Die perfekte Kontrolle

Der SCB schlägt den ZSC 3:0 – Genoni feiert bereits seinen siebten Shutout.

Der SCB liess gegen die Zürcher nichts anbrennen.

Der SCB liess gegen die Zürcher nichts anbrennen. Bild: Keystone

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Coaches mögen Kontrolle. Aber im Eishockey, diesem rasanten Spiel, in dem der Puck manchmal fliegt wie in einem Flipperkasten, müssen sie sich stets mit einer Annäherung zufriedengeben. John Slettvoll erhob einmal das 1:0 zum perfekten Resultat, weil es zeige, dass man den Gegner so im Griff habe, dass ein Tor reiche. SCB-Coach Kari Jalonen, der stets um sechs Uhr morgens im Trainerbüro seinen Dienst antritt, um alle Unwägbarkeiten zu kalkulieren, ist ein Kontrollfreak ähnlicher Prägung.

Was ihm seine Berner derzeit zeigen, darf ihn zufriedenstellen. In den letzten vier Spielen haben sie nur zwei Tore zugelassen. Natürlich war das 3:0 gegen die ZSC Lions der vierte Sieg in Serie. Überhaupt schaffte es in den letzten neun Partien nur ein Team, das wilde Ambri, gegen die Berner mehr als ein Tor zu erzielen. Der SCB läuft wie eine gut geölte Maschine. Wobei angemerkt werden muss, dass es nicht so aufregend ist, Maschinen zuzuschauen. Doch das dürfte Jalonen egal sein.

Auf der ZSC-Bank durfte der zukünftige SCB-Goalie Schlegel einen Augenschein nehmen, was ihn nächste Saison erwartet. Sehr solide Defensivarbeit, keine risikoreichen Ausflüge, vor allem Schüsse aus der Peripherie. Genoni feierte in seinem 25. Einsatz den siebten Shutout – und musste nicht einmal eine spektakuläre Parade zeigen. Die ZSC Lions verhedderten sich immer wieder im Dickicht der SCB-Abwehr. Und nachdem Blum in der 27. Minute mit einem Weitschuss auf 1:0 gestellt hatte, kam nie der Eindruck auf, die Zürcher könnten die Partie noch drehen. Haas (51.) mit einem Ablenker und Arcobello (59.) per Penalty entschieden sie dann.

Flüeler musste sich nach 164 Minuten geschlagen geben

Allerdings gibt es offensiv gefährlichere Teams als die ZSC Lions. Am Freitag beim 4:0 über Biel waren sie nach dem 1:0 in Fahrt geraten. Wenn sie aber das Führungstor verpassen, wird es ein Chrampf. Immerhin haben sie nun die defensive Solidität gefunden, die Coach Serge Aubin vorschwebt. Flüeler musste erstmals nach 164 Minuten und 35 Sekunden wieder ein Tor zulassen. Die Zürcher gestanden dem SCB nur 17 Torschüsse zu.

Nach dem mit 4:2 gewonnenen Playoff-Halbfinal gegen den SCB hat der Meister gegen die Berner in dieser Saison nun viermal verloren und nur einen Punkt geholt. Auf ein weiteres Playoff-Duell könnte man trotzdem gespannt sein. Berner und Zürcher tauschten in der ausverkauften Postfinance-Arena die eine oder andere Nettigkeit aus. «Auch wenn jedes Spiel gleich wichtig ist, so gibt es eben doch solche, die spezieller sind», sagte Blum. «Wie jene gegen den ZSC, wegen aller Kämpfe, die wir schon ausgetragen haben.»

Heute Sonntag, am Dreikönigstag, feiert Kari Jalonen übrigens seinen 59. Geburtstag. Vielleicht steckt der Finne, der so gerne Kontrolle hat, ja in jedes Brötchen einen Miniatur-König, um keine böse Überraschung zu erleben. (Der Bund)

Erstellt: 06.01.2019, 10:08 Uhr

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