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Dem SCB fehlt nur noch ein Sieg

Der SC Bern dominiert Servette nach Belieben. Und zwar mit erstaunlich viel spielerischer Leichtigkeit. Nach dem 5:1 zweifelt niemand mehr an der Halbfinalqualifikation.

Herzliche Umarmung: Torschütze Mason Raymond (links) und Gaëtan Haas freuen sich über das 3:0 des SCB.
Herzliche Umarmung: Torschütze Mason Raymond (links) und Gaëtan Haas freuen sich über das 3:0 des SCB.
Raphael Moser
Mason Raymond und Torhüter Leonardo Genoni feiern nach dem Abfiff.
Mason Raymond und Torhüter Leonardo Genoni feiern nach dem Abfiff.
Raphael Moser
Berner Freuden nach dem 2:0 durch Topscorer Bodenmann in der 26. Minute.
Berner Freuden nach dem 2:0 durch Topscorer Bodenmann in der 26. Minute.
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Erwartet hatte man etwas sehr Unangenehmes: einen Gegner, der seine letzte Chance wahrnimmt und spielt, als wäre es das siebte Spiel einer Serie. Denn für Servette ging es am Donnerstag bereits um alles oder nichts. Ein 0:3-Rückstand gegen einen SC Bern in seiner diesjährigen Verfassung: Es wäre – nach menschlichem Ermessen – das Ende.

Und dann das: Es war gewiss mehr als nur ein laues Lüftchen, das den Bernern schliesslich um die Ohren wehte. Aber eben auch kein Orkan. Irgendwie schienen die Gäste von Anfang an nicht daran zu glauben, dass sie noch eine Chance haben könnten.

Ein einziges Mal, zu Spielmitte, waren sie die etwas initiativere, die etwas bessere Mannschaft. Sie kamen innerhalb kurzer Zeit zu hervorragenden Chancen: Tanner Richard und Kevin Romy hatten die besten.

Das war kurz nach dem zweiten Berner Treffer und einer Strafe, die sie sich eingehandelt hatten. Die SCB-Spieler waren sich zu jenem Moment ihrer Sache wohl etwas allzu sicher, gingen mit Puck und Pflichten sorglos um. Es sollte sich in keiner Art und Weise rächen.

Servette fügt sich ins Schicksal

Verteidiger Justin Krueger sollte nach dem Spiel sagen, dass sie auf solche Phasen vorbereiteten seien. «Und schliesslich haben wir ja die Stürmer, die dann vorne die nötigen Tore erzielen.»

Die kritische Phase dauerte zehn Minuten, dann zog einer jener Stürmer, die Krueger gemeint hatte, Gaëtan Haas, auf der rechten Seite aufs Tor, spielte einen präzisen Pass auf Mason Raymond, dem das 3:0 gelang. Und damit den letzten Funken Genfer Hoffnung erstickte.

Was folgte, erinnerte an das erste Spiel der Serie, als Bern 7:0 gewann. Der Meister kontrollierte das Geschehen in einer Souveränität, die der interessierten Gegnerschaft auf den anderen Eisfeldern der Schweiz zu denken geben sollte.

Da war trotz der Entschlossenheit und trotz der Kampfbereitschaft eine spielerische Leichtigkeit, die den Bernern in anderen Jahren abge­gangen war. Sogar in den letzten ­beiden Saisons, und da war man bekanntlich trotzdem Meister geworden. Entsprechend gut war die Stimmung auf den Rängen. Die Fans sangen im letzten Drittel, als hätten sie bereits die Meisterschaft vor Augen.

Noch ist es nicht so weit, noch ist nicht einmal die ­Serie gegen Servette gewonnen. Aber die Art und Weise, wie sich die Genfer am Ende in ihr Schicksal fügten, lässt erahnen: Sie anerkennen die Überlegenheit des Gegners, und sie können wohl auch nicht besser spielen, als sie das am Dienstag und am Donnerstag getan haben.

Nicht einmal ein Zeichen in Form einer kleinen Schlägerei gegen Ende des Spiels mochten sie setzen.

Torjäger Bodenmann

Für Bern dagegen könnte es besser nicht laufen. Goalie Leonardo Genoni tut mit jeder Minute ohne Gegentor etwas für sein Selbstvertrauen, die Verteidigung weiss, dass sie im Notfall auf zwei Stammspieler verzichten kann (aktuell Eric Blum und Beat Gerber), Simon Bodenmann ist ein Torjäger geworden und bei sieben Skorerpunkten angelangt, ebenso wie Andrew Ebbett, und zu Beginn darf man auf Tristan Scherwey setzen, der mit ungeheurer Energie das Spiel lanciert.

SCB-Trainer Kari Jalonen lobte nach der Partie nicht nur Scherweys Energie, sondern die aller Spieler. «Der Level war hoch.» Was ihn ausserdem freute: Dass seine Akteure «dem Spielsystem vertrauen».

Er meinte jene zehn Minuten, in denen Servette Oberwasser hatte und nahe am Anschlusstor gewesen war. Auch unter Druck hätten seine Spieler die Ruhe bewahrt, seien sie nicht aus der Ordnung geraten. «Es war taktisch unser bestes Spiel», sagte der Finne.

Glücklich, wer nach einem Playoffspiel so lange über zehn schwache Minuten und eine Taktik reden darf, die funktioniert hat. Denn es gibt eine Einschränkung: Die Lobeshymne, die wir an dieser Stelle verfassen, gilt nur für einen einzigen Gegner: Servette. Der echte Härtetest wird von anderer Seite kommen - und er wird kommen.

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