Ein «kerngesunder» Jubilar

Unter der Führung von Peter Jakob sind die SCL Tigers in den letzten Jahren finanziell gesundet. Jetzt, wo der Verein den 70. Geburtstag feiert, wälzt der Präsident neue Pläne.

Nüssli traf per Penalty, Punnenovs hielt 40 Schüsse. Die beiden freuen sich in den Jubiläums-Trikots über den Sieg.

Nüssli traf per Penalty, Punnenovs hielt 40 Schüsse. Die beiden freuen sich in den Jubiläums-Trikots über den Sieg.

(Bild: Keystone)

Wie üblich bei einem runden Geburtstag hat sich auch der Schlittschuh-Club Langnau zum 70-Jahr-Jubiläum herausgeputzt. Die Fans veranstalten zu Spielbeginn gegen Lausanne eine eindrückliche Choreografie. Zudem ist die grosse Mehrheit in der mit 6'000 Zuschauern bereits zum elften Mal in dieser Saison ausverkauften Ilfishalle dem Aufruf des Fanclubs gefolgt und hat sich in Rot gekleidet. Zu den Festivitäten passt, dass die Tigers in gelb-roten Retrotrikots antreten, welche ein wenig an die glorreichen 70er-Jahre erinnern.

Sichtlich zufrieden mit der Geburtstagsfeier ist auch der Verwaltungsratspräsident der SCL Tigers AG, Peter Jakob. Der ruhige und besonnene Unternehmer aus Trubschachen ist der Hauptverantwortliche, dass das runde Jubiläum in einem unbeschwerten Rahmen stattfinden kann.

Im Frühling 2009 fanden er und seine Mitstreiter vom Verein «Rettet den Tiger» ein Unternehmen mit schwachen Strukturen und Schulden von drei Millionen Franken vor. «Sieben Jahre später sind wir eine kerngesunde Unternehmung, schreiben schwarze Zahlen und gehören zu den zehn grössten KMU in Langnau», sagt Jakob nicht ohne Stolz. Die SCL Tigers, wie sie seit 1999 offiziell heissen, spielen in einer komplett sanierten Sportstätte mit Charme, die Zuschauerzahlen sind so hoch wie noch nie in der Vereinsgeschichte (aktueller Zuschauerschnitt: 5857), das Gastronomieangebot ist bis Saisonende ausgebucht, und sportlich liebäugelt der Aufsteiger noch immer mit der Teilnahme am Playoff.

«Faktisch schuldenfrei»

Auf die Frage, ob er bei Amtsantritt dafür unterschrieben hätte, wo der Verein heute steht, antwortet Jakob ohne mit der Wimper zu zucken: «Ja, ich hätte unterschrieben.» Er hat nicht vergessen, wie die Führungscrew anfangs belächelt wurde. «Das marode Unternehmen in die schwarzen Zahlen zu führen, hielten viele für unmöglich. Heute sind wir faktisch schuldenfrei», so Jakob. Etwas anderes freut ihn nicht weniger: «Es ist wieder ‹in›, an die Heimspiele der Tigers zu gehen.» Zudem habe man diese Woche den Vertrag mit einem der Haupt- sponsoren, der Doetsch Grether AG, verlängern können.

Noch ist der Trubschacher mit dem Entwicklungsplan für den Club nicht am Ende angelangt. Geplant ist eine zusätzliche VIP-Tribüne oberhalb der Langnauer Fankurve mit 300 weiteren Plätzen, mit der Mehreinnahmen von rund 750'000 Franken möglich sind. Konkretisiert haben sich die Ideen eines zweiten Eisfeldes am Standort der heutigen Viehmarkthalle und Unterkünfte, welche laut Jakob für die Zukunft des Unternehmens als Hockey-Ausbildungszentrum «sehr wichtig sind. Bis in fünf Jahren möchten wir diese Projekte umgesetzt haben und mit mindestens einem Block von in Langnau ausgebildeten Spielern ein Dauergast im Playoff sein.»

Trotz aller sportlichen und finanziellen Euphorie tun die SCL Tigers gut daran, das eigentliche Hauptziel der Saison 2015/16 nicht aus den Augen zu verlieren: Das ist und bleibt der Liga-erhalt, ansonsten droht dem Jubilar im Frühling wie 2013 ein gehöriger Kater.

Der Bund

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