Zum Hauptinhalt springen

Die ultimative Krönung

Der SCB ist den Zugern auch im letzten Spiel überlegen und gewinnt 5:1. Es ist der 15. Titel für die Berner - und der grandiose Abschluss für zwei herausragende Spieler.

Letze Amtshandlung für den SCB: Captain Martin Plüss mit dem Pokal.
Letze Amtshandlung für den SCB: Captain Martin Plüss mit dem Pokal.
Lukas Lehmann, Keystone

Es war schon mal das falsche Lied. Vor dem Spiel, draussen vor der Bossard-Arena, spielte die Coverband ein Stück von Europe: The Final Countdown. Ausgerechnet. Die Berner lassen es erklingen, wenn sie zu Hause ein Tor erzielen. Und das letzte Mal sollte es ja eigentlich aus Zuger Sicht auch nicht sein. Egal, die Leute hatten ihre Freude, und sie sollten sie sich nicht einmal nehmen lassen, als es später, beim Spiel, für ihren Geschmack etwas gar früh schlecht aussah. Als zwei Minuten vor Spielschluss klar war, dass sie nur Vizemeister werden würden, erhoben sie sich und skandierten «EVZ Olé». Und ganz am Ende hatte es gar etwas Surreales: Die frisch gebackenen Meisterspieler tanzten und feierten im Takt der Zuger Schlachtgesänge.

Im Eishockey weiss man ja nie so genau. Es sind schon zu viele verrückte Dinge passiert, als dass man sich nach 22 Minuten seiner Sache sicher sein könnte, nur weil man 4:0 führt. Da ist der Gegner zwar am Boden, irgendwie bereit, sich den Gnadenschuss verpassen zu lassen. Aber Arcobello trifft nur den Pfosten, Bodenmann trifft nur den Pfosten, es wären definitiv die Tore zum Titel, man spürt es, aber der Gegner, einem wunden Tier gleich, sieht es als Fügung des Schicksals, als Zeichen vielleicht, dass ihm alle Eishockeygötter auf einmal wohlgesinnt sein könnten, und er erzielt das 1:4.

Der schwere letzte Schritt

Dieser letzte Schritt, bevor ein grosser Triumph endlich in trockenen Tüchern ist. Man weiss, wie schwer er ist. Der Spieler ersehnt das Ende der Begegnung herbei, schaut zu oft auf die Uhr über dem Eisfeld; er hat das Gefühl, die Zeit schleiche. Und könnte darob die Konzentration verlieren.

Und dann diese Erlösung, wenn endlich alles klar ist. Gestern war das genau um 22 Uhr. Es lief die 49. Minute, die Berner hatten eben eine Zweiminutenstrafe schadlos überstanden. Die Zuger spürten: Es ist vorbei, zweimal waren sie knapp am Torerfolg, aber kein Hockeygott weit und breit. Die letzte Chance ist dahin, und im Gegenzug passt Lasch auf Ebbett und der erzielt den fünften Treffer. Seinen dritten Skorerpunkt. Der Sieg ist jetzt nicht mehr in Gefahr.

Zuger Schwäche als Berner Stärke

Dabei, wenn man es aus der Optik eines neutralen Beobachters betrachtet hätte, wäre jede Sorge schon von Beginn an unnötig gewesen. Die Berner waren einfach zu präsent. In der zweiten Minute schoss Rüfenacht an die Torumrandung, in der dritten zählte ein Treffer Mosers nicht, und in der vierten Minute lag die Scheibe zum ersten Mal im Tor. Rüfenacht hatte getroffen. Er, Moser und Arcobello: diese famose erste Linie, die einen zweiten Treffer schoss und Chancen kreierte, die ganz allein das Spiel hätte entscheiden können. Es war nicht nötig. Auch die Sturmreihe mit Bodenmann, Ebbett und Lasch traf an diesem meisterlichen Abend doppelt.

Und die Zuger? Waren so schwach, wie es die Anzeigetafel vermuten lässt. 1:5 in diesem finalen Spiel, 2:11 das Gesamtresultat der letzten beiden Partien, 9:21 wenn man alle Finalpartien zusammenzählt. Sie hatten auf jeden Fall die Kraft und die Konzentration nicht mehr. Ihr Star Diaz verlor beim 0:1 hinter dem Tor die Scheibe, Torhüter Stephan liess sich beim 0:2 von Lasch übertölpeln, und beim 0:3 standen alle Zuger Spalier, als erst Arcobello an den Pfosten schoss und Moser zwei Anläufe in Anspruch nehmen durfte, ehe der Puck endlich drin war. Vielleicht war ihre Schwäche aber auch nur die andere Seite der Berner Stärke. Warum sollte man es bei einem fünfzehnfachen Meister nicht so sehen?

Um 22.44 Uhr stemmten Jobin, der seine Schlittschuhe an den Nagel hängen wird, und Captain Plüss den Pokal. Es war ihre letzte Amtshandlung für den SCB. Mit einem stolzen Final. Mit der ultimativen Krönung ihrer SCB-Zeit.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch