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Berns Schwung, Härte und Psychologie

Die Kloten Flyers und der SCB spielen heute (20.15) um den Finaleinzug – ein Best of der 7 Gründe, die für einen Sieg des SC Bern sprechen.

Ein Playoff-Spieler par excellence: Jean-Pierre Vigier.
Ein Playoff-Spieler par excellence: Jean-Pierre Vigier.
Keystone

1. Das Momentum Seit der SCB mit dem Rücken zur Wand steht, spielt er wie verwandelt. Die ersten drei Finalpucks der Klotener wehrte er mit steigender Überlegenheit und einem Gesamtskore von 11:3 ab. Das Momentum ist aufseiten der Berner. Und dass dies im Entscheidungsspiel nützt, beweist die Statistik: Dreimal hat im NLA-Playoff bisher ein Team ein 0:3 aufgeholt, dreimal gewann es danach auch das siebte Spiel. Und das Resultat fiel jeweils klar aus: Lugano bodigte Ambri 5:1 (2006), Zug die Lakers 6:2 (2007), der HCD siegte gegen Zug 4:0 (2008).2. Das Powerplay Je wichtiger die Spiele, desto wichtiger die «special teams», Power- und Boxplay. Der SCB hat noch rechtzeitig die Effizienz in Überzahl gefunden. Fünf Powerplay-Tore bildeten die Basis zu den drei Siegen gegen Kloten. Das Rezept ist einfach: Schüsse von der blauen Linie, meist von Ivo Rüthemann, und möglichst viele Spieler vor dem Tor, die Ronnie Rüeger die Sicht verdecken und auf Abpraller lauern. Das Powerplay der Flyers hingegen wird diesem Etikett nicht gerecht, ohne Micki DuPont regiert die Ratlosigkeit.3. Jean-Pierre Vigier Der Kanadier, der die ersten sieben Playoff-Spiele wegen einer Gesichtsverletzung verpasste, inspiriert seine Kollegen mit seinem beherzten Einsatz und schafft es immer wieder, den Flyers die Fassung zu rauben. Der ungelenke Flügel ist ein Playoff-Spezialist, der in den entscheidenden Partien noch «heisser» wird. Es ist kein Zufall, dass die ZSC Lions im Final 2008 gegen Servette die Wende schafften, als er verletzt ausgefallen war. Nun ist es umgekehrt: Vigier ist im Verlauf der Serie zurückgekehrt und hat den Erfolg zurückgebracht.4. Die Breite Larry Huras hat sechs valable Ausländer zur Auswahl und kann sogar Schweizer Spieler zuschauen lassen. Von einer solchen Breite können die Flyers nur träumen. Und je länger die intensive Serie dauert, desto wichtiger wird dies. Kloten geht langsam die Kraft aus.5. Die Erfahrung Der SCB und die Flyers haben in den letzten beiden Finals je ein Spiel 7 bestritten – mit unterschiedlichem Resultat: Bern wurde gegen Servette Meister, Kloten verpasste den Titel gegen Davos auf eigenem Eis. Die Berner können also im Gegensatz zu ihren Gegnern aus ihrer Erfahrung Zuversicht schöpfen.6. Die Härte Playoff-Serien gewinnt man nicht mit schönen Kombinationen, sondern mit unablässigem Zermürben des Gegners. Die grösseren und kräftigeren Berner haben deutlich mehr Checks ausgeteilt, und diese zeigten immer mehr Wirkung. Die Klotener wirkten entmutigt und müde, so, als hätten sie dem wuchtigen SCB nichts mehr entgegenzusetzen.7. Saul Miller Psychologische Betreuung wird im Sport immer wichtiger. Und der SCB weiss in Saul Miller, der schon für mehrere Profiteams in Nordamerika arbeitete, einen der renommiertesten Sportpsychologen auf seiner Seite. Seit Miller vor Spiel 4 zum Team sprach, hat sich der Meister auf seine Stärken besonnen. (sg.)

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