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Auf der Suche nach etwas Kredit

Die Champions Hockey League hat zwar grosszügige Investoren, aber noch wenig Sponsoren und beschränkte TV-Abdeckung.

Die neue Champions Hockey League begann gestern in vier gut besetzten Stadien und mit einem 7:1-Kantersieg des russischen Meisters Salavat Ufa gegen Budejovice aus Tschechien. Es braucht wenig Mut, um in der neuen Liga auf einen russischen Sieger zu tippen. Die Russen locken mit Millionenunterstützung aus der Energie- und Metallindustrie einheimische und auch andere Stars aus Nordamerika nach Russland.

Der SCB und auch die ZSC Lions als zweiter Schweizer Vertreter hatten insofern Glück, als sie in ihren Dreiergruppen auf kein russisches Team treffen. Die Halbfinalqualifikation und damit ein weiterer Zahltag von 200'000 Euro zusätzlich zur Antritts- und zu allfälligen Punkteprämien ist deshalb keine Illusion – allerdings braucht es dazu massiv besser Leistungen als die gestrige. SCB-Geschäftsführer Marc Lüthi sieht im jüngsten Spross der Eishockeyfamilie nicht von ungefähr ein Ziel, das ernst zu nehmen sich lohnt.

Wie erfolgreich der neuste Versuch ist, das Klubeishockey aus seiner Provinzialität zu befreien, wird sich frühestens Ende Saison zeigen. «Die Zuschauer entscheiden, ob die Liga Erfolg hat», sagt René Fasel, der Schweizer Präsident des Internationalen Eishockeyverbandes (IIHF). Immerhin garantieren der russische Energiekonzern Gazprom und zwei schwedische Investoren die ersten drei Jahre. Trotz des Engagements von jährlich weit über zehn Millionen Euro sind sie weder auf den Dresses der Spieler noch an den Banden präsent. Entsprechende Verhandlungen mit Gazprom Deutschland laufen. Einziger sichtbarer Sponsor ist Reebok, der als Ausrüster auftritt.

In der nächsten Saison soll sich das ändern. Dazu aber braucht die IIHF Fernsehpräsenz. Die Agentur Ovation lobt zwar die breite Abdeckung. In sechs Ländern werden die Spiele übertragen; nur die SRG verzichtet vorerst auf Livebilder und beschränkt sich auf Zusammenfassungen.

Gleichzeitig verschweigt Ovation, dass bisher nur in Russland und Tschechien führende nationale Sender die Bilder übernehmen. Auch in dieser Hinsicht muss sich der Spross den Kredit zuerst verdienen.

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