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Ende Glück

Der SC Bern verliert erstmals nach zehn Siegen in Serie wieder. Beim 0:2 in Lugano scheitern die Berner vor allem am gegnerischen Torhüter.

In dieser Szene hielt er sein Tor dicht: Leonardo Genoni, der gestern zweimal bezwungen wurde.
In dieser Szene hielt er sein Tor dicht: Leonardo Genoni, der gestern zweimal bezwungen wurde.
Gabriele Putzu, Keystone

Es war jene Szene, die alles zu diesem Spiel sagte. Als Merzlikins 96 Sekunden vor Ende der Partie mit einer weiteren spektakulären Parade verhinderte, dass Bodenmann der Anschlusstreffer gelang, war Luganos Stürmer Reuille dermassen erleichtert, dass er seinen Torhüter umarmte, als habe dieser soeben den Meistertitel festgehalten. Man kann es den Tessinern nicht verdenken. Zu oft hatten sie in jüngster Vergangenheit gegen den SC Bern den Kürzeren gezogen. Und zwar, als es wirklich wichtig war: 2016 im Final und 2107 im Halbfinal. Da tun Siege gut, und wenn es «nur» in einem Qualifikationsspiel im Oktober ist.

Der 16. September war es, als der SC Bern zum letzten Mal verlor. Vor eigenem Anhang, nach einer 4:1-Führung – gegen Lugano. Die Berner sollten auch später noch Führungen mit mehr als einem Treffer Differenz verspielen, zuletzt am Freitag gegen Servette und am letzten Sonntag im Cup in Ambri. Aber sie sollten nie mehr verlieren deswegen. Nun ist es mal wieder passiert. Erneut gegen Lugano. Wirklich schlimm ist das nicht. Niederlagen passieren.

Der brave Tom Rüfenacht

SCB-Trainer Kari Jalonen war nach dem Spiel nicht einmal enttäuscht: «Wir haben drei Punkte nicht gewonnen, das ist alles.» Der Ausflug ins Tessin sei trotzdem ein Erfolg gewesen. Für den Teamgeist, und das sei auf lange Sicht «sogar noch wichtiger als ein einziger Sieg». Die Berner waren am Sonntag direkt nach Lugano gefahren, und jene, die mochten, durften am Montag einen Ausflug nach Mailand unternehmen. Mangels Brisanz hatte man natürlich ein Auge auf die Heisssporne der beiden Teams geworfen. Die Partie ist ein Klassiker, der Einsatz entsprechend. Es ist die Ära von Rüfenacht, Chiesa und Walker, die es im letzten Aufeinandertreffen ziemlich bunt trieben. Der Berner hatte sich nach der Partie dann etwas in der Wortwahl vergriffen und musste darauf vor der SCB-Kamera Busse tun. Am Dienstag nun blieb schon auf dem Eis alles im Rahmen, es kam zu ein paar kleinen Scharmützeln, mehr nicht. Vor allem aber hat Rüfenacht seine Interview-Lektion gelernt. Das ging so weit, dass er Chiesa nach dem Spiel in Schutz nahm. Der Lugano-Captain war Ende des zweiten Drittels, nach einem kurzen Rencontre mit Rüfenacht, hingefallen. Es sah so aus, als wolle er eine Strafe herausschinden. «Nein», sagte Rüfenacht, «ich glaube, er ist mit dem Schlittschuh am Eis hängen geblieben.» Das ist sehr nett.

Und das Spiel selber? An Möglichkeiten, auch diese Partie zu gewinnen, hatte es den Bernern nicht gefehlt. Alleine im letzten Drittel schossen sie 20-mal auf das gegnerische Tor, während Lugano zu vier Abschlüssen kam. Und wenn der überragende Merzlikins einmal geschlagen war, traf Noreau nur die Latte. Der Puck lief einfach nicht, wie er sollte. Die Selbstverständlichkeit, mit der es die Scheibe in den letzten Spielen gut gemeint hatte, war weg. Und deshalb blieb es an diesem Abend bei den Treffern von Fazzini, der zu viel Zeit zum Zielen hatte, und Lapierres Kontertor.

Vier Siege haben gefehlt

Weshalb auch nichts aus dem neuen Rekord wird. 14 Siege in Serie hätte es gebraucht, um die Clubbestmarke der Neuzeit zu brechen. Nach zehn Siegen ist also Schluss. Auch das ist verkraftbar, wenn die Saison auch nur annähernd so erfolgreich weitergeht, wie sie begonnen hat.

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