Biel ist die neue Nummer 1 im Kanton Bern

Die Seeländer schlagen den SCB in einer attraktiven Partie verdient mit 4:1.

Biels Toni Rajala, links, erzielt das Tor zum 4:1 gegen Berns Torhüter Leonardo Genoni.

Biels Toni Rajala, links, erzielt das Tor zum 4:1 gegen Berns Torhüter Leonardo Genoni.

(Bild: Keystone)

Dieter Stamm@StammDieter

So viele Gemeinsamkeiten mit dem kleinen Kantonsrivalen aus Biel möchte der grosse SC Bern eigentlich gar nicht haben. Beide Mannschaften gehören in dieser Saison zu den besten Teams in den Spezialdisziplinen Über- und Unterzahl. Das geht ja noch. Aber beide Teams hatten vor der gestrigen Partie je vier Siege und drei Niederlagen auf dem Konto. Da möchte man als aktueller Meister dann doch etwas besser dastehen. Und vor allem: Die Direktbegegnung war eigentlich dazu gedacht, die Verhältnisse wieder zurechtzurücken. Weit gefehlt. Das Gegenteil geschah.

Dabei begann die Partie, wie es sich der SCB vorgestellt hatte. Mit einem schnellen Treffer von Topskorer Arcobello. Es war, nach nur drei Minuten, nicht die erste Unsicherheit einer der beiden Abwehrreihen gewesen. Eine Fehleranfälligkeit, die bis weit ins zweite Drittel hinein für eine ausgeglichene und attraktive Partie mit vielen Torchancen sorgen sollte. Nur die Torhüter, Genoni und Hiller, verhinderten ein Trefferfestival.

Aber dann, knapp die Hälfte der Partie war gespielt, entschied sich dieses Duell innerhalb von sechs Minuten. Dreimal trafen die Bieler, zweimal davon im Powerplay, zweimal sass Berns Verteidiger Gerber auf der Strafbank, zweimal zirkulierte die Scheibe gut, zweimal hämmerte sie Rajala ins Netz. Die Seeländer zeigten, warum sie das zweitbeste Überzahlspiel der Liga haben. Einmal brauchten sie 17 Sekunden für den Treffer, einmal 18. Und weil kurz zuvor bereits der ehemalige SCB-Junior Schmutz, ausgerechnet er, für Biel getroffen hatte, war die Partie entschieden.

Die Berner dürfen den Ausfall von vier Stürmern ins Feld führen, die ihnen an diesem Abend fehlten. Gewiss. Eine Entschuldigung für die klare Niederlage kann das für den Titelverteidiger mit seinem hohen Anspruch aber selbstredend nicht sein.

Nur bei den Zuschauern noch führend

Damit sind die Bieler die aktuelle Nummer 1 im Berner Eishockey. Dem SCB bleibt nur ein Trost: In Sachen Zuschauer kann keiner mithalten. Schon gar nicht die Bieler. Gestern kamen immerhin 6180 Fans in ihre Arena. Sie war nicht ausverkauft, aber dennoch war es Saisonrekord. Zuvor war man in der Tissot-Arena gerade einmal auf einen Schnitt von 4600 gekommen. Bereits in der zweiten Saison scheint der Reiz des Neuen verflogen zu sein.

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