Zum Hauptinhalt springen

Erkenntnisse bleiben trotzdem

Der SCB verliert beim ZSC nach einem uninspirierten Auftritt 1:3.

Für einmal vorwiegend mit Abwehrarbeit beschäftigt: Der SCB musst in Zürich unten durch.
Für einmal vorwiegend mit Abwehrarbeit beschäftigt: Der SCB musst in Zürich unten durch.
Keystone

November-Spiele sind häufig keine Leckerbissen. Der Saisonstart ist passé, die Basis gelegt. Die Teams haben bereits gegeneinander gespielt und kennen sich, Überraschungen gibt es keine mehr. Und der Endspurt vor dem Playoff, wo allenfalls noch der eine oder andere Rang gutgemacht werden kann, ist noch weit weg.

Wenn dann noch der ZSC und der SCB im stimmungsarmen Hallenstadion aufeinandertreffen, winkt nicht unbedingt das grosse Spektakel. Erkenntnisse liefern solche Partien natürlich trotzdem.

Etwa, dass der SCB gestern erstaunlich uninspiriert wirkte. Das 1:0, das er mit in die erste Pause nahm, entsprach nicht unbedingt dem zuvor Gezeigten. Mike Künzle war früh allein vor Leonardo Genoni aufgetaucht und ohne Torerfolg geblieben, ebenso Roman Wick und Raphael Prassl. Wick und Fredrik Pettersson trafen beide auch noch den Pfosten, die Berner machten da schon mehr aus ihren Torchancen: Maxim Noreau traf in der fünften Minute und erzielte jenes Tor, das seine Mannschaft noch lange im Spiel halten sollte.

Vor dem ersten Duell der beiden Clubs Mitte Oktober hatte sich ZSC-Sportchef Sven Leuenberger genötigt gesehen, in der Öffentlichkeit an die Einstellung seiner Mannschaft zu appellieren, zu pomadig waren ihre Auftritte im Vorfeld gewesen. Das ist längst Vergangenheit, wie auch der SCB hatten die Zürcher vor der gestrigen Partie vier Erfolge am Stück gefeiert.

Jalonen ist besorgt

Der Vergleich war also einer zwischen zwei Teams in Topform, in welchem die Berner mit ihrem Gegenüber nicht mithalten konnten. Sie gestanden dem ZSC zu viele Freiheiten zu, vor allem im eigenen Slot, und waren ihrerseits ungewöhnlich fehleranfällig. Das Heimteam kam zu Chancen en masse und reüssierte schliesslich durch Pettersson im Powerplay (22. Minute). Weil es durch Chris Baltisberger sogleich nachdoppelte, rannte der SCB fortan einem Rückstand hinterher.

Der SCB-Headcoach Kari Jalonen führte den zahnlosen Auftritt gewisser Spieler auf die fehlende mentale Frische zurück. «Ich bin besorgt über diesen Zustand», sagte er nach der Partie und sprach deutlich aus: «Die Nationalspieler haben zu viele Spiele. Bis Weihnachten werden sie bis zu 55 Spiele absolviert haben, das ist fast eine ganze Saison.» Dass denjenigen Spielern, die mit der Nationalmannschaf unterwegs gewesen seien, die mentale Frische gefehlt habe, überrasche ihn nicht. «Es ist schön, dass sie dort dabei sein können. Aber sie brauchen unbedingt mehr Pausen», sagte er.

Vor dem gegnerischen Tor agierte Jalonens Team auch im Schlussabschnitt zu kompliziert, eine der besten Möglichkeiten für den Ausgleich vergab der künftige ZSC-Spieler Simon Bodenmann, eine Minute später entschied Künzle die Partie. Dem Tor war ein Fehler Calle Anderssons vorausgegangen, er hatte den Puck vertändelt, das passte insgesamt zum Auftritt der Berner. Ebenso, dass sie sich die letzte Hoffnung zweieinhalb Minuten vor Schluss gleich selber nahmen: Weil sie einen Spieler zu viel auf dem Eis hatten, mussten sie ein viertes Mal in Unterzahl spielen.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch