Zieht Ambri den Kopf aus der Schlinge?

Für den HC Ambri-Piotta geht es ab Dienstag in der Ligaqualifikation gegen den euphorisierten NLB-Meister Langenthal wie im Vorjahr ums sportliche Überleben.

Unter Druck: Die Spieler von Ambri müssen wieder lernen, Partien zu gewinnen.

Unter Druck: Die Spieler von Ambri müssen wieder lernen, Partien zu gewinnen.

(Bild: Keystone)

Um in der NLA zu bleiben, müssen die Tessiner in der Best-of-7-Serie einen Weg zurück zum Siegen finden. Die Bilanz im Jahr 2012 ist niederschmetternd. Von 24 Partien gewann Ambri lediglich drei. Im Playout blieb das Team von Trainer Kevin Constantine sowohl gegen die SCL Tigers als auch gegen Genève-Servette sieglos. Vor eigenem Publikum warten die Tessiner gar seit zwölf Partien und dem 4:3 gegen Bern am 23. Dezember 2011 auf einen Sieg. Die Zahlen erinnern an den EHC Basel, der 2008 nach einer ähnlich schlechten Saison den Gang in die NLB hat antreten müssen.

Nun wartet auf Ambri in der Serie der letzten Hoffnung der SC Langenthal. Die Oberaargauer schwebten in den NLB-Playoffs auf einer Erfolgswelle und haben mit dem Meistertitel den grössten Erfolg der Klubgeschichte geschafft. Im Final haben die Berner den favorisierten HC Lausanne überraschend mit 4:2 Siegen (nach einem 0:2-Rückstand) bezwungen.

Will der SCL überhaupt nach oben?

Dass der Gegner Langenthal statt Lausanne heisst, könnte das Glück des HC Ambri-Piotta sein. Denn die Langenthaler streben im Gegensatz zu Lausanne den Aufstieg in die NLA nicht unbedingt an. Damit sie das Auf-/Abstiegs-Playoff gegen Ambri überhaupt absolvieren dürfen, haben die Langenthaler fristgerecht das Aufstiegsgesuch eingereicht. Die National League erteilte dem Klub nun die Lizenz für die höchste Liga mit Auflagen. Theoretisch scheint der Weg für den Aufstieg also frei. Ob Langenthal das Abenteuer NLA im Fall der Fälle auch tatsächlich wagen würde, dürfte primär am eigenen Willen liegen. Bislang tendierte Langenthal eher zu einem Verbleib in der NLB.

Vorerst müssten die Langenthaler, die ihren NLB-Meistertitel am Wochenende mit einem grossen Fest gefeiert haben, das Wunder auf sportlichem Weg schaffen, sprich gegen Ambri-Piotta vier Siege erringen. Seit dem EHC Biel 2008 gegen die Basler ist der Aufstieg keinem NLB-Vertreter mehr gelungen. Vor einem Jahr war Visp bei der «Premiere» von Ambri in der Ligaqualifikation mit 1:4 Siegen gescheitert.

Ohne Campbell – Ambris Qual der Wahl

Für Langenthal kommt erschwerend dazu, dass es ausgerechnet auf seinen kanadischen Topstürmer Jeff Campbell verzichten muss. Campbell, hinter seinem Klubkollegen Brent Kelly mit 82 Punkten (davon 14 in den Playoffs) der zweiterfolgreichste Skorer in der NLB, erlitt im letzten Spiel des NLB-Finals 41 Sekunden (!) vor dem Ende einen Wadenbeinbruch.

Während Langenthal sein Ausländerkontingent nicht ausschöpfen kann, hat Ambris Trainer Kevin Constantine die Qual der Wahl. Da in der Ligaqualifikation nur zwei Spieler ohne Schweizer Lizenz eingesetzt werden dürfen, müssen jeweils vier der sechs zur Verfügung stehenden Ausländer der Tessiner auf der Tribüne Platz nehmen. Gesetzt sein dürfte Verteidiger und Topskorer Maxim Noreau. Anzunehmen ist, dass Constantine dazu einen Stürmer (Erik Landry, Joel Perrault oder Ladislav Kohn) nominieren wird. Verteidiger Zdenek Kutlak und Goalie Nolan Schaefer – Ambri wird die Serie mit Thomas Bäumle im Tor beginnen – scheinen für einen Platz auf der Tribüne «gesetzt».

fal/si

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