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Der NHL-Star brilliert beim Debüt

Jussi Jokinen, der Stürmer mit 1005 NHL-Spielen in den Knochen, holt im ersten Match mit Kloten sechs Skorerpunkte.

Erfolgreicher Einstand: Jussi Jokinen.
Erfolgreicher Einstand: Jussi Jokinen.
Urs Brunner

Am 20. September erzielte Jussi Jokinen sein bisher letztes Goal auf NHL-Niveau, in einem Vorbereitungsspiel der Detroit Red Wings. Gestern, gut sieben ­Wochen später, ist der Finne in der zweithöchsten Liga der Schweiz angekommen. Und wie. Der DJ forderte nach dem 8:0 (4:0,1:0, 3:0) Klotens gegen das Tessiner Farmteam auf: «Wir feiern die ganze Nacht.»

Wegen «Jusa», wie sein Spitzname lautet. Kurz vorher war der 35-jährige Stürmer unter tosendem Applaus als bester Spieler des Abends ausgezeichnet worden, die Begeisterung erfuhr eine Steigerung, als er eine Ehren­runde drehte. Über 5000 (exakt 5036) Zuschauer wurden in der Swiss-Arena gemeldet, und keiner unter ihnen, der nicht von Jussi Petteri Jokinen, wie er mit vollem Namen heisst, angetan war. Oder schwärmte.

Reto Pavoni, Klotens Meistergoalie bei den vier Titeln in Folge, analysierte: «Er sieht das Spiel ausgezeichnet, er weiss, wohin er stehen muss.» Klotens Coach André Rötheli hatte schon in den nur zweieinhalb Trainings gesehen, was der Finne alles beherrscht, was seine Spieler von ihm lernen können. «Wie er die Scheibe an der Bande holt, das kann kaum einer von uns.»

Im 3. Einsatz das 1. Tor

Jokinen brauchte keine lange Anlaufzeit im Spiel. Im zweiten Einsatz leistete er die Vorarbeit zu Patrick Obrists 2:0. Als er zum dritten Mal aufs Eis kam, schoss er bereits sein erstes Tor – er ­zirkelte den Puck unters Netzdach. Zum 4:0 Füglisters im Powerplay spielte er den letzten Pass. Beim 6:0 verwertete Nicholas Steiner einen präzisen Querpass des Flügels. Beim 7:0 MacMurchys in doppelter Überzahl war Jokinens Stock im Spiel, beim 8:0 Knellwolfs ebenfalls.

Ein Tor und fünf Assists. Das ist keine schlechte Ausbeute für einen Mann, der sein letztes Spiel um Punkte am 7. April mit Vancouver absolviert hat. Er brillierte mit seiner abgeklärten Spielweise. Erst, als die Partie entschieden war, leistete er sich die eine oder andere Nachlässigkeit. Vorher war klar ersichtlich: Situationen, in denen andere in Stress geraten, meisterte er mit grosser Ruhe und ohne Fehler.

In Pittsburgh spielte er noch vor fünf Jahren neben einem der NHL-Superstars, neben dem Russen Jewgeni Malkin. Gestern war sein Center Patrick Obrist aus Österreich, der Flügel auf der andern Seite Adrian Wetli, erst 20-jährig. Und sie profitierten sofort. Wetli kam zu Skorerpunkten, Obrist zu seinem Tor.

Den Puck eingesackt

Der Österreicher hat in der Garderobe seinen Platz neben Jokinen, «er hat vom ersten Tag an gesagt, dass wir viel sprechen müssen. Er macht es seinen Mitspielern einfach.» Jokinen selber war überrascht, wie gut er läuferisch mithalten konnte. «Ich hatte gedacht, dass das ein Problem sein würde. Aber es hat sich ausbezahlt, dass ich in Florida in den letzten Wochen so oft auf dem Eis war. Und die Skorerpunkte haben natürlich geholfen, die Beine werden in einem solchen Spiel nicht so schwer.»

In seiner kurzen Zeit in Kloten hat er dem Team schon eine neue Powerplay-Variante beigebracht. So, wie er Füglister beim 4:0 anspielte, hatten sie das schon am Tag vorher besprochen. Dem Finnen, der bis gestern nur in Finnlands höchster Liga und der NHL gespielt hatte, war das Debüt wichtig genug, dass er nach der Schlusssirene den Puck einsackte: «Irgendwo wird er seinen Platz finden.»

Auch im nächsten Match Klotens steht wieder einer mit etwas über 1000 Partien im Mittelpunkt. Keine in Nordamerika, sondern in der Schweiz. Vor der Partie morgen in Küsnacht gegen die GCK Lions wird Michael Liniger, jetzt Assistenztrainer dort, für 1000 Spiele in der Nationalliga A und B geehrt.

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Kloten - Ticino Rockets 8:0 (4:0, 1:0, 3:0)

Swiss-Arena. 5036 Zuschauer. SR Ströbel, Grossen; Burgy/Gurtner.Tore: 4. Füglister 1:0. 5. Obrist (Jokinen, Wetli) 2:0. 8. Jokinen (Obrist, Wetli) 3:0. 16. Füglister (Jokinen, MacMurchy/Ausschluss Smith) 4:0. 21. (20:08) Sutter (Füglister) 5:0. 42. Steiner (Jokinen) 6:0. 46. MacMurchy (Kellenberger, Jokinen/Ausschlüsse Matewa, Bionda) 7:0. 47. Knellwolf (Füglister, Jokinen/Ausschlüsse Kparghai, Matewa) 8:0.Strafen: Kloten 1×2, Ticino Rockets 6×2.Kloten: Seifert; Kellenberger, Back; Ganz, Bircher; Harlacher, Steiner; Weber; MacMurchy, Sutter, Füglister; Knellwolf, Lemm, Marchon; Wetli, Obrist, Jokinen; Lehmann, Monnet, Krakauskas.Ticino Rockets: Matthys; Moor, Fontana, Matewa, Pagnamenta; Wieszinski, Kparghai, Sartori, Buchli; Neuenschwander, Vedova, Haussener; Rohrbach, Smith, Bionda; Fritsche, Baumgartner, Portmann; Wetter, Demuth, Spinedi.Bemerkungen: Kloten ohne Adrian und Yannick Brunner, Seydoux (verletzt), Starkbaum, Combs (überzählig), Kindschi (gesperrt); Lemm im letzten Drittel verletzt ausgeschieden. Rockets ohne Hughes, Stucki, Tosques, Taiana. 8. Time-out Ticino Rockets.

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