Kampf den Simulanten

Die Deutsche Eishockey-Liga lanciert ein Register, in dem Spieler aufgeführt werden, die eine Schwalbe begehen. Im Wiederholungsfall kann das teuer werden.

Schwalbe oder nicht? Bejahen die Schiedsrichter in der Deutschen Eishockey-Liga künftig diese Frage, werden die Spieler in einem «Schwalbenregister» aufgeführt.

Schwalbe oder nicht? Bejahen die Schiedsrichter in der Deutschen Eishockey-Liga künftig diese Frage, werden die Spieler in einem «Schwalbenregister» aufgeführt.

(Bild: Keystone)

Sakrosankt ist das Regelwerk in vielen Sportarten schon lange nicht mehr. Immer dann, wenn der Betrieb ruht, überlegen sich die Entscheidungsträger, wie sie ihr Produkt noch attraktiver machen und die Begehren der Spieler, Fans und Medien noch besser in Einklang bringen können. Dafür wird das Regelwerk gerne auch mal neu ausgelegt. Genauso im Eishockey.

In diesem Sommer tagten die Ranghöchsten der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Sie beschlossen, dass Schlittschuhtore wieder erlaubt sind, wenn keine aktive Kickbewegung erfolgt. Und dass Spieler, die eine Strafe wegen hohen Stocks erhalten, nun anders sanktioniert werden. Kurzum: Regelwerkänderungen, von denen der geläufige Fan vielleicht irgendwann im Stadion mal Notiz nehmen wird.

Da wäre aber auch noch eine Anpassung, die schon jetzt reichlich Resonanz findet: die Einführung der «Diving list». Begeht ein Spieler in der DEL künftig eine Schwalbe, wird er verwarnt. Ist er ein Wiederholungstäter, wird er in einem «Schwalbenregister» aufgeführt. Die Liste wird quasi zum Pranger. Sie ist für die sportlichen Leiter und Trainer aller DEL-Clubs sowie für die Schiedsrichter frei zugänglich.

Auch der Trainer wird zur Kasse gebeten

Macht ein Spieler dann gar zum dritten Mal eine Schwalbe, wird er zusätzlich gebüsst. Die Höhe der Busse steigt mit jedem weiteren Vergehen. Ab dem fünften Regelverstoss zahlt auch der Trainer für den Fehltritt seines Schützlings.

«Unser Fokus liegt darauf, dass die Spiele für die Spieler selbst und die Teams sicher und fair verlaufen. Ein System, das unsportliches Verhalten in Form von Schwalben oder vorgetäuschten Verletzungen erkennt und sanktioniert, ist da ein weiterer und wichtiger Schritt», sagt Jörg von Ameln, Leiter Spielbetrieb der DEL. Deutschlands Kampf gegen Eishockey-Simulanten hat begonnen.

cst

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