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Der Geduldsfaden reisst, der Trainer muss gehen

Der EHC Kloten entlässt neben Tirkkonen auch Sportchef Müller.

Er ist weg: Kloten entlässt seinen Trainer Pekka Tirkkonen nach 17 Monaten. Trotz Sparkurs ist die sportliche Krise zu heftig, um keine Konsequenzen zu ziehen: Aus 13 Spielen gab es 11 Niederlagen, der Rückstand auf die Playoffplätze beträgt bereits 10 und mehr Punkte. Tirkkonen war der fünfte Trainer seit dem nur knapp abgewendeten Konkurs 2012. Ein Rückblick:
Er ist weg: Kloten entlässt seinen Trainer Pekka Tirkkonen nach 17 Monaten. Trotz Sparkurs ist die sportliche Krise zu heftig, um keine Konsequenzen zu ziehen: Aus 13 Spielen gab es 11 Niederlagen, der Rückstand auf die Playoffplätze beträgt bereits 10 und mehr Punkte. Tirkkonen war der fünfte Trainer seit dem nur knapp abgewendeten Konkurs 2012. Ein Rückblick:
Keystone
Am 30.6.2012 kann der neue Besitzer Philippe Gaydoul die Rettung der Kloten Flyers vor dem drohenden Konkurs verkünden. Als Belohnung dafür, dass die Mannschaft monatelang ohne Lohn das Sommertraining aufrechterhalten hatte, wird neben Chefcoach Anders Eldebrink (Bild) auch dessen Assistent und vermeintlicher Nachfolger Felix Hollenstein nicht weiterbeschäftigt – nach 27 Jahren im Club. Nachfolger wird der bisherige Juniorentrainer Tomas Tamfal.
Am 30.6.2012 kann der neue Besitzer Philippe Gaydoul die Rettung der Kloten Flyers vor dem drohenden Konkurs verkünden. Als Belohnung dafür, dass die Mannschaft monatelang ohne Lohn das Sommertraining aufrechterhalten hatte, wird neben Chefcoach Anders Eldebrink (Bild) auch dessen Assistent und vermeintlicher Nachfolger Felix Hollenstein nicht weiterbeschäftigt – nach 27 Jahren im Club. Nachfolger wird der bisherige Juniorentrainer Tomas Tamfal.
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Jetzt ist also auch die Zeit von Pekka Tirkkonen (Bild) abgelaufen. Seine Bilanz nach 69 Meisterschaftsspielen liest sich miserabel: nur 1,06 Punkte pro Spiel, 2,49 Tore, 3,22 Gegentore, in der aktuellen Tabelle abgeschlagen Letzter. Zu viel der Bescheidenheit, da rettete den Finnen auch der Cupsieg vom Februar nicht mehr. Ein Nachfolger steht noch nicht fest.
Jetzt ist also auch die Zeit von Pekka Tirkkonen (Bild) abgelaufen. Seine Bilanz nach 69 Meisterschaftsspielen liest sich miserabel: nur 1,06 Punkte pro Spiel, 2,49 Tore, 3,22 Gegentore, in der aktuellen Tabelle abgeschlagen Letzter. Zu viel der Bescheidenheit, da rettete den Finnen auch der Cupsieg vom Februar nicht mehr. Ein Nachfolger steht noch nicht fest.
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Nach elf Niederlagen aus 13 Spielen erlebt Pekka Tirkkonen am Montag in Kloten seine erste Entlassung als Trainer. Weit überraschender war die gleichzeitige Freistellung von Pascal Müller, seit dem Neustart 2016 Sportchef beim Tabellenletzten. «Mannschaft, Trainer und Sportchef sind alle verantwortlich für die enttäuschenden Resultate», erklärt Präsident Hans-Ulrich Lehmann den dramatischen Schritt, «doch man kann nicht die ganze Mannschaft entlassen – und ich wollte nicht einfach nur das schwächste Glied auswechseln.» Er habe «sehr, sehr lange Geduld gehabt», findet der Unternehmer.

Mit Müller verliert der Tabellenletzte der National League zugleich das Know-how eines erfahrenen Sportchefs, welcher bei der nun nötigen Trainersuche eine Schlüsselrolle hätte spielen können. Interimistisch wird Tirkkonens Nachfolge vom bisherigen Assistenzcoach Nick Gällstedt (50) übernommen, assistiert wird der Schwede von Elite-Junioren-Trainer André Rötheli. Morgen gegen Lugano stehen die beiden erstmals zusammen an der Bande. Eine langfristige Lösung könnte Gällstedt aber höchstens werden, falls sich das offensiv schwächste Team der Liga nun markant steigert.

Posten bis in drei Wochen neu besetzen

Dass der ehemalige Sportchef Rötheli den Chefposten übernimmt, schliesst Lehmann ebenso aus wie eine Rückkehr von Felix Hollenstein. Clublegende Hollenstein gehört stattdessen wie Peter Lüthi, dem Leiter strategische Entwicklung, zum Kreis jener, welche die Nachfolger von Tirkkonen und Müller suchen. «Die beiden Aufgaben bleiben getrennt», verspricht Lehmann. Bis in drei Wochen sollen die Posten neu besetzt sein.

Kandidaten gibt es durchaus. Den leutseligen Kevin Schläpfer etwa, der noch immer auf der Lohnliste des EHC Biel steht, für Kloten aber zu teuer sein dürfte. Oder als spektakuläre Variante Reto von Arx, derzeit U-18-Assistenztrainer beim Verband. Der sechsfache Meisterstürmer ist mit Hollenstein eng verbunden: Er trat im Sommer 2016 von seinem Posten als Assistenztrainer des A-Nationalteams zurück, weil der andere Assistent Hollenstein vom Verband keinen Vertrag mehr erhielt. Aus Solidarität: Wenige Monate zuvor hatte Hollenstein den früheren Leitwolf des HC Davos in den Trainerstab der Nationalmannschaft geholt.

Die Kosten werden vom Umfeld gedeckt

Kloten-Präsident Lehmann will Kontakte zu Von Arx weder bestätigen dementieren. «Ich schliesse weder einen erfahrenen noch einen unerfahrenen Trainer aus», sagt er zum Anforderungsprofil einzig, «wichtig ist vor allem, dass er aus unseren bescheidenen Mitteln das Maximum herausholt.»

Gemäss Lehmann habe die Freistellung der zwei sportlich Verantwortlichen, die noch bis Ende April unter Vertrag sind, keine Kostenfolge für den EHC. «Das wird aus dem Umfeld gedeckt», so Lehmann, «aber nicht von mir.»

Tirkkonen wollte die erste Entlassung seiner Trainerkarriere nicht gross kommentieren, das Ganze soll sich erst einmal setzen. «Einigermassen okay» fühle er sich, so der Finne, dessen komplette Familie derzeit die Herbstferien zum Besuch im Zürcher Unterland nutzt. Müller wollte sich am Montag nicht äussern. Beide hätten ihre Freistellung «sehr gefasst» aufgenommen, findet Lehmann.

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