Der Slalomlauf ins Glück

Die ZSC Lions kommen gegen den SC Bern dank einem grossartigen Overtime-Tor zum 4:3-Sieg. Aber wieder mussten sie einem Rückstand hinterherlaufen.

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Kristian Kapp@K_Krisztian_

Es war rund um die 30. Minute, als sich viele Zuschauer wohl erstaunt die Augen rieben. Sie sahen ein immer schneller und spektakulär werdendes Hin und Her, das entsprechend Torchancen brachte. Es dürfte da kurz die Hoffnung aufgekommen sein, bereits das «neue Eishockey» unter Hans Kossmann, dem neuen Bern-Coach und ZSC-Meistertrainer von 2018 zu sehen. Das Ganze hatte für Bern indes einen Haken. Das Geschehen auf dem Eis wurde vorwiegend von den Lions bestimmt. Und sie war ganz in ihrem Sinne, diese temporeiche Angelegenheit.

Kossmann will in der Offensive grundsätzlich ein aktiveres Eishockey spielen als sein entlassener Vorgänger Kari Jalonen. Aber Bern fand im Spielaufbau kein Rezept gegen das sehr aktive Zürcher Forechecking. In dieser Phase, der besten des ZSC an diesem Abend, fand er gar nicht mehr statt, der kontrollierte Berner Aufbau. Stets sah sich der puckführende SCB-Spieler mit einem anstürmenden Zürcher konfrontiert. Die Lions nützten diese Phase, um eindrücklich aus einem 1:3 ein 3:3 zu machen.

Schon wieder der Rückstand

Weil ja, die Lions hatten es trotz allem geschafft, sich in eine unangenehme Situation zu manövrieren. Sie gerieten, wie fast immer in den letzten Wochen, 0:1 in Rückstand, wie so oft war es gegen den Spielverlauf. Denn schon die ersten Minuten brachten das gleiche Bild: Bern kam nicht kontrolliert aus der eigenen Zone, die Lions störten sofort, kreierten Turnover und hätten sich die Führung verdient. Pius Suter kam dem Treffer am nächsten, er traf den Innenpfosten. Der beste Torschütze der Liga musste sich gedulden – es wurde dennoch sein Abend.

Die Lions mussten gar mit einem 0:2 in die erste Pause, weil dieses Tor aus dem Nichts, erzielt mit der ersten Chance, dem SCB viel Energie verlieh. Thomas Rüfenacht traf im zielstrebigen ersten SCB-Powerplay schon nach 15 Sekunden und brachte damit die Lions kurz ins Wanken. Es folgte aber dieses Spektakel im Mitteldrittel mit dem Zürcher Druck, dem aus ZSC-Optik nur die Krönung, die totale Wende der Partie, fehlte.

Und so mussten die Lions in ein phasenweise erneut wildes Schlussdrittel, in dem der SCB sich immer besser zurecht fand und in der Schlussphase gar auch den im Strichkampf für ihn so wichtigen «Dreier» hätte sichern können. Es wurde nicht einmal ein «Zweier», in der Overtime traf Tristan Scherwey nur die Latte. Und dann kam der Moment Suters. Bereits Schütze des 1:2, setzte er bei 3-gegen-3-Hockey zu einem grossartigen Solo an, benutzte die Gegenspieler als Slalomstangen und bezwang auch Berns Goalie Karhunen souverän. Saisontor 24 bescherte den Lions zwei Punkte.

Neuzuzug überzählig

Der ZSC spielte noch ohne Topi Jaakola (36). Die Zürcher verpflichteten gestern den Verteidiger der Pelicans Lahti als Absicherung fürs Playoff. Der Finne war spielberechtigt, Trainer Rikard Grönborg verzichtete indes auf seinen Einsatz. Auch Marcus Krüger war überzählig, da mit Raphael Prassl ein Schweizer Center ins Lineup zurückkehrte. Der Schwede hat indes gute Karten, bald wieder auflaufen zu können. Sein Landsmann am Flügel, Fredrik Pettersson, blieb gestern ohne Einfluss aufs Spiel.

DerBund.ch/Newsnet

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