Das sind die Besten im Schweizer Eishockey

Wertvollster Spieler, bester Coach, Allstar-Team: Die grosse Umfrage zeigt die Stars der Liga.

Zum dritten Mal in vier Jahren küren die Trainer und Captains der National League einen Berner zum wertvollsten Spieler. Grafiken: Viviane Futterknecht

Zum dritten Mal in vier Jahren küren die Trainer und Captains der National League einen Berner zum wertvollsten Spieler. Grafiken: Viviane Futterknecht

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«Sprachlos, wirklich überrascht.» Als Andrew Ebbett schildert, was ihm die Auszeichnung als MVP, als wertvollster Spieler der National League, bedeutet, schafft er ein Kunststück: Gefühle mitteilen, ohne theatralisch zu wirken. «Das ist sicher nichts, was ich erwartet habe», sagt der SCB-Stürmer. Lässt dann den unvermeidlichen Satz folgen: «Besonders dass es von den Coaches und Captains kommt, bedeutet mir viel.» Und wirkt dabei trotzdem, als komme all das aus tiefstem Herzen.

Der Mann aus Kanadas Westen ist ein Spieler wie aus einer vergangenen Zeit. «Ich bin sicher nicht der Spielertyp, der eins gegen eins alle ausdribbelt», weiss der 35-Jährige. Er spielt gerne auch in der eigenen Zone und in Unterzahl, stets lag ihm mehr daran, ein guter Allrounder zu werden als ein glänzender Skorer. «Anerkennung für diese Art von Stil zu erhalten, ist wirklich schön», sagt ­Ebbett, der seine dritte Saison in Bern bestreitet. Und die ersten beiden je mit dem Meistertitel krönte.

Von den letzten vier MVPs kamen drei vom SCB.

Wenn er verletzt ausfiel, kriselte seine Mannschaft. Ging es ihm gut, hatte sie ­Erfolg. Der unspektakuläre Center ist längst der Puls und die Verkörperung eines erfolgreichen SCB. Die Auszeichnung als MVP zeigt, dass die Konkurrenz das ähnlich sieht. Rein nach Skorerpunkten wäre Ebbett bloss die Nummer 6 der Liga.

Knapp war die Entscheidung bei der 15. Umfrage unter allen Trainern und Captains der National League dennoch. Nicht weniger als zwölf verschiedene Spieler erhielten Stimmen als MVP, mit Genoni (3) und Haas (1) noch zwei weitere Berner. Und gegenüber dem Zuger Garrett Roe schwang Ebbett bei je 4 Stimmen am Ende nur wegen der Zweitstimmen obenaus. Er wurde damit Nachfolger seines Teamkollegen Mark Arcobello und setzte die Dominanz des Stadtclubs fort: Von den letzten vier MVPs kamen drei vom SCB.

Zwei Zürcher Allstars

Auch der Tabellenzweite Zug sah seine beste Qualifikation seit sechs Jahren ­belohnt. Neben Roe schaffte es ein ­weiterer EVZ-Zuzug an die Spitze: Der schwedische Flügel Viktor Stalberg wurde zum besten Stürmer der Liga ­gewählt. Und Captain Rafael Diaz kam ins Schweizer Allstar-Team.

Während Maxim Noreau (Bern) als bester Verteidiger erkoren wurde, schlug sich die schlechte Saison seiner künftigen Teamkollegen beim ZSC nur teilweise nieder. Fredrik Pettersson steht trotz allem im Allstar-Team der Liga, und mit Pius Suter schaffte es auch ein Zürcher in die Top Six der Einheimischen.

Betrachtet man die inzwischen anderswo tätigen Spieler aus dem ­Kanton, hellt sich das Bild noch weiter auf. Der Kilchberger Leonardo Genoni ist wie im Vorjahr bester Goalie sowie in beiden Allstar-Teams (Ebbett: «Für mich ist er unser MVP»). Und der Düben­dorfer Joël Genazzi schaffte es immerhin in den besten Schweizer Block. Fürs Olympiaturnier hatte der produktivste Verteidiger der Liga (38 Punkte) noch nicht einmal ein Aufgebot erhalten.

Eine bemerkenswerte Leistung im Schatten von Ebbett, Genoni, Noreau und Kari Jalonen – er wurde Coach des Jahres – gelang einem weiteren Berner: Gaëtan Haas. Bei der Besetzung des Schweizer Allstar-Teams erhielt er 21 von 22 möglichen Stimmen (Mitglieder des eigenen Teams durften nicht gewählt werden). Einzig Lugano-Trainer Greg Ireland sah Haas nicht unter den drei besten einheimischen Angreifern. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 06.03.2018, 22:01 Uhr

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