Zum Hauptinhalt springen

Die Götter milde stimmen

Lars Leuenberger wird Nachfolger seines Bruders Sven, der den SCB verlässt und das Amt des Sportchefs bei den ZSC Lions übernimmt.

Der Job bleibt in der Familie: Lars Leuenberger wird den Posten des Bruders übernehmen, welcher nach Zürich weiter zieht.
Der Job bleibt in der Familie: Lars Leuenberger wird den Posten des Bruders übernehmen, welcher nach Zürich weiter zieht.
Jean-Christophe Bott, Keystone

Es sind nicht nur resultatmässig erfolgreiche Geschichten, die der SC Bern in diesen Tagen und Wochen schreibt. Es menschelt auch richtig schön. Nach der erfolgreichen Titelverteidigung nimmt der Meister nun einen verlorenen Sohn wieder auf. Lars Leuenberger wird neuer Chefscout und Sportstratege und kehrt damit in den Schoss der SC-Bern-Familie zurück. Aber es ist nicht nur eine Geste der Wiedergutmachung, es ist auch eine fachlich nachvollziehbare Entscheidung.

Ein gutes Jahr ist es her, wir erinnern uns: Lars Leuenberger hatte eine zutiefst verunsicherte Mannschaft übernommen, die um ein Haar den Einzug ins Playoff verpasste. Sein Vorgänger Guy Boucher, ein gestrenger Herr mit viel Renommee, aber wenig Gespür für die Befindlichkeiten ausserhalb der NHL, war entlassen worden. Lars Leuenberger schaffte die Wende und führte das Team zum Meistertitel. Als Lohn musste er gehen: Der Mohr hatte seine Schuldigkeit getan.

Es war sportlich ein korrekter Entscheid, wie der neuerliche Titel unter Kari Jalonen beweist. Der frische Wind verhinderte die Genügsamkeit, die einem Team droht, das den süssen Duft des Erfolges in der Nase hat. Aber es blieb ein schaler Nachgeschmack. Lars Leuenberger klebte von jenem Moment an das Pech an den Schuhen. Der Verband, Langnau, Kloten, Biel und Freiburg suchten neue Trainer. Immer war er Kandidat, nie klappte es. Er vertrieb sich die berufliche Zeit mit TV-Kommentaren und Kolumnen, aber glücklich wurde er dabei nicht. Er litt darunter, fern des Eises zu sein.

Nun darf er wieder. Und welche Laune des Schicksals: Wie bei seiner Ernennung zum SCB-Trainer ebnet ihm abermals sein Bruder den Weg. Diesmal, indem Sven als Sportchef zur Konkurrenz nach Zürich wechselt («Bund» von gestern) und Lars seinen Job erben kann. Damit kann der SC Bern abgehendes Wissen ersetzen: Lars Leuenberger ist ein ausgewiesener Kenner der Szene und hat viel Erfahrung im Umgang mit dem Nachwuchs, dem der Club ein einheitliches Spielsystem verpassen will. Vor allem aber: Der SC Bern hat die Gelegenheit genutzt, jene Götter milde zu stimmen, die darüber wachen, dass man auch im grossen Erfolg an die Zurückgelassenen denkt.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch