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Eine weitere bittere Lektion

Der SCB war zum Auftakt der Champions Hockey League gegen HV71 chancenlos und verlor 2:6. Die Lektion liess Trainer, Spieler und Umfeld ratlos zurück.

Chancenlos und wehrlos: SCB-Stürmer Patrick Bärtschi (im weissen Trikot) liegt auf dem Rücken, gebodigt von Martin Thornberg.
Chancenlos und wehrlos: SCB-Stürmer Patrick Bärtschi (im weissen Trikot) liegt auf dem Rücken, gebodigt von Martin Thornberg.
Keystone

Die gute Nachricht vorweg: Martin Plüss fiel in seinem ersten Spiel nach langer Verletzungspause nicht ab. Die schlechte: Seine Teamkollegen, die seit zwei Monaten trainieren und spielen, waren nicht im Stande, ihn zu einer noch besseren Leistung mitzureissen und damit dem schwedischen Meister HV71 ein ernsthafter Gegner zu sein. 20 Minuten lang hielt Torhüter Marco Bührer den SCB bei der Champions-Hockey-League-Premiere in Jönköping im Spiel. Er hielt 17 Schüsse, einen Penalty und liess sich nur einmal vom Finnen Teemu Laine schlagen. Dann passte sich auch er seinen Vorderleuten an und kassierte zu Beginn des Mitteldrittels innerhalb von 151 Sekunden zwei weitere Treffer. Für HV71 war die Aufgabe erledigt.

Berner Demaskierung

Der Rest des Spiels war eine einzige Demaskierung der Berner Unzulänglichkeiten und liess Spieler, Trainer und Umfeld ähnlich ratlos zurück. Coach John Van Boxmeer verfolgte die zweite Demontage seines Teams innerhalb einer guten Woche mit verschränkten Armen und versteinerter Miene. Wie beim 1:8 gegen die Rangers kamen seine Spieler regelmässig einen Schritt zu spät, mussten deshalb immer wieder zu unlauteren Mitteln greifen, um die Gegner zu stoppen. Allein im ersten Drittel spielte der SCB fast 10 Minuten in Unterzahl.

«Ich weiss nicht woran es liegt. Wir sind aber ganz klar zu wenig gelaufen. Was wir heute gezeigt haben, kann niemand zufriedenstellen. Ich bin überzeugt, wir können mehr», sagte Plüss. Der Debütant hatte trotz leichter Schmerzen im Hüftbereich durchgespielt und beendete den Match mit einer persönlichen 0:1-Bilanz. Er hatte mit einem gut getimten Pass auf Ramzi Abid die einzige Berner Chance im ersten Drittel eingeleitet. Jönköpings Trainer Kenta Johansson war Ende der 1980er-Jahre der Kopf des «Grande Lugano» gewesen, das sich auch international Respekt verschaffte. Aber auch später präsentierten sich Schweizer Teams im Vergleich mit schwedischen Meistern weit besser: Davos hatte vor zwei Jahren gegen Frölunda 6:2 gewonnen, Lugano schlug Färjestad im letzten Winter 3:0.

Der SCB hingegen ist den Beweis erneut schuldig geblieben, international mehr als ein Sparringpartner zu sein. Der Weg zu den Topteams ist noch weit – dabei fehlten HV71 gestern sogar designierte Leistungsträger wie der Tscheche Jan Hrdina oder der Däne Kim Staal.

«Es hat uns einmal mehr gezeigt, wie viel uns noch fehlt. In der Schweiz mögen wir läuferisch eines der besten Teams sein. International reicht es aber häufig nicht mehr», sagte Sportchef Sven Leuenberger.

Josi einer der besten Berner

Einer der wenigen Berner, die ihre Rolle erfüllten, war der 18-jährige Roman Josi. Das adelt sein Talent, stellt seinen weit routinierteren, zum Teil NHL-erfahrenen Teamkollegen aber kein gutes Zeugnis aus.

Der SCB hat noch drei weitere Gelegenheiten, sich dem internationalen Niveau anzunähern. Bereits in zwei Wochen spielt er zu Hause gegen die Espoo Blues aus Finnland. Sportchef Leuenberger sagte vor dem Spiel, der Gruppensieg sei möglich. Ein zweites Spiel wie gestern aber dürfen sich die Berner nicht mehr erlauben. Sonst verkommt die Fortsetzung der ersten Champions Hockey League unerwartet schnell zur reinen Pflichterfüllung.

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