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Ein Charakterspieler

Der SC Bern will nächste Saison Pedanten anstelle von Schmetterlingen in seinen Reihen.

Für zwei Jahre zum SC Bern: Chuck Kobasew.
Für zwei Jahre zum SC Bern: Chuck Kobasew.

Nicolas James genannt «Chuck» Kobasew ist gewiss kein Eishockeyspieler auf dem aufsteigenden Ast. «Wenn er das wäre, würde er nicht in die Schweiz kommen», sagt SCB-Sportchef Sven Leuenberger mit entwaffnender Offenheit. 645 Spiele hat der 32-Jährige in der NHL bestritten und dabei 114 Tore und 104 Assists erzielt. Für die Calgary Flames, die Boston Bruins, die Minnesota Wild, die Colorado Avalanche und zu Beginn der vergangenen Saison für die Pittsburgh Penguins. Aber dann wurde er in die AHL zum Farmteam der Penguins abgeschoben. Nun hat er vom SC Bern einen Vertrag über zwei Jahre erhalten.

Trotz der Rückstufung ist Leuenberger überzeugt von Kobasew. Er hat den Kanadier, der in British Columbia geboren wurde, vor Weihnachten besucht und ihn als Charakterspieler mit einer «ausserordentlich professionellen Einstellung» erlebt, die manchmal sogar ins Pedantische gehe. «Das ist das, was wir jetzt brauchen.» Die Analyse der verunglückten letzten Saison hat beim SC Bern zur Erkenntnis geführt, dass die Mannschaft zu viele «Schmetterlinge» im Team hatte, wie es Leuenberger ausdrückt. Im Klartext: zu viele Schönwetterspieler. In der AHL habe Kobasew ausserdem gezeigt, dass er «das Toreschiessen nicht verlernt hat».

Was macht Moser?

Der rechte Flügelstürmer ist nach Verteidiger Jeff Kinrade und den Stürmern Byron Ritchie und Bud Holloway der vierte Ausländer, der vom SCB einen Vertrag für die kommende Spielzeit erhalten hat. Während eine Welle von skandinavischen Spielern die Schweiz erfasst hat (zurzeit sind es deren 17, die für kommende Saison in der NLA unter Vertrag stehen), setzte der SC Bern nach den zuletzt schlechten Erfahrungen mit Nordländern (Mikko Lehtonen, Nicklas Daniellson) auf Kanadier. Ob ein fünfter hinzukommt, hängt von den Zukunftsplänen von Simon Moser ab. In den nächsten Tagen wird sich der Nationalspieler entscheiden, ob er in Nashville bleibt oder in die Schweiz zurückkehren wird. Sollte er dem SCB in der kommenden Saison nicht zur Verfügung stehen, ist die Verpflichtung eines fünften Ausländers «denkbar», wie Leuenberger sagt.

Und wenn der Sportchef davon spricht, dass man in Bern den Markt in Übersee «weiterhin genau verfolgt», darf daraus geschlossen werden, dass der fünfte Söldner eher ein Neuer wäre und nicht einer den Zuschlag erhielte, der schon letzte Saison in Diensten des Klubs gewesen war. Abgeschlossen sei dagegen die Suche nach einem weiteren Schweizer Spieler. Womit es beim Quartett Eric Blum, Thomas Rüfenacht, Marc Reichert und Matthias Mischler (Ersatztorhüter) bleiben wird.

Keine Rettungsaktion

Diese Woche schliesst die Mannschaft das Sommertraining ab. Danach stehen drei Wochen Individual-Vorbereitung an, ehe das Eistraining beginnt. Alle hätten die Sommereinheiten absolviert, Verletzte gebe es keine, sagt Leuenberger. Trotz der missglückten letzten Spielzeit sei nicht alles umgestellt worden. «Ein paar Kleinigkeiten», und weil man letzte Saison häufig Verletzungen im Adduktorenbereich zu beklagen hatte, sei das Augenmerk auf Übungen gelegt worden, welche die Muskelflexibilität förderten. Auch der Trainer wird in Bern zurückerwartet. Guy Boucher, der im Juni in Pittsburgh als neuer Coach im Gespräch war, hat dem SC Bern seine Loyalität zugesichert. «Das war sowieso nur ein Gerücht», sagt Leuenberger.

Ausserdem ist für die jungen Spieler, die ans Partnerteam Basel Sharks ausgeliehen worden waren, offenbar eine Lösung gefunden worden. Worin sie genau besteht, will der SC Bern noch nicht kommunizieren. Es ist davon auszugehen, dass keine neue Partnerschaft eingegangen wurde, sondern dass die Spieler in verschiedenen Vereinen der NLB platziert werden. Die Basler haben im Juni die Bilanz deponiert, und nur eine Rettungsaktion in letzter Sekunde könnte den Konkurs abwenden. Aus Bern ist eine solche Rettung allerdings nicht zu erwarten, wie Leuenberger am Mittwoch bestätigte.

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