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Heinz Ehlers verlässt Langnau

Der Coach löst seinen Vertrag Ende Saison auf, er wechselt vollamtlich zum dänischen Verband. Kommt Lars Leuenberger?

Heinz Ehlers gibt in Langnau nicht mehr lange die Richtung vor.
Heinz Ehlers gibt in Langnau nicht mehr lange die Richtung vor.
Raphael Moser

Wieder einmal wird informiert. Es geht aber nicht um banale Verhaltenstipps wie Händewaschen oder stark frequentierte Plätze meiden, auch nicht um Anpassungen beim Spielplan. Was die Langnauer Mannschaft nach zwei freien Tagen vor dem Dienstagtraining zu hören kriegt, hat es in sich: Ihr Chef wird nächsten Winter ein anderer sein, Trainer Heinz Ehlers in der Saison 2020/2021 nicht mehr an der Bande stehen. Weiterlaufender Vertrag hin oder her.

Das Arbeitsverhältnis zwischen dem Dänen und den SCL Tigers wird aufgelöst. Es handelt sich nicht um eine Entlassung, im Gegenteil, die Trennung erfolgt auf Wunsch des Coachs. Offenbar hat er schon kurz nach dem Jahreswechsel den Wunsch geäussert, den Verein zu verlassen. Ehlers hat vom dänischen Verband ein Angebot für eine Vollzeitstelle erhalten. Nationaltrainer ist er zwar bereits, bis anhin aber hat es sich um einen Nebenjob gehandelt, einige Testspiele des Weltranglisten-12. hat er deswegen gar verpasst.

Siegquote von 48 Prozent

Seit Oktober 2016 hat Ehlers in Langnau das Sagen. Nach einem fürchterlichen Saisonstart mit neun Niederlagen in Serie folgte er damals auf den freigestellten Scott Beattie. Es gelang ihm, die Equipe rasch zu stabilisieren, mit dem Abstieg hatte sie wie im Jahr darauf nichts zu tun. Vorab defensiv überzeugten die Tigers fast immer, letzten Frühling gelang gar die Playoff-Qualifikation.

Der 54-Jährige hat erstaunlich viel aus einer spielerisch doch ziemlich bescheidenen Mannschaft herausgeholt. Unter seiner Leitung haben die Emmentaler inklusive Cup 105 von 221 Partien gewonnen, an die Erfolgsquote von 48 Prozent kamen die meisten seiner Vorgänger nicht ansatzweise heran. Wegen seiner zuweilen etwas gar fordernden und grantigen Art jedoch ist Ehlers aber auch immer wieder angeeckt, mit der internen Harmonie ist es bei den Tigers derzeit nicht weit her.

Nun geht es für Ehlers darum, seine Ära in Langnau würdig zu beenden. Wegen dem Corona-Virus wird in dieser und in der nächsten Woche nicht gespielt. Sollte es danach mit der Platzierungsrunde losgehen, wird Langnau entweder Ambri oder Bern überholen müssen, um dem Playout-Final zu entgehen.

Leuenberger als Kandidat

Wegen der heiklen sportlichen Lage wird Ehlers also das Ende seiner Zeit im Emmental herbeisehnen. Nachdem die Karten nun offen gelegt sind, stellt sich die Frage, ob die veränderten Verhältnisse bei den Tigers die Lage zusätzlich verschärfen – zur Beruhigung dürften sie kaum beitragen.

Der in Langnau allseits geschätzte Assistenztrainer Rikard Franzén wiederum soll bei den Tigers bleiben. Dem Schweden behagt die Rolle im Hintergrund. Inwieweit sich die Verantwortlichen bereits mit einem Nachfolger befasst haben, wird sich weisen. Ein Kandidat könnte Lars Leuenberger sein, derzeit Assistent beim SCB.

Der 44-Jährige, der die Berner 2016 zum Titel führte, danach kurzzeitig dennoch arbeitslos wurde, möchte sich zu gerne auf höchster Stufe beweisen. Für Leuenberger spricht, dass er als langjähriger Coach im Nachwuchsbereich viel Erfahrung im Umgang mit jungen Spielern besitzt. Seinen Vertrag in Bern jedenfalls hat er bis anhin nicht verlängert.

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