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Ein kleiner Schritt für den ZSC, ein grosser für Jungstürmer Senteler

Mit einem 1:0 in Lausanne stoppten die ZSC Lions ihren Abwärtstrend. Was das ­bedeutet, bleibt abzuwarten.

Im 19. Spiel das erste Tor: ZSC-Stürmer Sven Senteler. Foto: Pascal Muller (EQ Images)
Im 19. Spiel das erste Tor: ZSC-Stürmer Sven Senteler. Foto: Pascal Muller (EQ Images)

Eishockey ist ein Spiel mit vielen Unwägbarkeiten. Der Puck springt oft so unberechenbar wie der Ball in einem Flipperkasten. Das führt dazu, dass kein Spiel dem anderen gleicht – es sei denn, Lausanne und die ZSC Lions treffen sich. Dann weiss man: Es gibt nicht viele Tore, und der, der zuerst trifft, lacht zuletzt. Das war Lausanne-Captain Conz wohl nicht bewusst, als er in der 17. Minute als letzter Mann ein riskantes Dribbling wagte, den Puck an Schäppi verlor und Senteler zum 1:0 traf. Es sollte das einzige Tor in dieser kampfbetonten ­Partie bleiben, die wie der Playoff-Viertel­final vom März zwei überragende Goalie­leistungen bot. Flüeler stoppte für seinen vierten Shutout 19 Schüsse.

Dank des 1:0 schlossen die ZSC Lions den enttäuschenden November doch noch einigermassen versöhnlich ab und stoppten sie ihre Niederlagenserie in der Fremde nach vier Spielen. «Uns fällt momentan nichts zu», sagte Flüeler. «Das war ein wichtiger Sieg.» Und es war kein Zufall, dass die vierte Linie nicht nur das einzige Tor schoss, sondern auch die klar beste war. Fritsche kämpfte aufopferungsvoll, Schäppi sorgte für den entscheidenden Puckgewinn, Senteler kam im 19. Saisonspiel endlich zu seinem ersten Skorerpunkt. Es schien, als hätte ihn dieses Tor von einer tonnenschweren Last befreit, in der Folge erspielte er sich noch zahlreiche weitere Chancen.

Die schwierige zweite Saison

Der 22-Jährige, eine der Entdeckungen der letzten Saison, hatte sich in diesem Winter schwergetan, seinen Durchbruch zu bestätigen. «Am Anfang lief es mir gar nicht», gibt er sich selbstkritisch. «Und so begann auch meine Eiszeit zu schwinden.» Er wurde ins Farmteam zurückversetzt und bezeichnet dies als ­Segen: «Dort spielte ich wieder mehr, wurde ich in Powerplay und Boxplay eingesetzt und konnte ich wieder Vertrauen schöpfen.» Man sieht es oft, dass sich junge Spieler in ihrer Saison der ­Bestätigung schwertun. Letzten Winter habe er ohne grosse Erwartungen aufspielen können, jetzt habe er sich schon einen gewissen Druck auferlegt, sagt Senteler. «Das hat mich wohl gehemmt. Aber das ist nun hoffentlich vorbei.»

Dank des Sieges behaupteten sich die ZSC Lions in der Verfolgergruppe mit Bern und Lugano. Ob dies die Trendwende ist, bleibt abzuwarten. Viele der vermeintlichen Leistungsträger sind derzeit ausser Form oder verletzt. Das macht die Planung für Sportchef Edgar Salis nicht einfach. Denn er muss sich in den nächsten Wochen nicht nur über die Dossiers Trachsler und Bastl Gedanken machen, sondern auch, wie die ­Zukunft auf den Ausländerpositionen aussehen soll – nur der Vertrag von Bergeron läuft da weiter. Shannon ist bemüht wie gewohnt, derzeit aber zu wenig ­effizient. Keller tut sich nach seinen Verletzungen noch schwer. Smith zeigte zuletzt eine Aufwärtstendenz. Ein, zwei neue Impulse dürften dem Team im Hinblick auf die nächste Saison nicht schaden. Doch die Wahrheit bringt erst das Playoff, wenn fast alle Personalentscheide wohl schon gefallen sind.

Flüelers Traumquote

Der Hauptgrund, wieso die Zürcher trotz durchzogener Leistungen vorn mitspielen, steht ganz hinten: Flüeler ist mit 26 in einem idealen Goaliealter und spielt bisher, obschon er zweimal von Blessuren gestoppt wurde, seine beste Saison. Er hat in 22 Spielen von 629 Schüssen ­deren 593 gestoppt, also rund 94,3 Prozent. Mit diesem Wert ist er nicht nur die Nummer 1 der Stammgoalies in der Schweiz, er wäre es auch in der NHL. Mit 2,07 Gegentoren sind die ZSC Lions das defensiv stabilste Team der Liga, vor dem HCD (2,4). Doch der Leader ­hat 26 Tore mehr geschossen. Die Davoser Leichtigkeit des Toreschiessens geht den so versierten Zürchern derzeit ab. Das war auch in Lausanne offensichtlich.

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