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Korrekturen sind möglich und nötig

Ein Kommentar zur jäh zu Ende gegangenen SCB-Saison 2010/11 - und ein Ausblick auf die kommende Spielzeit.

Im siebten Spiel der Serie war plötzlich wieder alles beim Alten. Die Klotener prägten das Spiel, die Berner zögerten und zauderten. Die Entschlossenheit, mit der sie die Serie zum 3:3 ausgeglichen hatten, war bei der Reise nach Kloten auf der Strecke geblieben.

So scheiterte der SC Bern an jenem Gegner, den er vor Jahresfrist auf dem Weg zum zwölften Meistertitel noch 4:0 besiegt hatte. So wenig, wie die Flyers 2010 mit dem 0:4 zufrieden waren, können es die Berner mit dem 3:4 sein. Klar, sie zeigten ihr Kämpferherz, wehrten drei Matchpucks ab. Nur brachte sie das nicht in den Final, was für den Meister nötig gewesen wäre, um von einer gelungenen Saison sprechen zu können. So scheiterte der SCB im Jahr der Titelverteidigung an der ersten ernsthaften Hürde, nachdem Langnau im Viertelfinal nicht weit übers Staunen hinausgekommen war.

Klar, Larry Huras’ Team spielte eine solide Qualifikation und schaffte es, nie richtig dem Meisterblues zu verfallen. Die Leistung reichte dennoch nicht, um mit Davos und Kloten, den Spitzenteams der Liga, mitzuhalten. Was sich eben im gestern mitentscheidenden Heimvorteil für Kloten auswirkte.Der Final zwischen den zwei dominantesten Teams der Saison zeigt auch eine Tendenz in der Liga auf. Während die beiden Finalisten diese Saison bezüglich Tempo und Qualität noch einmal zulegen konnten, gelang der Berner Meistermannschaft kein wesentlicher Entwicklungsschritt.

Zwar wurde – wie von den Verantwortlichen angestrebt – die Mannschaft durch die Zuzüge von Ryan Gardner, Justin Krueger und zuletzt Thomas Déruns noch physischer. Die Kreativität blieb dabei aber auf der Strecke, vor allem im Spielaufbau. In der Qualifikation hatte nach Roman Josis Abgang Travis Roche die fehlenden Geniestreiche noch kompensieren können. Nach seiner verletzungsbedingten Formbaisse fand im Playoff aber kaum mehr ein gutes Zuspiel den Weg zu den Stürmern. So war es symptomatisch, dass zuletzt fast ausschliesslich das Duo Plüss/Rüthemann regelmässig offensiv in Erscheinung zu treten vermochte. Eben weil die beiden im Zusammenspiel Chancen kreieren können und nicht zwingend auf Idealzuspiele angewiesen sind.

Die SCB-Verteidiger dürften sich nächste Saison nicht zu Strategen entwickeln. Auch deshalb sind Korrekturen am Kader möglich und nötig – obwohl bereits 9 Verteidiger und 11 Stürmer für kommende Saison unter Vertrag stehen: Mit Roche und Joel Kwiatkowski haben nur zwei Ausländer weiterlaufende Verträge. Falls für Kwiatkowski ein Abnehmer gefunden wird, wäre der Weg frei für einen zweiten Spielmacher an der blauen Linie. Dazu täten dem Team zwei spielstarke Center gut, die die unbändige Energie der Flügelstürmer in die richtigen Bahnen lenken. Das setzte wiederum ein grosses Fragezeichen hinter die Zukunft von Co-Captain Vigier, der bei seinem Comeback gegen Kloten einmal mehr seine Qualitäten als Mr. Playoff bewies.

Das sind die Antworten, die Sportchef Sven Leuenberger während der verfrühten Sommerpause finden muss.

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