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Fast wieder der Alte

Wie seine SCB-Teamkollegen sündigte Simon Moser gegen Zug im Abschluss. Grund zur Freude hat er trotzdem.

Auf dem Weg zu alter Stärke: Simon Moser enteilt dem EVZ-Spieler Samuel Erni.
Auf dem Weg zu alter Stärke: Simon Moser enteilt dem EVZ-Spieler Samuel Erni.
Keystone

Er war schon zuvor zu guten Gelegenheiten gekommen. Eine erstklassige hatte er im ersten Drittel, eine im zweiten und die allerbeste sieben Minuten vor Ende der regulären Spielzeit. Das sagt schon einiges über den aktuellen Zustand von Simon Moser aus. Noch vor wenigen Wochen hatte er nur Kraft für ein Drittel. Es waren die Nachwehen des pfeifferschen Drüsenfiebers.

Die Viruserkrankung hatte ihn «zum dümmsten Zeitpunkt» befallen, wie er sagt: im August, wenn der konditionelle Grundstein zur Saison gelegt wird. Es sei «frustrierend» gewesen, weil er lange Zeit weit entfernt von seinen Möglichkeiten blieb. Ein Schatten seiner selbst. Und weil Ängste hinzukamen. Es gibt Sportler, wie der schwedische Tennisspieler Robin Söderling, die nach einer Erkrankung am pfeifferschen Drüsenfieber nie mehr zurück an die Spitze fanden.

«Glücklich und froh» ist Moser nun, dass er sich wieder gut fühlt. Das wirkt sich nicht nur auf die Skorerliste aus. In Ambri hat er zwei Treffer erzielt und seine Punktzahl verdoppelt. Die Besserung ist auch im Spiel unübersehbar. Nun sind sie wieder da, die unwiderstehlichen Sturmläufe die Bande entlang und die Haken, mit denen er die Gegner düpiert. Nicht 20, sondern 60 Minuten lang und noch deren 5 dazu, wenn es sein muss. Wie am Samstag. In Bern wird man auf sein Können noch mindestens bis 2018 zählen können. So lange dauert der Vertrag, den er mit dem SCB abgeschlossen hat.

Die Linie funktioniert

Seine wiedergefundene Kraft kommt auch der Sturmlinie zugute, in der er spielt. Zurzeit ist es eine mit Knipser Gardner und Irrwisch Rüfenacht. Eine Linie, die immer besser funktioniert. Gegen den EV Zug erarbeitete sie sich genug Chancen, um das Spiel alleine entscheiden zu können. Doch es fehlten ihr, wie der ganzen Mannschaft, Zutaten, die sie in dieser Saison auch schon ausgezeichnet hatten: Präzision und Coolness. Jene Abgeklärtheit zum Beispiel, mit der die Zentralschweizer im Penaltyschiessen agierten und so einen Sieg errangen, den sie aufgrund der Spielanteile nicht verdient hatten.

Es war ein Spiel gewesen, in dem vor allem die defensiven Akteure überzeugten. Insbesondere die Torhüter. Zugs Stephan ist massgeblich daran beteiligt, dass sein Team in den letzten fünf Partien nur vier Gegentreffer kassiert hat. 41 Mal schossen die Berner auf sein Tor, 40 Mal wehrte er die Scheibe ab. Nur Ersatzausländer Cloutier fand zehn Minuten vor Schluss eine Lücke. Das reichte nicht.

Die Stabilität in der Abwehr war auch der Grund, weshalb Trainer Boucher trotz der Niederlagen einigermassen zufrie­den war mit der Leistung seiner Mannschaft. Er war immer noch sauer auf die defensiven Aussetzer vom Vorabend in Ambri. «Heute war in dieser Beziehung ein guter Tag», sagte er nach dem Spiel. Die zweite Niederlage in Serie machte ihm keinen Kummer. «Wichtig ist, dass der Prozess funktioniert.» Damit meint der Kanadier, dass aus den Niederlagen die richtigen Schlüsse gezogen werden.

Boucher «hasst» Penaltyschiessen

Schon bald fand er andere Themen. Er schimpfte über das Penaltyschiessen, das er «hasse», und schwärmte von den unendlichen Spielen in Nordamerika: «Zwei, drei Zusatzdrittel, was gibt es Aufregenderes!» Ausserdem sei Eishockey ein Mannschaftssport, und im Penaltyschiessen würden Einzelspieler über Sieg und Niederlage entscheiden. Das passt einem, der den Sieg gerne selber komponiert, natürlich nicht.

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