Ihr Browser ist veraltet. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser auf die neueste Version, oder wechseln Sie auf einen anderen Browser wie ChromeSafariFirefox oder Edge um Sicherheitslücken zu vermeiden und eine bestmögliche Performance zu gewährleisten.

Zum Hauptinhalt springen

«Ich bekam mit, wie Mitspieler ihr ganzes Geld verprassten»

Gute Aussichten: Nino Niederreiter in seiner aktuellen Heimat in North Hills, einem Vorort von Raleigh in North Carolina.

Nino Niederreiter, heute sind Sie ein etablierter NHL-Stürmer. Als Sie vor über zehn Jahren mit 16 Ihr erstes Nordamerika-Abenteuer in Portland in der Juniorenliga WHL planten, plagten Sie aber noch andere Sorgen: die englische Sprache.

Das Abenteuer beginnt: Nino Niederreiter zeigt im Frühling 2009 in Chur eine Karte von Portland, Oregon, seiner künftigen Heimat in der Western Hockey League, einer der drei Top-Juniorenligen Kanadas. (Bild Nadja Simmen)

Sie sind bis heute einer der wenigen Schweizer, die in Nordamerika das «volle Programm» erlebt haben: Zwei Saisons in der besten kanadischen Juniorenliga, eine Saison in der Farmteam-Liga AHL und seit 2013 fix in der NHL. Die erste Station in Portland hatte mit ihrem heutigen Leben wenig gemeinsam.

Es gab spezielle Regeln bei den Junioren: Keine Facebook-Freundschaften zu Cheerleadern. Und der offizielle Beziehungsstatus musste stets «solo» sein …

Die erste Saison fern der Heimat: Nino Niederreiter bei den Portland Winterhawks im Februar 2010, mit seinem Headcoach Mike Johnston, der vier Jahre später in der NHL in Pittsburgh coachte und 2010 kurz auch Assistenzcoach der Schweizer Nationalmannschaft war. (Bild Kristian Kapp)

Danach, noch vor Ihrem Durchbruch in der NHL spielten Sie eine ganze Saison in der AHL, in Bridgeport, Connecticut. Der Club empfahl dort den Spielern, nicht in der Stadt selber zu wohnen, weil das zu gefährlich sei. Wie reagiert man als 20-Jähriger, wenn man so etwas hört?

Die Spieler der Sound Tigers wohnten nicht in der Stadt: Nino Niederreiter im Februar 2013 beim Laurel Beach in der Nähe Bridgeports. (Bild Kristian Kapp)

Man hört oft die Storys von Spielern in Ihrer damaligen Situation. Man wird zu Saisonbeginn als junger Bursche, oft noch als Teenager, in die AHL abgeschoben, wo man rund zehn Mal weniger verdient – abzüglich Steuern rund 50’000 Franken im Jahr. Den NHL-Unterschriftenbonus von rund 100’000 Franken erhält man zu Saisonbeginn dennoch und verprasst dieses Geld, zum Beispiel für ein neues Auto, und gerät danach in finanzielle Probleme. Wie lief das bei Ihnen ab?

Und kaum ins NHL-Team befördert, gibts den Gruppenzwang für die jungen Spieler …

Die Distanzen zwischen den 31 NHL-Teams und ihren AHL-Partnern

Ihre AHL-Saison war aber aus diversen Gründen sehr speziell.

Der Trade zu Minnesota passierte dann in der Tat. Aber es war äusserst ungewöhnlich, dass ein 20-Jähriger einen Transfer verlangte. Das machten normalerweise nur die Stars.

Ende Oktober 2019: Nino Niederreiter in der Nähe seiner Wohnung in North Hills, North Carolina. Raleigh, die Stadt, in der die Hurricanes spielen, ist nicht weit entfernt. (Bild Kristian Kapp)

Der Druck auf Ihnen nach dem Wechsel zu Minnesota war immens. Sie mussten nun definitiv Leistung zeigen.

In der Debüt-Saison mit Minnesota schossen Sie in der ersten Playoffrunde in Spiel 7 in Denver gegen Colorado das Siegestor in der Verlängerung. Das grösste Tor Ihrer Karriere?

Fühlten Sie sich nach den zwei Jahren in Minnesota endlich als NHL-Spieler?

Sven Bärtschi, Ihr ehemaliger Schweizer Teamkollege in Portland, fand sich zu Saisonbeginn völlig überraschend in der AHL wieder. Wie war Ihre Reaktion?

Springen wir noch kurz in die Gegenwart und Ihren etwas besonderen Saisonstart mit den Carolina Hurricanes: Das Team gewann mehrheitlich, aber ausgerechnet die erste Linie mit Ihnen traf kaum, Sie selbst schossen gar erst im elften Spiel Ihr erstes Tor.

«Frisch gedraftet in der NHL»: Nino Niederreiter am 25. Juni 2010 in Los Angeles – Momente, nachdem ihn die New York Islanders als Nummer 5 zum zu jenem Zeitpunkt höchsten Schweizer Draftee aller Zeiten machten. (Bild Kristian Kapp)

Sie erlebten in Ihrer allerersten vollen NHL-Saison bei den New York Islanders etwas viel extremeres: Nur 55 Spiele durften Sie da bestreiten, am Ende stand gar nur ein einziger Skorerpunkt auf Ihrem Konto. Wie bewältigte Ihr Kopf jene Baisse?

Sie arbeiten schon lange mit Ihrer Mentaltrainerin Rita Sutter zusammen. Spielte sie in jener Saison eine besonders wichtige Rolle?

Die härteste Saison der Karriere: Nino Niederreiter im Februar 2012 vor seiner Wohnung in Garden City auf Long Island, der Heimat der New York Islanders. (Bild Kristian Kapp)

Nahmen Sie die Mentaltrainerin auch diese Saison bereits in Anspruch?

Muss die Mentaltrainerin etwas verstehen von Eishockey?