Zug schlägt Lugano im Spitzenspiel

Die Zuger sind dank des 2:0 gegen die Tessiner neu Zweiter. Biel kommt gegen Servette zum 6. Sieg in Folge.

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Der EV Zug bleibt im neuen Jahr makellos und dehnte seine Serie auf fünf Siege aus. Im Top-Duell um Position 2 hinter dem entrückten Leader Bern kontrollierten die Innerschweizer den HC Lugano (2:0) ohne grössere Probleme.

Elvis Merzlikins träumt und denkt gross. Der lettische Nationalgoalie der Bianconeri strebt in absehbarer Zeit einen Transfer in die NHL an. An guten Tagen erfüllt der 23-Jährige höchste Ansprüche, in Zug hingegen manövrierte er seine Squadra mit einem Aussetzer in die Sackgasse.

Merzlikins Aussetzer

Nach knapp 25 Minuten verlor der Tessiner Goalie hinter dem eigenen Kasten komplett die Orientierung und legte Reto Suri den Puck unfreiwillig einschussbereit auf. Der Schweizer Nationalspieler liess sich die Offerte nicht entgehen. Nach dem zweiten Gegentor resignierten die vorwiegend blassen und ideenlosen Gäste nahezu - eine Reaktion blieb aus.

Was die positive Derby-Doublette gegen den Vorletzten Ambri nach einer längeren Baisse wert war, verdeutlichte der enttäuschende Auftritt in der Innerschweiz: wenig. Zug hingegen wirkt im letzten Monat vor der Olympia-Pause in allen Formationen so stabil wie im letztjährigen Playoff.

Auch Biel nicht zu stoppen

Auch Biel ist derzeit fast unschlagbar gut. Der EHCB weitete seine Festspiele in Genf mit einem souveränen 4:1-Sieg aus. Seit sechs Runden ist das Team des früheren Meister-Trainers Antti Törmänen verlustpunktlos.

Stilsicher wie eine Spitzen-Mannschaft und abgebrüht wie ein Team, das im kommenden Playoff-Wettbewerb mehr als nur eine Nebenrolle im Sinn hat - so präsentierte sich die neben Bern aktuell formstärkste Mannschaft der Liga.

Als Captain Mathieu Tschantré im Powerplay in der 34. Minute für den Tabellendritten auf 2:0 erhöhte, ebnete er frühzeitig den Weg zum zwölften Sieg innerhalb der letzten sieben Wochen. Genf reihte ohne den gesperrten Leader Cody Almond weiter Fehler an Missverständnis.

Liga beobachtet die Genfer Finanzlage

Schwerer als der eine oder andere sportliche Rückschlag belasten die finanziellen Sorgen das Klima der siebtplatzierten Servettiens. Am Lac Léman kursieren seit Wochen Spekulationen, wonach dem Klub rote Zahlen in der astronomischen Höhe von gegen sieben Millionen Franken drohen.

Auf den ungemütlichen Report der «Tribune de Genève» hat nun offenbar auch die Liga reagiert. «Wir beobachten die finanzielle Situation von Genève-Servette mit grösster Aufmerksamkeit», wird der National-League-Direktor Denis Vaucher von der Westschweizer Zeitung zitiert.

Verschiedene Rechercheure haben einen schwelenden Machtkampf in der Genfer Klubzentrale aufgedeckt - im Zentrum steht Klub-Präsident Hugh Quennec und der frühere Coach Chris McSorley, der offenbar in Singapur neue Geldquellen anzapfen will. Aber auch lokale Industrie-Vertreter bemühen sich offenbar darum, einen sich anbahnenden Konkurs abzuwenden.

Zug - Lugano 2:0 (1:0, 1:0, 0:0)

6526 Zuschauer. - SR Salonen/Tscherrig, Castelli/Obwegeser. - Tore: 6. McIntyre (Ausschluss Fazzini) 1:0. 26. Suri 2:0. - Strafen: 3mal 2 plus 5 Minuten (Diem) plus Spieldauer (Diem) gegen Zug, 5mal 2 Minuten gegen Lugano. - PostFinance-Topskorer: Roe; Fazzini.

Zug: Stephan; Diaz, Morant; Schlumpf, Alatalo; Thiry, Leeger; Helbling, Geisser; Lammer, McIntyre, Suri; Martschini, Roe, Klingberg; Schnyder, Diem, Kast; Zehnder, Holden, Senteler.

Lugano: Merzlikins; Sanguinetti, Furrer; Wellinger, Vauclair; Chiesa, Riva; Sartori; Bürgler, Lajunen, Klasen; Walker, Lapierre, Hofmann; Brunner, Romanenghi, Bertaggia; Fazzini, Morini, Reuille; Sannitz.

Bemerkungen: Zug ohne Stalberg (gesperrt), Grossmann, Forrer (beide verletzt), Lugano ohne Ronchetti, Ulmer (beide verletzt), Cunti (krank), Kparghai (überzählig). 34. Pfostenschuss von Holden. 35. Wellinger verletzt ausgeschieden. 43. Pfostenschuss von Reuille. Lugano ab 58:47 bis 59:41 und ab 59:51 ohne Goalie.

Genève-Servette - Biel 1:4 (0:1, 0:1, 1:2)

5346 Zuschauer. - SR Eichmann/Massy, Borga/Altmann. - Tore: 6. Neuenschwander 0:1. 34. Tschantré (Pouliot, Rajala/Ausschluss Wick) 0:2. 41. Simek (Richard/Ausschluss Schmutz) 1:2. 57. Pouliot (Rajala, Kreis) 1:3. 58. Micflikier 1:4 (ins leere Tor). - Strafen: 6mal 2 Minuten gegen Genève-Servette, 5mal 2 Minuten gegen Biel. - PostFinance-Topskorer: Richard; Pouliot.

Genève-Servette: Mayer; Jacquemet, Tömmernes; Petschenig, Fransson; Wick, Löffel; Antonietti; Da Costa, Richard, Rod; Riat, Romy, Gerbe; Schweri, Rubin, Simek; Douay, Hasani, Heinimann; Traber.

Biel: Hiller; Jecker, Forster; Kreis, Fey; Steiner, Maurer; Dufner; Pedretti, Pouliot, Rajala; Micflikier, Fuchs, Earl; Tschantré, Diem, Wetzel; Schmutz, Neuenschwander, Fabian Lüthi; Joggi.

Bemerkungen: Genève-Servette Bays, Bezina, Descloux, Mercier, Spaling, Vukovic (alle verletzt), Almond (gesperrt), Biel ohne Lofquist, Sutter, Valentin Lüthi (alle verletzt). 57. Timeout von Genève-Servette, ab 56:50 bis 57:51 ohne Goalie. Biel ab 59:45 ohne Goalie (Strafe gegen Genève-Servette angezeigt).

Rangliste: 1. Bern 37/82. 2. Zug 37/67. 3. Biel 38/65. 4. Lugano 38/65. 5. Davos 38/63. 6. ZSC Lions 38/58. 7. Genève-Servette 38/57. 8. Fribourg-Gottéron 37/54. 9. Lausanne 37/49. 10. SCL Tigers 38/47. 11. Ambri-Piotta 38/39. 12. Kloten 38/32. (sda)

Erstellt: 09.01.2018, 21:58 Uhr

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