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Davos mit Zittersieg gegen Kloten, Fribourg verliert erneut

Die Bündner sind gegen Kloten überlegen, erzwingen die Entscheidung aber erst in der 59. Minute. Lausanne deklassiert Fribourg.

Fünfter Davoser Sieg in Folge: Gegen die Kloten Flyers feiern die Bündner einen 3:1-Heimsieg.
Fünfter Davoser Sieg in Folge: Gegen die Kloten Flyers feiern die Bündner einen 3:1-Heimsieg.
Steffen Schmidt
Die Bündner sind zwar überlegen, doch erst das Tor von Gregory Sciaroni in der 59. Minute sorgt für die Entscheidung.
Die Bündner sind zwar überlegen, doch erst das Tor von Gregory Sciaroni in der 59. Minute sorgt für die Entscheidung.
Jürgen Staiger, Keystone
Lausannes Ossi Louhivaara scheitert an Fribourg-Goalie Benjamin Conz.
Lausannes Ossi Louhivaara scheitert an Fribourg-Goalie Benjamin Conz.
Laurent Gillieron, Keystone
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Drei Tage vor dem Champions-League-Hinspiel gegen die aktuelle tschechische Nummer 1 Liberec bezwang der HCD Davos die zu passiven Kloten Flyers trotz reduziertem Aufwand 3:1.

Der Kurs von Davos stimmt, eine fünf Siege umfassende Periode ist der statistische Beleg der Hausse. Die Bündner liessen der überzeugenden Vorstellung in Bern einen weiteren mehrheitlich stilsicheren Auftritt folgen. Gegen die zwar zähen, offensiv aber zu berechenbaren Flyers genügte ein respektables Startdrittel zur vorzeitigen Zäsur.

Einmal mehr prägte Perttu Lindgren das schnörkellose Spiel des Meisters. Der schon seit Wochen konstant forcierte und mit seinem energischen Stil imponierende Finne führte den HCD zur kursweisenden 2:0-Führung. Mit seiner Übersicht ermöglichte er zunächst Marc Wiesers neunten Saison-Treffer (9.), ehe er 34 Sekunde vor der ersten Pause Axelssons beste Aktion einleitete.

Obschon der Titelhalter nicht zum ersten Mal in diesem Herbst nach einem guten Auftakt den Aufwand spürbar drosselte, kam Kloten kaum je in die Nähe eines ernsthaften Comebacks - auch nach der kuriosen Shorthander-Offerte des HCD nicht, als Beat Forster einen Abpraller von Keeper Leonardo Genoni ohne Grund nicht entschärfte. Zu oft fehlten die Präzision und die restlose Überzeugung, gegen die Auswahl von Arno Del Curto wirklich etwas ausrichten zu können. Und im entscheidenden Moment - wie beispielsweise im Fall von Gregory Sciaroni (59.) - war der HCD ausnahmslos in der Lage, das Tempo zu verschärfen.

Nach einer vorübergehenden Konsolidierung muss sich Kloten in der Tabelle erneut gegen hinten orientieren. Nach zwei Heimniederlagen gegen Lausanne und im Derby gegen den ZSC leisteten sich die Zürcher den Fehltritt in Folge.

Ambri-Piotta - Biel: Biels Wende in der Overtime

In der 64. Minute hat Tim Stapleton nach einem Fehlpass von Ambri-Verteidiger Mikko Mäenpää den Schlusspunkt zu Gunsten des EHC Biel gesetzt, der nach einem frühen 0:2 den Umschwung zum 3:2 erzwang.

Während 39 Minuten bahnte sich 24 Stunden nach dem Triumph in Freiburg aus der Optik Ambris ein nächstes positives Ergebnis ab. Die seit Mitte Woche von Hans Kossmann gecoachten Tessiner starteten brillant und überrollten die zunächst irritierten Gäste regelrecht. Nach dem 2:0 von Inti Pestoni (12.) stand der Vorletzte mehrfach dicht vor dem 3:0 - primär Alexandre Giroux hatte mehrere erstklassige Chancen vergeben.

Unmittelbar vor und nach der zweiten Pause reagierte Biel vehement. Im Sog des langjährigen NHL- und KHL-Professionals Stapleton raffte sich der EHCB auf. Der kampfstarke Amerikaner leistete auf allen Schauplätzen jene Efforts, die nur schon der langen und prominenten Absenzenliste wegen nötig waren. Und im Tor reihte Simon Rytz einen Big Save an den nächsten.

Ihren auffälligsten Protagonisten hatten die Bieler die Aufwertung ihrer bis anhin enttäuschenden Auswärts-Bilanz zu verdanken. Vor dem Trip in die Valascia hatte sich der Playoff-Teilnehmer der letzten Saison vor allem ausserhalb der eigenen Halle in eine prekäre Tabellenlage manövriert und fünf von sechs Partien verloren.

Genève-Servette - Lugano: Kein Traumstart für Doug Shedden

Genève-Servette vermieste Lugano-Coach Doug Shedden den perfekten Einstand. Nach dem 4:2-Heimerfolg am Freitag gegen die SCL Tigers setzte es für die Tessiner in Genf eine 2:4-Niederlage ab.

Die Genfer verdienten sich den dritten Sieg de Suite mit einer kämpferischen Leistung und einem hervorragenden Powerplay. Drei der vier Treffer erzielte das Team von Chris McSorley in Überzahl. Der Servette-Coach konnte nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Matt D'Agostini und Tom Pyatt ausserdem nur auf zwei ausländische Spieler zählen. Von diesen wusste Jim Slater mit zwei Toren zu überzeugen. Der Amerikaner brachte das Heimteam nach zehn Minuten auf Zuspiel des Schweden Johan Fransson 1:0 in Führung, im zweiten Abschnitt erzielte er das wegweisende 3:2.

Beim zweiten Auftritt unter Doug Shedden zeigte Lugano erneut, dass auf den kanadischen Trainer in den kommenden Wochen noch viel Arbeit zukommt. Die Tessiner spielten lange Zeit mit angezogener Handbremse und schafften es erst im letzten Drittel, den nötigen Druck aufzubauen. Doch Genf hielt diesem Stand und fügte Lugano bereits die siebte Auswärtsniederlage in Folge zu. Luganos Raffael Sannitz gelang nach seinen zwei Treffern am Freitag gegen die SCL Tigers auch in Genf ein Tor.

Lausanne - Fribourg: Gottérons Höhenflug ist definitiv zu Ende

Ein stark ersatzgeschwächtes Fribourg-Gottéron konnte in Lausanne nur begrenzte Gegenwehr leisten. Die Lausanner kamen beim 4:1-Heimerfolg bereits zum dritten Meisterschafts-Sieg in Folge.

Mit einer 2:5-Heimniederlage vom Freitag in den Knochen verpasste es Fribourg 24 Stunden später die Tabellenführung erneut zu übernehmen. Die Waadtländer zwangen den Gästen von Beginn weg ihr Spiel auf und überzeugten mit temporeichen Vorstössen. Einen solchen konnte Etienne Froidevaux auf Zuspiel von Topskorer Nicklas Danielsson nach 16 Minuten zur 1:0-Führung verwerten.

Im zweiten Drittel drückte das Heimteam weiter aufs Tempo und konnte durch den Treffer von Thomas Déruns 46 Sekunden nach Wiederbeginn auf 2:0 erhöhen. Knapp zwei Minuten vor Ende des zweiten Mittelabschnitts brachten die Lausanner durch Danielsson gar wieder einmal ein Powerplay-Tor zustande. Für die statistisch schlechteste Powerplay-Mannschaft der Liga war es erst der fünfte Torerfolg in Überzahl in dieser Saison.

Danach vermochte Fribourg nicht mehr zu reagieren. Einen entscheidenden Einfluss aufs Spiel von Gottéron hatte augenscheinlich auch die vielen verletzten Spieler, zu denen sich neu auch der Amerikaner Greg Mauldin gesellte. Deshalb konnte Fribourg-Trainer Gerd Zenhäusern in Lausanne mit Marc-Antoine Pouliot und Alexandre Picard nur auf zwei ausländische Spieler zählen. Immerhin gelang Yannick Rathgeb noch der 1:3-Ehrentreffer, was Lausanne-Goalie Cristobal Huet den zweiten Saison-Shutout vermieste. Das 4:1 durch Ossi Louhivaara fiel ins leere Tor.

Gottéron kommt die fast zweiwöchige Nationalmannschafts-Pause gelegen. Konnten die Freiburger die ersten acht Saisonspiele allesamt erfolgreich gestalten, bauten sie in den letzten Wochen stark ab und kassierten am Samstag im Waadtland - die 1:2-Cup-Niederlage gegen Lausanne inklusive - bereits die vierte Niederlage in Folge.

Davos - Kloten Flyers 3:1 (2:0, 0:0, 1:1) 4725 Zuschauer. - SR DiPietro/Wiegand, Espinoza/Kohler. Tore: 9. Marc Wieser (Lindgren, Forster) 1:0. 20. (19:26) Axelsson (Lindgren) 2:0. 54. Kellenberger (Casutt/Ausschluss Hollenstein!) 2:1. 59. Sciaroni (Ambühl, Walser) 3:1. Strafen: 4mal 2 plus 10 Minuten (Sciaroni) gegen Davos, 4mal 2 Minuten gegen Kloten. PostFinance-Topskorer: Lindgren; Bieber. Davos:Genoni; Brejcak, Jung; Heldner, Forster; Schneeberger, Schmutz; Forrer, Paschoud; Sciaroni, Walser, Ambühl; Marc Wieser, Lindgren, Axelsson; Setoguchi, Egli, Dino Wieser; Ryser, Aeschlimann, Jörg. Kloten Flyers: Gerber; Schelling, Frick; Gustafsson, Harlacher; Collenberg, Stoop; Kellenberger, Santala, Hollenstein; Casutt, Sheppard, Bieber; Praplan, Obrist, Leone; Hartmann, Liniger, Lemm; Studer. Bemerkungen: HCD ohne Guerra, Kindschi, Du Bois, Corvi (alle verletzt), Paulsson, Simion (beide überzählig), Kloten ohne Back, Kolarik, Boltshauser, Guggisberg, Hasani, Von Gunten (alle verletzt). 7. Pfostenschuss von Sciaroni. Ab 21. Kloten ohne Lemm. 34. Tor von Sciaroni annulliert (hoher Stock). 54. Timeout HCD.

Ambri-Piotta - Biel 2:3 (2:0, 0:1, 0:1, 0:1) n.V. 5207 Zuschauer. - SR Mollard/Vinnerborg, Dumoulin/Wüst. Tore: 5. Mäenpää (Ausschluss Ehrensperger) 1:0. 12. Pestoni 2:0. 40. (39:22) Joggi (Maurer) 2:1. 42. Rossi (Stapleton) 2:2. 64. Stapleton 2:3. Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Ambri, 7mal 2 Minuten gegen Biel. PostFinance-Topskorer: Emmerton; Stapleton. Ambri-Piotta: Zurkirchen; Gautschi, Berger; Birbaum, Mäenpää; Trunz, Sidler; Fora, Chavaillaz; Duca, Kamber, Fuchs; Pestoni, Hall, Giroux; Lhotak, Emmerton, Monnet; Grassi, Bastl, Lauper. Biel: Rytz; Dave Sutter, Fey; Dufner, Nicholas Steiner; Joggi, Maurer; Jelovac; Daniel Steiner, Fabian Sutter, Lüthi; Spylo, Tschantré, Horansky; Stapleton, Macenauer, Rossi; Wetzel, Ehrensperger, Herburger; Holdener. Bemerkungen: Ambri ohne Stucki, Bianchi, Flückiger (alle verletzt), Zgraggen (krank), Hamill (überzählig), Biel ohne Olausson, Arlbrandt, Huguenin, Jecker, Berthon, Rouiller, Wellinger, Haas (alle verletzt). 13. Timeout Ambri. 60. (59:50) Timeout Biel. 63. Pfostenschuss von Rossi.

Genève-Servette - Lugano 4:2 (2:1, 1:1, 1:0) 6513 Zuschauer. - SR Fischer/Kurmann, Gnemmi/Küng. Tore: 11. Slater (Fransson) 1:0. 14. Sannitz (Vauclair/Ausschluss Kast) 1:1. 16. Wick (Rubin/Ausschluss Hirschi) 2:1. 31. Kienzle (Morini) 2:2. 35. Slater (Loeffel, Romy/Ausschluss Ulmer) 3:2. 60. (59:57) Romy (Wick, Bezina) 4:2. Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Genève-Servette, 6mal 2 Minuten gegen Lugano. PostFinance-Topskorer: Loeffel; Klasen. Genève-Servette: Mayer; Antonietti, Fransson; Loeffel, Mercier; Iglesias, Bezina; Chuard; Simek, Romy, Rubin; Riat, Kast, Rod; Wick, Slater, Jacquemet; Douay, Heinimann, Gerber. Lugano: Merzlikins; Ulmer, Vauclair, Hirschi, Kparghai; Chiesa, Furrer, Kienzle, Sartori; Brunner, Martensson, Hofmann; Walker, Sannitz, Reuille; Pettersson, Filppula, Klasen; Kostner, Romanenghi, Morini. Bemerkungen:Servette ohne Pyatt, D'Agostini, Lombardi, Picard, Almond, Pedretti, Bays, Traber und Vukovic, Lugano ohne Manzato, Bertaggia und Steinmann (alle verletzt). Genf im Powerplay von 2:40 bis 2:45 ohne Torhüter. 58:04 Timeout Lugano, danach bis 59:16 ohne Torhüter. 58:55 Timeout Genf.

Lausanne - Fribourg-Gottéron 4:1 (1:0, 2:0, 1:1) 7140 Zuschauer. - SR Massy/Stricker, Kaderli/Kovacs. Tore: 16. Froidevaux (Danielsson, Gobbi) 1:0. 21. Déruns (Walsky, Hytönen) 2:0. 39. Danielsson (Genazzi, Pesonen/Ausschluss Plüss) 3:0. 46. Rathgeb (Plüss) 3:1. 60. (59:55) Louhivaara (Hytönen, Danielsson) 4:1 (ins leere Tor). Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Lausanne, 5mal 2 Minuten gegen Fribourg-Gottéron. PostFinance-Topskorer: Danielsson; Pouliot. Lausanne: Huet; Gobbi, Leeger; Genazzi, Lardi; Trutmann, Stalder; Nodari; Walsky, Hytönen, Florian Conz; Louhivaara, Miéville, Pesonen; Danielsson, Froidevaux, Déruns; Kneubühler, Savary, Augsburger; Roberts. Fribourg-Gottéron: Benjamin Conz; Camperchioli, Ngoy; Rathgeb, Picard; Maret, Schilt; Neukom, Gardner, Plüss; Sprunger, Pouliot, Mottet; Fritsche, Rivera, Vauclair; Glauser, Schmutz, Pivron. Bemerkungen: Lausanne ohne Bang, Herren, Simon Fischer, Antonietti, Augsburger, Rytz und Jannik Fischer, Fribourg ohne Mauldin, Bykow, Abplanalp, Loichat, Kamerzin (alle verletzt) und Salminen (krank). Fribourg-Gottéron von 58:10 bis 58:35 und von 58:55 bis 59:56 ohne Torhüter.

(SI)

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