«Ich wollte eine grössere Rolle»

Sven Andrighetto hat der NHL den Rücken gekehrt. Sein neuer Verein heisst Awangard Omsk, die neue Liga KHL. Der Zürcher spricht über die ersten Eindrücke und die Ziele.

Von Nordamerika nach Russland: Sven Andrighetto.

Von Nordamerika nach Russland: Sven Andrighetto.

(Bild: Keystone Melanie Duchene)

Sven Andrighetto, wie steht es um Ihr Russisch?
Noch nicht so gut. Immerhin ein paar Wörter kann ich schon und lerne nun ständig dazu.

Wie hat sich das Abenteuer Russland für Sie angelassen?
Ich bin nun schon seit zwei Wochen hier. Ende letzte Woche war ich zwar in der Schweiz, damit ich am Kick-off-Tag der Nationalmannschaft und den Swiss Ice Hockey Awards in Bern teilnehmen konnte. Am Sonntag bin ich dann wieder nach Russland zurückgereist.

Welches sind Ihre ersten Eindrücke?
Es sind enorm viele Eindrücke, die da auf mich eingeprasselt sind. Es ist alles neu für mich, eine andere Kultur, andere Menschen und eine andere Sprache. Daher waren die ersten zwei, drei Tage nicht ganz einfach. Aber es hat sehr gute Leute in der Organisation von Awangard Omsk, die mir sogleich geholfen haben. Und deshalb kann ich inzwischen sagen, dass ich mich sehr wohl fühle, auch wenn ich erst seit kurzem hier bin.

«Weil er mich für einen guten Spieler hält.»

Man hört oft Geschichten, wonach es für ausländische Spieler in Russland sehr schwierig sei. Wie gehen Sie mit diesen Gerüchten um?
Gerüchte gibt es immer und überall. Bei mir war es bislang überhaupt nicht so. Vielleicht hängt dies auch damit zusammen, dass ich mit Bob Hartley einen kanadischen Trainer habe, der selbst ebenfalls kein Russisch kann und mit uns Englisch spricht. Das hilft mir und den anderen Ausländern im Team natürlich.

Wir kennen Hartley in der Schweiz als Meistertrainer der ZSC Lions 2012. Und als sehr fordernden Coach. Weshalb wollte er Sie unbedingt in seinem Team?
Weil er mich für einen guten Spieler hält (lacht). Das nehme ich zumindest an. Ich habe vor meiner Vertragsunterschrift einige Male mit ihm gesprochen, telefonisch und auch persönlich. Er hat mir dabei seine Philosophie und jene der Mannschaft vorgestellt und beides hat mir sehr zugesagt. Ich denke, zu diesem Zeitpunkt in meiner Karriere ist dieser Wechsel der richtige Schritt.

«Ich wollte eine grössere Rolle, als ich sie zuletzt in der NHL bekommen habe.»

Drehen Sie mit Ihrem Wechsel in die KHL der NHL den Rücken? Oder soll die KHL ein Sprungbrett sein, um wieder in die NHL zurückkehren zu können?
So weit möchte ich derzeit eigentlich noch gar nicht denken. Ich sehe das Ganze vielmehr als einen nächsten Schritt in meiner Karriere, zu dem ich mich bereit fühlte. Ich wollte eine grössere Rolle, als ich sie zuletzt in der NHL bekommen habe. Ich möchte Verantwortung übernehmen, ein Leader sein, auch in Überzahl und Unterzahl, mehr Eiszeit erhalten. Und die Chancen dazu schätze ich in der KHL besser ein. Ich hatte zwar einige Angebote aus der NHL, aber sah meine Rolle dort nicht ganz dort, wo ich sie mir gewünscht hätte. Deshalb kam es zu diesem Schritt.

DerBund.ch/Newsnet

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