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Im Klotener Dschungel

Schubiger ist überzeugt: Obwohl total niveaulos könne man von der Sendung Dschungelcampf gerade über Sport viel lernen.

Das Spektakel ist wichtig: Melanie Müller freut sich im Februar 2014 im australischen Dschungel über die Wahl zur «Dschungelkönigin». Foto: Stefan Menne / Keystone
Das Spektakel ist wichtig: Melanie Müller freut sich im Februar 2014 im australischen Dschungel über die Wahl zur «Dschungelkönigin». Foto: Stefan Menne / Keystone

Nein, nein, versicherte Schubiger seinem Freund Ginser, er schaue sich das Fernseh-Dschungelcamp bestimmt nicht an. Niemals. Und wenn doch, dann nur aus Zufall und zu Forschungszwecken. Die Sendung sei ja total niveaulos, unappetitlich und dazu langweilig wie nie zuvor. Aber genau darum, erklärte Schubiger dem kopfschüttelnden Ginser, könne man einiges lernen von dem Format, wenn man dort versehentlich mal hineinzappe. «Gerade über Sport», sagte Schubiger.

Dann verlor er sich in einer Lobrede auf die Sendung, die er IBESHMHR nannte, weil man seiner Behauptung nach über solche Dinge heutzutage in Akronymen redete. «Wie GZSZ, DSDS, PEGIDA, verstehst du?», sagte Schubiger. Ginser hatte keine Ahnung, wovon er sprach. «Oder EHC», fuhr Schubiger aufmunternd nickend fort. «Du meinst die Flyers?», fragte Ginser. Wenn er so wolle, ja, sagte Schubiger, obwohl das sehr uncool klinge. Bei seinem EHC habe es ja auch einen Hunde züchtenden Leitwolf gegeben, genau wie bei IBESHMHR. Und dann habe man ja gesehen, was passiere, wenn der Leitwolf weg sei: «Alles wird noch viel schlimmer, als es vorher schon war. Und das ist auch gut so.»

Das Spektakel zählt

Denn es sei ja dort im Dschungel wie im Sport: Oberflächlich betrachtet gehe es darum, einen Wettkampf zu gewinnen – aber in Wirklichkeit sei das total egal. «Es zählt allein das Spektakel!», rief Schubiger aus. Der ZSC etwa zelebriere derzeit die Kunst, möglichst weit in Rückstand zu geraten und dann doch zu siegen. «Das ist nicht schlecht», sagte Schubiger. Aber der EHC mache es viel besser: «Da wird der Trainer entlassen, wenn man am wenigsten damit rechnet. Da werden Stars mit Disziplinierungsmassnahmen lächerlich gemacht. Da wird viel Geld investiert, um immer tiefer zu fallen. Grossartig.» Schubiger klopfte Ginser auf die Schulter. «Manchmal bin ich fast ein wenig neidisch auf dich als Kloten-Fan.»

Ginser begann, sich Sorgen zu machen um Schubiger, dessen Worte in seinen Ohren keinerlei Sinn ergaben. «Klar freust du dich, wenn Kloten verliert», sagte er. «Aber ich verstehe erstens nicht, was das mit dem ­Dschungelcamp zu tun haben soll. Und ich finde, du solltest das in deinem eigenen Interesse nicht mehr schauen.» Schubiger sah ihn empört an: «Du meinst IBESHMHR? Das schaue ich doch nicht!»

schubiger@tages-anzeiger.ch

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