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Im harten Kern erschüttert

Im besten Fall setzen die Turbulenzen bei den Kloten Flyers weiter Energie frei.

Die gute Nachricht für die Spieler der Flyers: Micki DuPont trainiert wieder mit. Die schlechte: Mit der entspannten Kollegialität im Team ist es vorbei. Die Verbannung des Kanadiers, der seit fünf Jahren in Kloten ist, dessen Kinder hier bei den Bambini spielen, traf das Team in seinem harten Kern. Die Botschaft war klar: Wer keine Leistung bringt, fliegt. Egal, wie beliebt er ist, wie viele Verdienste er hat, wie viel Geld das kostet.

Das Risiko, dass diese Massnahme das Team nicht motivierte, sondern lähmte, nahm die Clubführung in Kauf. Und so gross war es ja auch nicht: Wie gelähmt traten die Flyers diese Saison sowieso oft auf. Andere Ansätze wie monatelange Geduld oder die Verpflichtung eines vierten Ausländers hatten ausser tieferen Zuschauereinnahmen und höheren Lohnkosten wenig gebracht. Das Debakel gegen Ambri bot der Führung einfach perfekten Anlass zum Handeln: Die Zeit der Schockstarre war vorbei, jetzt musste ein echter Schock her.

Der ist mit der dreitägigen Suspendierung DuPonts gelungen. Langfristig könnte sie dem Club durchaus schaden, weil sein Ruf als verlässlicher Arbeitgeber mit gutem Klima leidet. Doch solche Überlegungen haben im Tagesgeschäft selten Platz. Der Verwaltungsrat – um es klar zu sagen: Präsident und Clubbesitzer Philippe Gaydoul – forderte ein starkes Zeichen, die sportliche Führung musste es setzen. Ob sie wollte oder nicht. Und vielleicht war sie sogar erleichtert darüber, dass der Bannstrahl nicht sie selber traf.

Sportchef André Rötheli fiel die Aufgabe zu, das zu kommunizieren. Sie war undankbar, denn sagen, dass er für den Entscheid nicht verantwortlich sei, konnte er nicht. Aber überzeugend begründen konnte er ihn eben auch nicht. Gegenüber der Öffentlichkeit erklärte er: «Micki ist ein Musterprofi.» Gegenüber dem Spieler war er auch unklar. «Ich bin wohl der schwarze Peter», vermutete DuPont am Samstag. Schon heute ist er es nicht mehr.

Was bleibt, ist eine Erschütterung im Team. Im besten Fall setzt sie weiter Energie frei wie beim Sieg im Genf oder der guten Leistung gegen Lugano. Im schlechteren schafft sie ein leistungshemmendes Klima der Angst, in dem jeder fürchtet, er könnte der Nächste sein. Mit der Ruhe ist es bei den Flyers so oder so vorbei.

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