Torjäger anstatt Kämpfer

Der SC Bern ersetzt Brett McLean durch Byron Ritchie und verlängert den Vertrag mit Jean-Pierre Vigier. Damit ist das Kader für die Saison 2011/12 komplett.

Der neue SCB-Ausländer Byron Ritchie. (Keystone)

Der neue SCB-Ausländer Byron Ritchie. (Keystone)

Während sich die Berner auf der Suche nach einem neuen Assistenztrainer Zeit lassen wollen, haben sie auf dem ausländischen Transfermarkt früh zugeschlagen: Für zwei Jahre verpflichteten sie den 33-jährigen Kanadier Byron Ritchie. «Wir hatten uns gesagt, dass wir sofort zusagen, wenn wir einen wie Ritchie haben können», erklärt SCB-Sportchef Sven Leuenberger das rasche Handeln. Der klassische Zweiweg-Center hatte denn auch bereits länger auf Leuenbergers Wunschliste gestanden. Schon nach seinem Engagement bei Servette in der Saison 2008/09 hätte er ihn gerne nach Bern geholt, «doch gegen das Angebot aus der KHL hatten wir natürlich keine Chance».

Ritchie folgte dem Ruf des Geldes, absolvierte für Dynamo Minsk verletzungsbedingt jedoch nur 12 Partien. Vergangene Saison war er in der schwedischen Elitserien bei Modo engagiert, wo er Topscorer seines Teams und mit 44 Punkten (23 Tore/21 Assists) aus 53 Partien fünftbester Scorer der Liga war. Der 33-Jährige überlegte sich, weiter in der Heimat seiner Frau (der Schwester des ehemaligen SCB-Spielers Andreas Johansson) zu bleiben, entschied sich dann aber für ein erneutes Engagement in der Schweiz.

NLA-erprobt und «kein fauler Hund»

Für Leuenberger ist es von Vorteil, dass die Qualitäten von Ritchie, der für die Carolina Hurricanes, Florida Panthers, Calgary Flames und Vancouver Canucks insgesamt 324 NHL-Partien bestritt, bereits NLA-erprobt sind; Ritchie war bei Genf sechstbester Scorer der Liga. «Er kann passen, seine Mitspieler in Szene setzen, ist ein guter Läufer und kann im Power- und Boxplay eingesetzt werden», sagt Leuenberger, der Ritchie als «sehr komplett» bezeichnet. Auch neben dem Eis erhielt der Kanadier von seinen Arbeitgebern ein gutes Zeugnis ausgestellt: «Er gilt als sehr engagiert, nicht als fauler Hund.» Dass er auch in einem schlechteren Team nicht zurücksteckt, bewies er zuletzt bei Modo, welches das untere Ende der Tabelle der Elitserien zierte.

Durch den Zuzug und die Vertragsverlängerung mit Co-Captain Jean-Pierre Vigier, der ein weiteres Jahr beim SCB bleibt, ist auch klar, dass für Brett McLean kein Platz mehr ist. Leuenberger sagt zwar, der Center hätte bleiben können, wenn er Budget für fünf Ausländer gehabt hätte. Trotzdem lässt er durchblicken, dass der Kanadier beim SCB nicht mehr das erreichte, was er noch in der Meistersaison gezeigt hatte. Das zeigt auch der Blick auf die Statistik, auch wenn die Aufgabe leicht verändert war: 2009/10 hatte er in 49 Partien 45 Punkte erzielt (18 Tore/27 Assists), 2010/11 waren es in 56 Spielen 30 (13/17). Zudem verlieren die Berner mit dem Abgang von Christian Dubé (zu Fribourg-Gottéron) ein kreatives Element, das McLean ohnehin nicht hätte ersetzen können.Das Kader für die kommende Saison ist nun komplett und Leuenberger mit der Zusammensetzung zufrieden. Die einzige Frage, die sich für ihn stellt, ist: «Sind wir in der Mitte stark genug?» Ryan Gardner, im vergangenen Winter auf dieser Position Back-up, muss nun eine Lücke füllen, Etienne Froidevaux mehr Verantwortung übernehmen. Zur Not könnte auch Vigier in die Mitte rücken oder der junge Joel Vermin wieder die Funktion übernehmen, die er bei den Junioren innehatte.

Krueger zu Carolina Hurricanes

Justin Krueger, mit dem man beim SCB ohnehin nicht mehr geplant hatte, hat mit der Organisation der Carolina Hurricanes, von der er 2006 gedraftet worden war, einen Einjahresvertrag unterzeichnet. Ob der 24-jährige Sohn des ehemaligen Nationaltrainers Ralph Krueger dem NHL-Kader des Stanley-Cup-Siegers von 2006 oder einem Farmteam angehören wird, ist allerdings noch offen.

In der Saison 2008/09 stürmte Byron Ritchie noch für Servette. Foto: EQ Images

Der Bund

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