Das nächste Puzzlestück im neuen SCB

Die Verpflichtung von ­Andrew Ebbett soll auch Chuck Kobasew inspirieren.

Andrew Ebbett spielt die nächsten beiden Saisons beim SC Bern.

Andrew Ebbett spielt die nächsten beiden Saisons beim SC Bern.

(Bild: Keystone)

Emil Bischofberger@bischofberger

Sven Leuenberger findet einen kecken Vergleich, als er gebeten wird, Andrew Ebbett zu beschreiben, den jüngsten Transfer des SC Bern: «Er ist kein John Tavares», sagt der Sportchef und fügt an: «Aber mittlerweile wissen die Leute, dass ein Transfer eines Spieler jenes ­Niveaus heute nicht mehr möglich ist.» Der Vergleich soll also keineswegs geringschätzig gemeint sein gegenüber dem 32-jährigen Center, der beim SCB einen 2-Jahres-Vertrag unterschrieb.

Die Karriere des Kanadiers lässt sich mit zwei Grössen begründen: Er misst 1,76 Meter und wiegt 79 Kilogramm. Wer bei solchen Proportionen nicht mit einem Jahrhunderttalent gesegnet ist, für den wird es schwer in der NHL. Genau so liest sich denn auch Ebbetts Werdegang. Er wurde nie gedraftet, fand erst 23-jährig als Free Agent den Weg in die oberste Liga – in der er dann in seiner Debütsaison drei Partien für Anaheim bestreiten durfte. So ging seine Karriere weiter, insgesamt spielte er für sechs NHL-Teams – und für ebenso viele Farmteams.

Damit soll nun Schluss sein, Ebbett und seine Frau hatten genug vom Vagabundenleben, vom Pendeln zwischen dem Sommer-, dem NHL- und dem AHL-Domizil. Nun kam der SC Bern zum Zug, und für die Berner hat es gepasst, dass Leuenberger sich seit längerer Zeit für den Center interessiert. Vergangenen November besuchte er ihn in Übersee, seither blieben sie in Kontakt.

«Er ist kein Brecher, sondern eher ­einer, der schlau spielt, seine Mitspieler sieht. Der viele kleine Dinge richtig macht, die dir helfen, Spiele zu gewinnen», beschreibt ihn Leuenberger weiter.

Ein weiterer Faktor für Ebbetts Verpflichtung war das erfolgreiche Zusammenspiel, das er 2009/10 in Minnesota mit Chuck Kobasew unterhalten hatte. «Er ist auch für Schweizer Verhältnisse ein guter Schlittschuhläufer, kann die Stürmer mit schnellen Pässen lancieren. Das Ziel ist es, dass es diese Saison oft heisst: Tor Kobasew, Assist Ebbett», so Leuenberger.

Noch zwei Ausländer fehlen

Neben den beiden Genannten sind bei den Bernern noch zwei Ausländerpositionen offen. Wie schnell sich dies ändern wird, kann selbst Leuenberger nicht abschätzen. «Wir haben eine Liste von Spielern, die wir bei einer Zusage nehmen würden. Nur weisst man nicht, wann einer seinen NHL-Traum begräbt – und sich entscheidet, nach Europa zu wechseln», sagt der SCB-Sportchef zur aktuellen Situation.

Irgendwann im Laufe des kommenden Monats dürfte dies geschehen, denn ganz lange zuwarten, um dann erst im letzten Moment einen Supertreffer zu landen, so hoch mag Leuenberger nicht pokern. «Ja, McSorley sind so schon verschiedentlich gute Transfers gelungen. Aber er hat für die Not immer noch einen vierten respektive dann fünften Ausländer unter Vertrag. Wir wollen aber mit vier in die Saison starten.»​

Der Bund

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