Die Tigers bauen um

Unabhängig davon, wie die SCL Tigers die erste NLA-Saison abschliessen: Es wird im Frühling etliche Rochaden im Kader geben.

Die Zukunft von Benoît Laporte in Langnau ist weiterhin offen.

Die Zukunft von Benoît Laporte in Langnau ist weiterhin offen.

(Bild: Keystone Marcel Bieri)

Ruedi Kunz

Nach 36 von 50 Qualifikationsrunden liegen die SCL Tigers mit 40 Punkten auf dem 11. Tabellenrang. Der direkt über dem Strich klassierte SCB, der am Freitagabend in der ausverkauften Ilfishalle zu Gast ist, hat 12 Zähler mehr auf dem Konto. Den Abstand auf die Stadtberner um drei Punkte zu verkürzen am 37. Spieltag: Das ist das erklärte Ziel der Langnauer.

«Wenn wir am Limit laufen so wie zuletzt in Davos und gegen Gottéron, können wir punkten», weiss Jörg Reber. Der Sportchef ist mit der Art und Weise, wie sich der Aufsteiger in der laufenden Saison präsentiert hat, «im Grossen und Ganzen zufrieden». Das Team habe nur «ganz wenige Durchhänger-Partien gehabt» wie jene vor Wochenfrist gegen die ZSC Lions (0:7). Gefallen hat Reber, wie die Tigers auf die Taucher reagiert haben. «Die Spieler waren in ihrem Stolz verletzt und arbeiteten im nächsten Match umso härter.»

Dass die Emmentaler ohne harte Knochenarbeit auf keinen grünen Zweig kommen, wusste die sportliche Führung schon vor Saisonbeginn. Reber nahm mit Befriedigung zur Kenntnis, dass die Mannschaft, welche die NLB dank spielerischer Überlegenheit dominiert hatte in den letzten zwei Jahren, den Schalter rasch umkippen konnte. «Sie war bereit, die neue Herausforderung anzunehmen, was für ihren Charakter spricht.»

«Frisches Blut» aus Bern und Zug

Wie andere Sportchefs auch ist Reber seit Wochen daran, das Gerüst für die nächste Saison zu bauen. Der 41-Jährige beschäftigt sich mit einer Unmenge von Dossiers, weil fast ein Dutzend Verträge auslaufen und er dem Kader «frisches Blut» zuführen will. Mit der Verpflichtung von Pascal Berger, Flurin Randegger (beide SCB), Yannick Blaser (Zug) und Roland Gerber (Servette) sind diesbezüglich die ersten Pflöcke eingeschlagen worden. Mindestens ein weiterer Schweizer Spieler und voraussichtlich zwei neue Ausländer werden noch hinzukommen.

Etliche Wackelkandidaten

Für mehrere verdiente Spieler, deren Verträge Ende April auslaufen, gibt es kaum mehr eine Zukunft in Langnau. Zu den Wackelkandidaten gehören die Moggi-Zwillinge, die Brüder Lindemann, Offensivverteidiger Kevin Hecquefeuille und Stürmer Tobias Bucher. Es sei noch in keinem einzigen Fall ein definitives Urteil gefällt worden, sagt Reber. Doch der eine oder andere Routinier werde einen neuen Club suchen müssen. Wenn der Bannstrahl trifft, mag er nicht verraten, bevor er die Betroffenen persönlich informiert hat.

Was passiert mit Trainer Laporte?

Offen ist auch die Personalie des Trainers. Der Vertrag des aktuellen Coaches Benoît Laporte läuft Ende Saison 2015/16 aus. Da die Clubführung bisher keine ernsthaften Anstalten unternommen hat, Laporte längerfristig an die Tigers zu binden, wird im Emmental eifrig diskutiert, ob der Frankokanadier im Frühling gehen müsse. Die Spekulationen seien aus der Luft gegriffen, entgegnet Reber. «Dass der Vertrag bis dato nicht verlängert worden ist, hat mit den Ressourcen zu tun.» Der Verwaltungsrat habe aus der Vergangenheit gelernt, als er frühzeitig mit Teamverantwortlichen längerfristige Verträge abgeschlossen und dann dafür gebüsst habe.

Der Bund

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