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Mit scharfer Analyse

Beim SC Bern gibt es einen Führungswechsel. Beat Brechbühl ersetzt Walter Born als Präsident des Verwaltungsrates. Dem Club geht es weiterhin prächtig.

Wenn alles bestens läuft: CEO Marc Lüthi (links) und der neue Präsident Beat Brechbühl.
Wenn alles bestens läuft: CEO Marc Lüthi (links) und der neue Präsident Beat Brechbühl.
Lukas Lehmann, Keystone

Brechbühl ist in Bern eine bekannte Figur. Im Alter von 19 Jahren wurde der heute 48-Jährige in den Grossen Gemeinderat von Muri gewählt – damals war er der jüngste Parlamentarier der Schweiz. 1992 schaffte er sogar den Sprung in die Muriger Exekutive. Und von 1994 bis 2000 war er Vizepräsident der kantonalen FDP.

Für überregionale Aufmerksamkeit sorgte er 2011. Nach den Nationalratswahlen ging er mit einer scharfen Analyse an die Öffentlichkeit und forderte den damaligen Berner FDP-Präsidenten Peter Flück zum Rücktritt auf. Mit Erfolg. Dem politischen Angriff war eine Schlappe historischen Ausmasses für die FDP des Kantons Bern vorausgegangen. Sie hatte fast die Hälfte der Stimmen eingebüsst und war auf 8,7 Prozent abgestürzt. Die Partei musste sich gar von der BDP und den Grüne überholen lassen.

In den letzten Jahren blieb Brechbühl vor allem als Verwaltungsratspräsident der Berner Flughafenbetreiberin Alpar im Bewusstsein der Öffentlichkeit. Seit Juni 2013 ist er deren Verwaltungsratspräsident. Brechbühl arbeitet als Rechtsanwalt bei der Anwaltskanzlei Kellerhals Carrard. Er ist ausserdem Verwaltungsratspräsident der Avag, der Aktiengesellschaft für Abfallverwertung. Ausserdem ist er Lehrbeauftragter an der Uni Bern.

Mit dem SC Bern ist Brechbühl seit einem Jahr verbunden. Damals wurde er Verwaltungsrat der Holding. Nun übernimmt er also das Präsidium der SCB Eishockey AG, der strategischen Führung des Sportunternehmens. Die Generalversammlung hat ihn am Dienstag in dieses Amt gewählt.

Finanziell kerngesund

Brechbühl bezeichnete sich am Dienstag bei seiner Präsentation als «grosser Fan des Clubs seit der Kindheit». Er werde die bewährte Strategie fortsetzen. Auch in Zukunft soll der Club ohne einen Mäzen auskommen und «jeden Franken selber erwirtschaften».

Mit Ausnahme des Führungswechsels nimmt im SC Bern alles seinen gewohnten Lauf. Die finanziell kerngesunde SCB Eishockey AG schloss das Geschäftsjahr zum siebzehnten Mal in Folge mit schwarzen Zahlen ab. Der Unternehmensgewinn der abgelaufenen Saison, in der die Berner ihren Meistertitel aus dem Vorjahr erfolgreich verteidigt haben, beträgt rund 5000 Franken. Vor dem Abzug von Steuern, Zinsen und Abschreibungen beträgt das Plus trotz hoher ausbezahlter Prämien 800'000 Franken.

Die wirtschaftlichen Aussichten sehen auch für die Zukunft rosig aus. Einmal mehr stoppte der SCB – am 21. August und damit so früh wie noch nie –den Verkauf der Saison-Abonnemente bei 13'000. Nach dem Allzeit-Rekord der letzten Saison von durchschnittlich 16'566 Fans pro Spiel dürfte der Schweizer Meister auch in der Saison 2017/2018 und damit zum 17. Mal in Folge am meisten Zuschauer in Europa begrüssen.

Nachdem man in den letzten Jahren auf eine konkrete sportliche Zielsetzung verzichtet hatte, gibt man sich nun wieder offensiver und spricht vom «Ziel Tripple». Meisterschaft, Schweizer Cup und Champions Hockey League. Allerdings scheint man die Sache nicht verschreien zu wollen. «Tripple, aber . . .» heisst die offizielle Version der Zielsetzung.

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