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Ernüchterung statt Erleichterung

15 gute Minuten reichen auch gegen Lausanne nicht. Der SCB verliert das 1. Spiel nach Bouchers Erklärung 2:5.

Gleich mit 2:5 geht der SC Bern zu Hause gegen Lausanne unter.
Gleich mit 2:5 geht der SC Bern zu Hause gegen Lausanne unter.
Keystone
John Gobbi (links) checkt Berns Gian-Andrea Randegger.
John Gobbi (links) checkt Berns Gian-Andrea Randegger.
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Nachdenklicher Guy Boucher: Nachdem der SCB-Headcoach diese Woche seinen Rücktritt auf Ende Saison bekannt gegeben hatte, musste er sich am Freitag eine 2:5-Pleite seines Teams ansehen.
Nachdenklicher Guy Boucher: Nachdem der SCB-Headcoach diese Woche seinen Rücktritt auf Ende Saison bekannt gegeben hatte, musste er sich am Freitag eine 2:5-Pleite seines Teams ansehen.
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So hat man sich die grosse Erleichterung nicht vorgestellt. Zwei Tage, nachdem Trainer Guy Boucher seinen Abgang auf Ende Saison bekannt gegeben hat, ­gaben seine Spieler eine Vorstellung, die vor allem eines war: rätselhaft. Die ersten fünf Minuten der Partie waren gut, da waren sie dominant, der Gegner kaum zu ­sehen. Dann schoss Louhivaara einen Konter mit einem sehenswerten Treffer ab, und von da an ging bei den Bernern bis weit ins letzte Drittel hinein nichts mehr. Boucher machte nach dem Spiel «eine gewisse mentale Schwäche» aus, vor allem im Mitteldrittel.

Oft hat man in Bern das Gefühl, das Team spiele allzu strukturiert, sei mit zu wenig Freiheiten ausgestattet. Diesen Eindruck hatte man am Freitag wahrlich nicht. Aber statt unerwartete Spielzüge produzierte die gelöste Struktur Missverständnisse, Chaos und individuelle Fehler. Flurin Randeggers Fehlpass beim 0:4 mag das augenfälligste Beispiel gewesen sein, aber es war bei weitem nicht das einzige. Auch Helbling leistete sich regelmässig Aussetzer. Andere, wie Roy oder Bodenmann, blieben um ­Klassen unter ihren Möglichkeiten. Und Torhüter Bührer, der seine 800. Partie im Dress des SC Bern bestritt, musste im letzten Drittel Schwendener Platz machen. Der Hauptschuldige an der Niederlage war er trotzdem nicht.

Dabei hatte es das Glück nicht einmal schlecht gemeint mit den Bernern. Mitte des Spiels erhielten sie die Möglichkeit, noch einmal ins Spiel zu finden. 0:2 lagen sie zurück, als die Schiedsrichter einem vermeintlichen Treffer von Deruns die Gültigkeit absprachen. Der Puck schien die Torlinie überquert zu haben, aber weil die Sicht auf das Spielgerät verdeckt war, zählte das Tor nicht. Lausannes Sportchef Jan Alston regte sich auf der Tribüne fürchterlich auf, zeigte zwei Offiziellen TV-Bilder auf ­seinem Laptop, die seiner Meinung nach keine Fragen offen liessen. Natürlich vergeblich. Als er sich wieder etwas ­beruhigt hatte, schoss Deruns doch noch seinen Treffer. Das 0:3 sollte die Entscheidung sein.

Vier Treffer aus sieben Chancen

Ausgerechnet Deruns, der in seiner Zeit in Bern nicht gerade als Skorer aufgefallen war. So wenig wie zwei andere Ex-Berner, Danielsson und Froidevaux. ­Ersterer ist bei Lausanne zum Topskorer avanciert, der andere erzielte seinen 6. Saisontreffer. Und während die Berner viel Aufwand für wenig Ertrag betrieben, waren die Waadtländer effizient. Vielleicht sechs- oder siebenmal waren sie in den ersten beiden Abschnitten gefährlich vor dem Berner Tor aufgetaucht, viermal trafen sie. Ihr Trainer Heinz ­Ehlers schmunzelte nur, als er nach der Partie auf die Ausbeute angesprochen wurde. Und der SCB? Da waren zwei ­Verteidiger die besten Stürmer. Blum und ­Jobin sorgten immerhin dafür, dass gegen Ende noch einmal ein wenig Spannung aufkam. Wäre Conacher zwei Minuten vor Ende nicht knapp gescheitert, wer weiss. So aber blieben ihre Treffer Ehrenmeldung und Resultatkosmetik.

Es war keine geeignete Partie, um ein Debüt zu geben. Der erst 16-jährige Nico Hischier kam wie angekündigt zu einigen Einsätzen, musste aber erfahren, dass es einen Unterschied zwischen den Junioren und den Erwachsenen gibt. Er bleibt selbstredend trotzdem ein grosses ­Versprechen.

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