:3 entsprang einem Missverständnis beim Gegner. Im Hinblick auf den weiteren Saisonverlauf wirkt das fatal: Denn weil am Wochenende sämtliche Tabellennachbarn gewannen, stieg der Abstand zum letzten Playoff-Rang auf 9 Punkte an, wurde ­Kloten von den SCL Tigers überholt und liegt nur noch auf dem 10. Rang.

Das Restprogramm mit Langnau ­(2-mal), Davos, Bern, Biel, Ambri und Servette wirkt auf den ersten Blick nicht überwältigend. Doch mit einer Ausnahme sind all diese Teams vor den Klotenern ­klassiert. Und selbst mit einer massiven Steigerung – auf welche wenig hindeutet – bleibt nach nur einem errungenen Punkt an diesem Wochenende die Erkenntnis: Aus eigener Kraft kann es der EHC nicht mehr ins Playoff schaffen.

Ein rares Erfolgserlebnis und etwas Abwechslung verspricht der Cup. Übermorgen findet in Kloten der Final gegen Servette statt, die Sitzplätze sind aus­verkauft. «Wir haben die Chance, etwas zu gewinnen», so Tirkkonen, «das gibt es nicht jeden Tag.» Ein Lächeln brachte der Finne nicht zustande, als er es sagte.

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