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Es bleibt als Trost der Heimvorteil

Zwei Einzelaktionen reichen nicht, um zu gewinnen. Der SC Bern verliert in Zug das vierte Spiel mit 2:3 nach Verlängerung und gibt in der Serie den Vorsprung preis.

Der Vorteil in der Serie ist weg: Zugs Fabian Schnyder auf dem Weg zum 3:2-Siegtreffer.
Der Vorteil in der Serie ist weg: Zugs Fabian Schnyder auf dem Weg zum 3:2-Siegtreffer.
Ennio Leanza, Keystone

Harold Kreis war noch lange nach Spielschluss zu heiteren Gesprächen aufgelegt. Er erzählte, warum er nicht besonders viel von Motivationsveranstaltungen im Playoff hält, wie das zuweilen gemacht wird, wenn ein Team in einer Serie scheinbar hoffnungslos zurückliegt. Da geht man dann zusammen ins Kino oder an einen besonderen Ort essen. Kreis findet das zwar «gut gemeint», aber auch «oberflächlich». Und er hat bewiesen: Es geht auch anders, seine Mannen haben die nötige Reaktion ohne jeden Simsalabim hingekriegt. Innerhalb von 48 Stunden sind aus bereits abgeschriebenen Finalverlierern Gewinner geworden, die nun – nach zwei Siegen in Folge – sogar leichte psychologische Vorteile besitzen.

Auf der anderen Seite der Katakombe haderte man mit dem Schicksal. Captain Martin Plüss hatte selbstredend gewusst, was auf ihn und seine Kollegen zukommen würde. Es ist schliesslich kein Geheimnis, dass der EV Zug eine Stimmungsmannschaft ist. «Trotzdem waren wir nicht bereit», sagte er. Über die Gründe mochte er nicht spekulieren. Lammer und Schnyder, der in der Verlängerung auch das Siegestor schiessen sollte, trafen im ersten Abschnitt.

Stets einen Schritt zu spät

Es war keine Überraschung, dass Zug die Gunst der Stunde nutzen würde, die ihnen der Dienstag geschenkt hatte, als sie das Berner Furioso samt drei Pfostenschüssen überstanden und von einem Patzer Genonis profitiert hatten. Es musste für sie wie ein Zeichen gewesen sein, dass dieses Finale für sie noch etwas bereithalten würde. Und so waren sie in diesem vierten Duell zumindest im ersten Drittel die klar bessere Mannschaft. Schneller auf den Beinen und gedanklich präsenter. Was dazu führte, dass die Berner stets einen Schritt zu spät kamen und zu unerlaubten Mitteln greifen mussten, um grösseres Unheil zu verhindern. Was in Spiel 3 noch bestens funktionierte, war so nicht mehr möglich: ein diszipliniertes Spiel ohne Strafen.

Immerhin, und das ist der einzige Trost nach dieser Niederlage, kommt weiterhin verlässlich auf jedes schwache Drittel ein gutes. 0:2 lag das Team von Kari Jalonen nach dem ersten Abschnitt also zurück, und hätte man all die vielen wundersamen Auferstehungen nicht noch in bester Erinnerung, man hätte es nicht für möglich gehalten. Es war ein anderes Team, das fortan auf dem Eis stand, auch wenn für die Torerfolge kein Teamwork, sondern Einzelaktionen verantwortlich waren. Plüss mit einem Kraftakt, immer wieder er, wenn neue Impulse nötig sind, und Moser sorgten für den Ausgleich.

Ebbetts Pech

Natürlich hätte der SCB diese Partie auch gewinnen können. Ebbett hatte mit einem Pfostenschuss Pech, Müller hätte kurze Zeit später in einer 3:1-Überzahlsituation vielleicht passen statt selber schiessen sollen, und Genoni fällte möglicherweise den falschen Entscheid, als er bei der letzten Aktion aus dem Tor stürmte. Es sind müssige Gedanken, vor allem gilt auch dies: Anders als am Dienstag in Bern haben die Zuger diesen zweiten Sieg nicht gestohlen. Was den Bernern bleibt, als kleiner Trost, ist der Heimvorteil. Verlieren sie zu Hause nicht mehr, reicht das zur Meisterschaft.

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