Vom Captain zum Praktikanten

Obwohl er letztmals vor 20 Monaten gespielt hat, will Martin Stettler nichts von Rücktritt wissen. Der Verteidiger sammelt bei Langnaus Junioren Erfahrungen im Coachingbereich.

Rollenwechsel: Noch in der Saison 2016/2017 war Martin Stettler Langnaus Captain. Nun sammelt er 
beim Tigers-Nachwuchs als Trainerlehrling erste Erfahrungen.

Rollenwechsel: Noch in der Saison 2016/2017 war Martin Stettler Langnaus Captain. Nun sammelt er beim Tigers-Nachwuchs als Trainerlehrling erste Erfahrungen. Bild: Urs Lindt/freshfocus

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606 Tage sind vergangen. Am 14. Januar 2017 spielten die SCL Tigers gegen Kloten, beim Heimsieg führte Martin Stettler die Langnauer als Captain an. Seither hat er eine Gehirnerschütterung auskuriert und sich dreimal am Knie operieren lassen müssen – aber keine Partie bestritten.

Das Kreuzband war gerissen beim Burgdorfer, und weil laut Stettler «alles kaputt war, was kaputt sein konnte», gab es Komplikationen. Letzte Saison war der 34-Jährige stets Zuschauer; er griff Langnaus Statistikteam unter die Arme, die Kollegen auf dem Eis aber konnte er nur auf der moralischen Ebene unterstützen. Wenig überraschend wurde sein Vertrag nicht ver­längert.

Die Nummer 3 der Bestenliste

Das Knie, es bereitet Stettler nach wie vor Probleme. Nun schmerzt die Patellasehne, an intensive Einheiten mit hoher Belastung ist derzeit nicht zu denken. Einen Zeitplan hat er von den Ärzten nicht erhalten, aber er will geduldig sein, um «wieder hundertprozentig gesund zu werden».

Vom Rücktritt mag der Verteidiger nicht sprechen, wobei der Weg zurück doch äusserst beschwerlich wäre. «Es geht vorerst einzig und allein darum, das Knie in den Griff zu kriegen, vor allem im Alltag, sagt Stettler.» Im konditionellen Bereich trainiert er, was der Körper gerade erlaubt. Und er steht auch auf dem Eis: Bei Langnaus Elitejunioren wirkt er als zweiter Assistenzcoach des finnischen Chefs Juhani Suomalainen.

Ziel des Emmentalers ist es, im Trainermetier Fuss zu fassen, erste Diplome hat er bereits erworben. Bei den Young Tigers ist er quasi Praktikant; das Engagement ist befristet, Lohn erhält er keinen. «Ich sammle wichtige Erfahrungen», hält er fest.

Seinen grössten Erfolg hat Stettler 2010 gefeiert, als er in Diensten des SC Bern den Meistertitel gewann. Dreimal ist er fürs Nationalteam berücksichtigt worden, für die Tigers hat er in 15 Saisons 595 Ernstkämpfe bestritten. Er folgt in der Allzeitbestenliste hinter den zurückgetretenen Adrian Gerber (663 Spiele, 16 Saisons) und Daniel Aegerter (610/16) an dritter Stelle.

Freilich würde Stettler die Wertung klar anführen, wäre er in den letzten Jahren nicht auch wegen mehrerer Fingerbrüche und Kopfverletzungen ausgefallen. Mit diversen Tigers-Profis steht Stettler noch immer in Kontakt, vorab mit Pascal Berger, der Götti seiner Tochter ist – und ihn als Captain abgelöst hat.

(Berner Zeitung)

Erstellt: 11.09.2018, 21:48 Uhr

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