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Déjà-vu für den Leader Bern

Der SC Bern verliert zum zweiten Mal in dieser Woche ein Berner Derby vor heimischem Publikum. Dafür siegt Langnau zuhause – eine Seltenheit.

Das entscheidende Tor im Penaltyschiessen: Biels Toni Rajala trifft gegen Berns Torhüter Leonardo Genoni. (2. Dezember 2017)
Das entscheidende Tor im Penaltyschiessen: Biels Toni Rajala trifft gegen Berns Torhüter Leonardo Genoni. (2. Dezember 2017)
Peter Klaunzer, Keystone

Der SCB ist in dieser Saison bislang das Mass aller Dinge, führt die Tabelle mit neun Punkten Vorsprung an. Zu Hause hatte der Schweizer Meister vor dieser Woche bloss eines von zwölf Saisonpartien verloren. Insofern ist unerklärlich, dass das Team von Kari Jalonen erneut ein 3:0 verspielte.

Es scheint jedoch, dass der Bieler Interimscoach Martin Steinegger seinem Team das Sieger-Gen eingeimpft hat. Jedenfalls blieben die Seeländer auch im vierten Spiel seit der Entlassung von Mike McNamara ungeschlagen. Der entscheidende Treffer im Penaltyschiessen war ein Kunststück par excellence. Der Finne Toni Rajala bezwang den Berner Keeper Leonardo Genoni einhändig per Backhand. Dass Bern nach 22 Minuten mit 3:0 führte, lag einmal mehr am starken Powerplay. Sowohl Gaëtan Haas zum 1:0 (6.) als auch Simon Moser zum 3:0 waren in Überzahl erfolgreich.

Biels Dominik Diem (Mitte) jubelt mit seinen Teamkollegen Jan Neuenschwander, Kevin Fey und Julian Schmutz (von links) nach dem 3:3. (2. Dezember 2017) Bild: Keystone/Peter Klaunzer
Biels Dominik Diem (Mitte) jubelt mit seinen Teamkollegen Jan Neuenschwander, Kevin Fey und Julian Schmutz (von links) nach dem 3:3. (2. Dezember 2017) Bild: Keystone/Peter Klaunzer

Das erste Tor bereitete Eric-Ray Blum vor, der nun in den letzten vier Partien neun Assists erzielt hat. Dazwischen war Mason Raymond mit seinem siebenten Treffer in den letzten vier Partien zum 2:0 (12.) erfolgreich. Biel glich jedoch bis zur 38. Minute auf 3:3 aus. Auch auf das 3:4 von Jérémie Kamerzin (47.) wussten die Seeländer eine Antwort: Verteidiger Samuel Lofquist glich 84 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit erneut aus – die Gäste spielten zu diesem Zeitpunkt ohne Goalie Jonas Hiller. Dieser rettete seine Mannschaft zwölf Sekunden vor Schluss mit einer spektakulären Parade gegen einen Schuss von Raymond in die Overtime.

Kloten einmal mehr schlecht belohnt

Kloten kassierte eine weitere ganz bittere Niederlage. Trotz gutem Spiel und grossem Kampf unterlag das Schlusslicht Davos 4:5 nach Penaltyschiessen. Irgendetwas geht beim EHC Kloten in dieser Saison fast immer schief. Am Freitag verspielten sie in Freiburg in den Schlussminuten eine 4:2-Führung, am Samstag zuhause gegen Davos innerhalb von 16 Sekunden ein 2:1. Im letzten Drittel glichen die Zürcher Unterländer noch zweimal aus – das zweite Mal durch den dritten Treffer des überragenden Vincent Praplan 1:56 Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit.

Im Penaltyschiessen hatten sie aber wie am Freitag in Freiburg das Nachsehen. Einzig Captain Denis Hollenstein traf, für die Bündner waren die Ausländer Anton Rödin und Broc Little erfolgreich. Es ist eine Mischung aus Unvermögen und Pech, mit dem sich Kloten immer wieder selber ein Bein stellt – auch unter dem neuen Coach Kevin Schläpfer hat sich dies nicht geändert. Die Mannschaft lebt und kämpft trotz mittlerweile 13 Punkte Rückstand auf einen Playoff-Platz aufopfernd, hat aber am Ende meist nur wenig in den Händen.

HC Davos-Stürmer Enzo Corvi trifft im Penaltyschiessen gegen EHC Klotens Dennis Saikkonen (2. Dezember 2017) Bild: Keystone/Patrick B. Krämer)
HC Davos-Stürmer Enzo Corvi trifft im Penaltyschiessen gegen EHC Klotens Dennis Saikkonen (2. Dezember 2017) Bild: Keystone/Patrick B. Krämer)

An diesem Wochenende verlor Kloten zweimal innerhalb von 24 Stunden im Penaltyschiessen. Der HCD hingegen gewann der vierten Verlängerung (oder Penaltyschiessen) zum ersten Mal in dieser Saison.

Langnau siegt zuhause gegen Lausanne

Siege der SCL Tigers gegen Lausanne haben Seltenheitswert - speziell in der heimischen Ilfishalle. Dank Toren von Thomas Nüssli (25.), der via Schlittschuh von Lausannes Lukas Frick traf, und Antti Erkinjuntti im Powerplay (43.) gelang den Emmentalern aber wieder einmal ein Erfolg. Zuvor hatten die Tigers nur eines der letzten sieben Spiele gegen die Waadtländer gewonnen, Anfang Oktober auswärts nach Verlängerung.

Zwei Langnauer dürften eine besondere Genugtuung verspürt haben. Coach Heinz Ehlers holte in seiner zweiten Saison in Langnau erstmals drei Punkte gegen seinen ehemaligen Verein, den er in die NLA geführt hatte. Und der finnische PostFinance-Topskorer Erkinjuntti traf erstmals seit dem 7. Oktober (!) und einer Flaute von 15 torlosen Spielen wieder einmal. Auch damals hatte der Gegner Lausanne geheissen.

Heimsieg in der Ilfishalle in Langnau: Ville Koistinen jubelt während dem Spiel gegen Lausanne HC. (2.Dezember 2017) Bild: Keystone/Marcel Bieri
Heimsieg in der Ilfishalle in Langnau: Ville Koistinen jubelt während dem Spiel gegen Lausanne HC. (2.Dezember 2017) Bild: Keystone/Marcel Bieri

Den SCL Tigers gelang damit die Bestätigung des überraschenden Coups in Bern (5:3) und – auf Kosten Lausannes – der Sprung über den Strich. Der aus China neu verpflichtete Schwede Andreas Thunesson wurde nach seiner langen Reise am Freitag noch geschont.

Ambri feiert verdienten Sieg gegen die ZSC Lions

Der Sieg gegen die Lions unterstreicht die gute Moral bei Ambri. Es war nichts zu spüren, dass es für die Tessiner am Vortag in Lausanne eine äusserst unglückliche 4:6-Niederlage abgesetzt hatte – das 4:5 fiel 15 Sekunden vor dem Ende. Dabei gehören die Lions nicht zu den Lieblingsgegnern des Dorfklubs; das 4:0 war erst der dritte Sieg in den letzten 15 Duellen gegen die Stadtzürcher.

Dass Ambri erstmals seit dem 5. Oktober 2013 nach 60 Minuten gegen den ZSC gewann, ging absolut in Ordnung. Die Tore zum 2:0 fielen in der 37. Minute innerhalb von 44 Sekunden. Den ersten Treffer muss Lions-Verteidiger Mathias Seger auf seine Kappe nehmen. Der bald 40-jährige Routinier spielte einen Pass von hinter dem eigenen Tor auf Cory Emmerton, der zunächst an Goalie Niklas Schlegel scheiterte, ehe er nach einem Pass von Dominic Zwerger im zweiten Versuch reüssierte. Beim 2:0 traf Lukas Lhotak, der im ersten Drittel nicht zum Einsatz gekommen war, im Powerplay mit einem platzierten Schuss. Wie deutlich die Gastgeber im Mitteldrittel dominierten, unterstreicht das Schussverhältnis von 13:5.

Cory Emmerton erzielt das 1:0 für Ambri. (2. Dezember 2017) Bild: Keystone/Gabriele Putzu
Cory Emmerton erzielt das 1:0 für Ambri. (2. Dezember 2017) Bild: Keystone/Gabriele Putzu

Im letzten Abschnitt erhöhte Dominik Kubalik mit zwei Toren noch auf 4:0 (58.). Der neu verpflichtete Tscheche hat nach sieben Partien für Ambri bereits zehn Skorerpunkte (vier Treffer) auf dem Konto. Die Lions enttäuschten auf der ganzen Linie, blieben erstmals in dieser Saison ohne Torerfolg. Für Ambris Goalie Benjamin Conz war es der zweite Shutout in der laufenden Spielzeit.

Telegramm

Bern - Biel 4:5 (2:0, 1:3, 1:1, 0:0) n.P., 16'294 Zuschauer. - SR Oggier/Wehrli; Bürgi/Progin. - Tore: 6. Haas (Blum, Untersander/Ausschluss Pouliot) 1:0. 12. Raymond (Haas, Untersander) 2:0. 22. Moser (Ebbett, Arcobello/Ausschluss Maurer) 3:0. 25. (24:05) Fey (Kreis, Tschantré/Strafe angezeigt) 3:1. 26. Fuchs (Micflikier, Pedretti) 3:2. 38. Diem (Schmutz) 3:3. 47. Kamerzin (Ebbett, Andersson) 4:3. 59. Lofquist (Fuchs, Pouliot) 4:4 (ohne Goalie). - Penaltyschiessen: Raymond -, Lofquist -; Haas 1:0, Sutter -; Bodenmann -, Fuchs 1:1; Ebbett -, Tschantré -; Arcobello -, Rajala 0:1. - Strafen: 1mal 2 Minuten gegen Bern, 3mal 2 Minuten gegen Biel. - PostFinance-Topskorer: Ebbett; Pouliot.

Kloten - Davos 4:5 (1:1, 1:2, 2:1, 0:0) n.P., 5664 Zuschauer. - SR Mollard/Prugger, Gnemmi/Gurtner. - Tore: 18. (17:13) Corvi (Marc Wieser) 0:1. 18. (17:36) Praplan (Santala) 1:1. 25. Praplan (Hollenstein/Ausschluss Kindschi) 2:1. 33. (32:53) Ambühl (Corvi) 2:2. 34. (33:09) Little (Kousal, Rödin) 2:3. 47. Marchon (Schlagenhauf) 3:3. 55. Corvi (Ambühl/Ausschlüsse Grassi, Bäckman) 3:4. 59. Praplan 4:4. Penaltyschiessen: Santala-, Rödin 0:1; Hollenstein 1:1, Corvi 1:2; Praplan-, Little-; Sallinen-, Marc Wieser-; von Gunten-. - Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Kloten, 4mal 2 Minuten gegen Davos. - PostFinance-Topskorer: Praplan; Little.

SCL Tigers - Lausanne 4:1 (1:1, 1:0, 2:0), 5848 Zuschauer. - SR Dipietro/Wiegand, Altmann/Kaderli. - Tore: 5. Pesonen 0:1. 17. Dostoinow (Albrecht) 1:1. 25. Nüssli (Lardi) 2:1 (Eigentor Frick). 43. Erkinjuntti (Dostoinow, Blaser/Ausschluss Danielsson) 3:1. 60. (59:56) Koistinen (Gagnon) 4:1 (ins leere Tor). - Strafen: 4mal 2 Minuten gegen SCL Tigers, 6mal 2 plus 10 (Ryser) Minuten gegen Lausanne. - PostFinance-Topskorer: Erkinjuntti; Jeffrey.

Ambri-Piotta - ZSC Lions 4:0 (0:0, 2:0, 2:0), 4237 Zuschauer. - SR Massy/Schrader (GER), Fluri/Kovacs. - Tore: 37. (36:15) Emmerton (Zwerger) 1:0. 37. (36:59) Lhotak (Zwerger/Ausschluss Phil Baltisberger) 2:0. 56. Kubalik (Fora, Zgraggen/Ausschluss Schäppi) 3:0. 58. Kubalik (Müller) 4:0 (ins leere Tor). - Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Ambri-Piotta, 6mal 2 Minuten gegen die ZSC Lions. - PostFinance-Topskorer: D'Agostini; Pettersson.

Rangliste

1. Bern 26/59 (99:55). 2. Lugano 25/50 (84:60). 3. ZSC Lions 27/47 (89:71). 4. Fribourg-Gottéron 27/46 (73:78). 5. Davos 27/44 (79:84). 6. Zug 26/42 (77:66). 7. Biel 28/40 (76:82). 8. SCL Tigers 27/34 (69:80). 9. Lausanne 26/33 (74:87). 10. Ambri-Piotta 28/33 (74:85). 11. Genève-Servette 26/31 (58:75). 12. Kloten 27/21 (58:87).

si/oli

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